Chlausturnier 2017 - Spielpläne online

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3. Liga, Gruppe 3: Brüttisellen – Effretikon 5:1 (3:0)

Geschrieben von Heinz Minder am .

Startphase verschlafen und wieder mal verloren
Wochentagsrunden und auswärtige noch dazu liegen dem FC Effretikon absolut nicht. Die zuletzt fünf Mal siegreich gewesenen Zürcher Oberländer unterlagen dienstags auf dem Lindenbuck dem letztjährigen Zweitliga-Absteiger Brüttisellen klar mit 1:5 (0:3). Für die Gastgeber war es ein enorm wichtiges Spiel das sie im Hinblick auf den Spitzenkampf vom kommenden Samstag in Wetzikon im Duell der beiden Absteiger unbedingt gewinnen mussten. Erst nach der Pause gelang Dylan Nagri die zwischenzeitliche Resultatverbesserung zum 1:3 (48.).

Was für eine Affiche war es. Was für ein Derby. Viel Zündstoff. Schon im Vorfeld des Derbys steht fest: Effretikon hatte überhaupt nichts zu verlieren – konnte in diesem mit Spannung erwarteten Vergleichskampf nur gewinnen. „Wir haben uns ja den Ligaerhalt praktisch bereits am letzten Spieltag definitiv gesichert“, so Trainer Flakon Halimi. Für Gastgeber Brüttisellen hingegen stand sehr viel auf dem Spiel – Leben – oder sterben. Der Erwartungsdruck war hoch. Denn für Brüttisellen ging es gleich Schlag auf Schlag weiter. Der Samstag bringt mit dem vorletzten Spieltag in der Gruppe 3 den Spitzenkampf Wetzikon gegen Brüttisellen und wohl die (Vor)-Entscheidung um den Gruppensieg und Aufstieg in die Zweitliga. Der Spitzenkampf Erster gegen Zweiter ist gleichzeitig das Duell der beiden letztjährigen Zweitliga-Absteiger und steigt samstags um 18 Uhr auf der Wetziker Meierwiesen. Wetzikon musste dienstags auswärts beim letzten FCE-Gegner Witikon antreten und wies zur Zeit drei Punkte Vorsprung auf Brüttisellen aus. Wetzikon gewann 3:0 und hielt damit den kommenden Gegner und Direktverfolgter weiterhin mit drei Zähler Vorsprung auf Schlagdistanz. Am Ende entledigte sich Brüttisellen seiner Reputation als starkes Drittliga-Spitzenteam mit einer starken Vorstellung der heiklen Aufgabe. Respektabel. Und der Sieg des Heimklubs ging voll in Ordnung. „Von meiner Seite aus möchte ich unserem heutigen Gegner für den Sieg und den weiteren Rest-Verlauf der Meisterschaft gratulieren und Glück wünschen“, zeigte sich Halimi am Ende als fairer Verlierer.

Gegner war gut vorbereitet…
Effretikons Trainer analysierte unmittelbar im Anschluss an den Abpfiff das Gesehene und meinte selbstkritisch: „Wir haben die ersten 15 Minuten verschlafen“. Er müsse „neidlos anerkennen, dass Brüttisellen heute besser und stärker war als wir selbst, aber auch gut vorbereitet und äusserst aggressiv in diesen Match stieg“.

…und stürmte mit zwei Spitzen
Brüttisellens-Trainer Robert Merlo, der dieser Tage seinen Vertrag auf dem Lindenbuck verlängerte: „Wir haben in dieser Meisterschaft verschiedentlich bereits entscheidende Punkte liegen lassen“. Merlo setzte gegen das zuletzt defensiv stabile Effretikon (nur zwei Gegentreffer in fünf Partien), auf einen Zweimann-Sturm (Mauro Gallani und Alessio Barifliano). Und Brüttisellen startete druckvoll, mit aggressivem Zweikampfverhalten und Offensivdrang. Damit hatte Effretikon Mühe. „Wir kamen meist um einen entscheidenden Schritt zu spät“, bestätigte am Schluss Hamili. Brüttisellen schaffte mit drei sensationellen Weitschhüssen, wahren Sonntagstreffer durch den Doppelschlag von Joel Walter Azevedo Coutho Coelho (16./22.) die schnelle 2:0 Führung und erhöhte durch Dario Krebs, nachdem dieser zuvor verwarnt wurde, ebenfalls mittels spektakulärem Weitschuss von der linken Seite ins entfernte hohe Eck (38.).

Drei unhaltbare Prachtstreffer
Das 1:0 hatte seinen Ursprung auf der rechten Platzhälfte, von wo aus Azevedo mit einem Flatterball aus 20 Meter exakt in den rechten hohen Torwinkel traf, vermutlich unter dem Motto: Einfach mal drauf hauen. Der Ball passte. Und wie. Unhaltbar für Severik Meier, der anstelle von Mathijs Kläy (Ferien) das Effretiker Tor hütete. Meier war machtlos gegen den gut platzierten Distanzschuss, ebenso das 0:2, das ebenfalls den Ursprung aus grosser Distanz hatte, denn Azevedo verlängerte einen Freistoss reaktionsschnell mit dem Kopf unter die Latte. Aller guten, oder eben schlechten Dinge sind Drei. Brüttisellen setzte noch im ersten Abschnitt eines drauf. Diesmal wieder von der linken Seite und erneut aus grosser Distanz, hämmerte Dario Krebs das Leder in das verlängerte, hintere Eck, abermals unhaltbar für Meier. Damit versetzte der Heimklub dem Gast aus Effretikon einen frühen und klaren Dämpfer. Das FCE-Trainerduo Halimi/Rhyner musste in der Vierer-Abwehr Adrian Aregger ersetzten, welcher im Militärdienst weilte und trotz Urlaubgesuch nicht zum Spiel reisen konnte. Die zuletzt erfolgreichen Effretiker konnten für einmal im Offensivbereich keine Akzente setzten. „Brüttisellen war viel aggressiver“, stellte auch Halimi fest „vielleicht, weil es für unsern heutigen Gegner am Ende um sehr viel ging“.

Aufsässige Störarbeit des Heimklubs
Trotzdem. Flakon Halimi hatte schon am Ende des letzten Spieles (5:0 Sieg über Witikon) gemeint, er freue sich auf den Leistungsvergleich gegen ein starkes, Spitzenteam der Gruppe. Das Unterfangen der Effretiker, unter allen Umständen noch den vierten Schlussrang sichern zu können, rückte am Schluss etwas in die Ferne. Brüttisellen liess im ersten Abschnitt überhaupt nichts anbrennen, attackierte die Gäste früh, störte aufsässig, gewann dank kompromisslosem Zweikampfverhalten viele Bälle und fing den Spielaufbau der Effretiker meist bereits hinter der Mittellinie ab. So kam es, dass FCB-Keeper Yanick Hirzel eine geruhsame erste Hälfte erlebte und kaum einmal ernsthaft geprüft wurde. Der Doppelschlag von Joel Walter Coelko Azevedo Couto nahm Effretikon frühzeitig den Wind aus den Segeln.

Vorentscheidung schon vor der Pause
Bereits mit dem 3:0 zeichnete sich ab, dass Brüttisellen an diesem Abend sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen würde. Dazu hätte es einer grossen Effortleistung der Effretiker gebraucht. Denen glückte im ersten Durchgang wenig. Trotzdem. Die Zürcher Oberländer gaben verständlicherweise nicht auf. Während Merlo zu Beginn des zweiten Durchganges gleich drei Wechsel vor nahm (Amzai, Samir Ben Mahfoudh und Lucca Krebs kamen nun gleich zusammen anstelle von Torschütze Dario Krebs, Gallani und Merlo zum Einsatz, brachte Halimi Yanik Meier anstelle des früh verwarnten Jahja Zulfikari (46.). Ein Abstimmungsproblem beim Heimklub nutzte Effretikon dann schnell aus. Als Gemeinschaft der FCE-B-Junioren lancierte Uchenna Anioke steil durch die Mitte Dylan Ngari, welcher resolut und souverän zur 1:3 Resultatverkürzung einschiessen konnte (48.). Dieser Treffer liess bei Effretikon nochmals Hoffnung auf die mögliche Wende und das Wunder vom Lindenbuck aufkommen. Knallhart und mit hohem Einsatz wurden die Zweikämpfe ausgetragen und um jeden Ball, auch Einwurf, wurde mit allen er- und weniger erlaubten Mitteln (Schinden von vielen Metern) gekämpft.

Brüttisellen reagierte auf den ersten FCE-Treffer
„Zur Pause haben wir nochmals einiges mit der Mannschaft angesprochen“, so Halimi. „Beispielsweise, dass wir in der ersten Halbzzeit zu weit vom Gegner standen, oder zu kompliziert auf dem Platz agierten, obwohl wir uns klar vorgenommen hatten, einfach zu spielen“. Brüttisellen liess sich auch durch das 1:3 nicht aus dem Konzept bringen und erhöhte, knappe zwanzig Minuten vor Spielschluss druch Alessio Barigliano (71.). Dass dem Heimklub, der zu keinem Zeitpunkt des Spieles in ernste Bedrängnis geriet, am Schluss durch Samir Ben Mahfoudh noch das 5:1 gelang (ein weiteres herrliches Tor wurde trotz flehendem Protest der Platzherren wegen Offside annulliert), bestätigte den souveränen Heimauftritt des Aufstiegsaspirant.

Lehrgeld bezahlt und Reaktion am Samstag wird erwartet
 „Es machte sich heute leider bemerkbar, dass wir seit vier Tagen kein Training mehr hatten“, so Halimi. Er und sein Assistent Urs Rhyner, die am Auffahrts-Donnerstag noch ein zweistündiges Training durchführten, wollten eigentlich das Team am Pfingst-Samstag erneut zum Training aufbieten. „Das haben wir dann kurzfristig abgesagt, damit die Spieler über die Festtage bei ihren Familien sein konnten und die Köpfe leeren konnten“. Das sei im Nachhinein „vielleicht unser grosser Fehler gewesen“. Effretikon habe auf dem Lindenbuck „Lehrgeld bezahlen müssen“ und Halimi hofft, dass „wir aus den zwei noch verbleibenden Spielen gegen Dübendorf 2 und Weisslingen weitere Punkte holen“. Effretikon sei im Nachhinein betrachtet, „in der Vorbereitung vielleicht zu wenig professionell gewesen“, so Halimi. Davon war am Ende vermutlich auch Avni Shahinaj überzeugt. Der Effretiker-Captain zeigte sich schwer enttäuscht über den Ausgang des Spieles und liess entsprechend Dampf ab. Er sei davon überzeugt, dass „wir samstags eine klare Reaktion auf diese 1:5 Niederlage sehen werden“, meinte Halimi.

Heinz Minder, Brüttisellen


Matchtelegramm
Brüttisellen – Effretikon 5:1 (3:0).- Sportplatz Lindenbuck (Brüttisellen).- SR: Milaim Lakna (Bassersdorf).- 109 Zuschauer.- Tore: 16. Azevedo Couto Coelho 1:0. 22. Azevedo Couto Coelho 2:0. 38. Dario Krebs 3:0. 48. Ngari 3:1. 71. Barigliano 4:1. 84. Sami Ben Mahfoudh 5:1.- Brüttisellen: Hirzel; Adili, Lamprecht, Meckes, Ahmed Ben Mahfoudh; Kuljici, Dario Krebs, Merlo, Azevedo Couto Coelho; Gallani, Barigliano.- Ergänzungsspieler: Holder; Tacelli, Teke, Amzai, Lucca Krebs.- Effretikon: Severik Meier; Ulrich, Schanz, Shahinaj, Schneller; Zulfikari; Giger, Ngari, Fahrni, Danko; Anioke.- Eregänzungsspieler: Tchoniashvili, Spiegel, Yanik Meier, Lemm, Santoro.- Bemerkungen: Effretikon ohne Kläy (Ferien), Schärz (Schule), Lehner (kein Aufgebot), Aregger (Militär).- Verwarnungen: 20. Zulfikari (Foul), 36. Dario Krebs (Foul), 48. Giger (Foul), 65. Fahrni (Foul), 65. Lamprecht (Foul), 67. Shahinaj (Reklamieren), 90. Tacellii (Distanz nicht Einhalten bei Freistoss).- Nächstes Spiel des FC Effretikon: Effretikon – Dübendorf 2, Samstag, 10. Juni 2017, Sportplatz Eselriet (Spielbeginn 18 Uhr).