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3. Liga, Gruppe 3: Effretikon – Dübendorf 2 4:0 (1:0)

Geschrieben von Heinz Minder am .

Beeindruckende Rehabilitation – letzter 4:0 Heimsieg
Effretikon rehabilitierte sich gegen die Reservisten des FC Dübendorf für die dienstags in Brüttisellen erlittene 1:5 (0:3) Niederlage. Im letzten Heimspiel der laufenden Saison 2016/17 kam Effretikon dank Spiegels verwerteten Foulpenalty (32.), dem Fahrni Doppelpack (60./69.) und Abstauber von Schärz (84.) zu einem ungefährdeten und letzten 4:0 (1:0) Heimsieg. Für Claudio Spiegel war es zugleich die Abschiedsvorstellung im Eselriet. Der 27jährige will andere Prioritäten (Familie und Nachwuchstrainer) setzten.

„Mein Assistent Urs Rhyner und ich sind unheimlich stolz auf unsere Mannschaft und die Art und Weise, wie unsere Truppe sich gegen das viertklassierte Dübendorf rehabilitierte“, so Flakon Halimi. Effretikons Trainer hatte im Vorfeld einen 4:0 Heimsieg seiner Mannschaft getippt. Für Effretikon war es das letzte Heimspiel der laufenden Saison 2016/17. Gegen die Reservisten des neuen Zweitliga-Interregio-Vereines aus dem Glattal wollten die Zürcher Oberländer ihre positive Heimbilanz verteidigen und noch verbessern. Von den bisherigen zehn Heimspielen hatte Effretikon deren sechs gewonnen, spielte zwei Mal Remis mit dem Gegner und verlor nur zwei Mal. Dabei überstanden die Effretiker die durchwegs schlecht verlaufene erste Saisonhälfte gar ohne Heimniederlage.

Dübendorfs Reservisten hatten vor Wochenfrist beim Auswärtstreffen in Weisslingen für äusserst negative Schlagzeilen gesorgt. Sie verzeichneten gegen das Tabellenschlusslicht gleich drei Platzverweise. Beim viertrangierten Gast kassierte Lavdim Murati (ohne Platzverweis) nachträglich durch den Verband sechs Spielsperren. Dübendorf 2 durchbrach mit dem Eklat in Weisslingen die 100 Strafpunkte-Schallmauer. Für Claudio Spiegel war es das letzte Spiel im Dress der Effretiker. Der 27jährige (vor etwas mehr als einem Jahr erstmals Vater geworden), will sich andere Prioritäten setzten. „Ich werde aber auch meine Trainerkarriere weiterführen und vielleicht gar eine FCE-Mannschaft übernehmen“, so Spiegel vor dem Spiel. In diesem markierte er, der vor Anpfiff noch speziell geehrt wurde und ein Leibchen mit goldener Acht trug, den Führungstreffer der Heimmannschaft.

Animiert und abwechslungsreich verliefen die ersten Minuten, mit einem noch offensiv auftretenden Gast. Doch die Effretiker-Hintermannschaft stand wiederum stabil. Als Effretikons Abwehrchef Avni Shahinaj bis in den gegnerischen Strafraum vorrückte, brannte es in der Hintermannschaft der Gäste und Patrick Hediger konnte Shahinaj nur noch mit einem Foul stoppen. Den fälligen Foulpenalty durfte Spiegel treten und verwertete gegen den ex-Effretiker Keeper Labinot Bytyci stilsicher rechts unten (32.). Vor der Pause verpassten die Einheimischen durch Fahrni die Vorentscheidung.

Effretikon mit deutlich mehr Ballbesitz fand zu seinen flüssigen Aktionen zurück, strotzte wiederum von Selbstvertrauen und kontrollierte das Spiel von A bis Z. Adrian Fahrni war dann mit seinem Doppelpack (60./69. Minute) vor die Entscheidung in diesem Match verantwortlich. Erst überlistete er den neu eingewechselten Bivinelli im Gästetor mit einem Flachschuss unten links, dann platzierte er den vierten Eckball der Zürcher Oberländer mit dem Kopf unhaltbar für Bivinelli zum 3:0. Fahrni scheiterte wenig später mit dem Versuch, nach Fehraltorf wieder einen klassischen Hattrick zu vollziehen. Der im zweiten Abschnitt neu eingewechselte Effretiker B-Junior Sebastian Santoro, läuferisch sehr stark, überlief die gegnerische Hintermannschaft in der 84. Minute über die linke Seite. Sein Einschussversuch ins entfernte Eck vollstreckte der ebenfalls im zweiten Abschnitt neu gekommene Kim Schärz am rechten Torpfosten postiert zum 4:0.

Mit viel Einsatzwillen verhinderte Orlin Ulrich, von der Auswechselbank kommend und für seinen bereits geschlagenen Torhüter Mathjis Kläy den Ehrentreffer der Gäste, als Enis Murati kurz vor Spielschluss noch zum Abschluss auf das leere Tor kam. „Meine Mannschaft musst und wollte Charakter zeigen und hat dies auf höchst eindrückliche Art und Weise gemacht“, so Halimi. „Ich habe meine Truppe vor dem Spiel bei der Ehre gepackt, dass meine Spieler heute zum Abschied dem Heimpublikum nochmals etwas zeigen sollen. Heute waren wir körperlich und geistig vom Anspiel weg präsent und kontrollierten das Treffen gegen einen Gegner, gegen den es in der Vorrunde noch eine Niederlage gab, auch trotz heute heissen Temperaturen. Und auf die heutige Vorstellung meiner Truppe bin ich unheimlich stolz“.

Er habe „meine Truppe in der Ehre gepackt und gefordert, dass sie Ehre und Stolz zeigen und den eigenen Zuschauern beweisen, dass die Niederlage in Brüttisellen ein Ausrutscher war, weil wir nicht bereit waren“. Gegen Dübendorf waren seine Leute von Anfang an mit hundert prozentigem Einsatz, auch körperlich und mental, auf dem Platz. „Wir haben heute verdient gewonnen. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Die Spieler haben Charakter gezeigt und Dübendorf mit starkem Kollektiv keine Chance gelassen“. So FCE-Trainer Flakon Halimi. „Dübendorf hatte in der Starphase die eine, oder andere leichte Torchance. Wir haben aber schon Spieler mit Extraklasse in unseren Reihen, welche in einem Meisterschaftsspiel den Unterschied ausmachen können“. Halimi weiter: „Wir haben in der Krise den Spielern beigebracht, dass wir nur alle zusammen stark sind und gewinnen können“. Dazu zählen für ihn aber auch die Ergänzungsspieler, welche jeweils während des Spieles eingewechselt werden. „Wir haben eine starke Bank. Das macht uns noch gefährlicher. Für mich zählt nicht nur die Leistung der elf Spieler die in der Startformation stehen, sondern alle die auf dem Blatt gemeldet sind“.

Halimi war der festen Überzeugung, dass „wir von Anfang an einen soliden Match gezeigt haben, und nach leichten Anlaufproblemen immer besser unseren Rhythmus fanden, den Ball und Gegner kontrollierten und alles voll im Griff hatten“. Für ihn und sein Assistent Urs Rhyner „war wichtig, dass wir keine Schüsse und Tore aus der zweiten Linie kassieren, so wie die drei Sonntagsschüsse dienstags in Brüttisellen“. Halimi betreut und trainiert das Team seit dem Auswärtsspiel in Wetzikon. „Unsere Stärke ist aber der unbändige Teamgeist. Wir sich nach dem 1:5 gegen Brüttisellen wieder zurück gekehrt, haben Charakter und Klasse gezeigt und wieder zu Null gewonnen“. Jeder seiner Spieler „hat sich voll und ganz auch für den Nebenspieler eingesetzt. Wir wissen, dass wir nur gemeinsam ein hohes Ziel erreichen können“. Seine Aufgabe sei es, „die einzelne Klasse jedes einzelnen Akteurs zu erkennen und die Spieler auf jener Position einzusetzen, wo es dem Kollektiv am meisten hilft“.

Mit Penaltytor gelungener Abschied
Dienstags lüftete er auf dem Lindenbuck bereits das Geheimnis. „Ich werde samstags mein letztes Spiel im Dress des FC Effretikon bestreiten“. Claudio Spiegel hatte sich den Zeitpunkt seines (frühen) sportlichen Rücktritts lange überlegt. „In der Schlussparite auswärts in Weisslingen werde ich aus beruflichen Gründen eh nicht anwesend sein“. So verabschiedete man sich also samstags auf dem heimischen Eselriet vom Claudio Spiegel. Der 27jährige bekam vor Spielbeginn, nebst dem obligaten Dankeschön, ein spezielles Dress mit einer goldenen Rückennummer Acht. Spiegel brachte in seinem letzten Einsatz seine Mannschaft in Führung. Als Avni Shahinaj, entgegen seiner Spielerposition als Abwehrstratege, an vorderster Front anzutreffen war und durch Dübendorfs Verteidigung nur durch ein Foulspiel noch gestoppt werden konnte, durfte sich Claudio Spiegel den Ball auf den Penaltypunkt setzten. Spiegel: „Es war eine Riesenehre für mich, während zehn Jahren das Dress des FC Effretikon tragen zu dürfen“. Jetzt sei der Moment gekommen, „um den Aktivfussball in den Hintergrund zu stellen und sich andere Prioritäten zu setzten“. Diese lauten bei ihm nun, weil vor einem Jahr erstmals Vater geworden, „Familie und Beruf“. Dazu komme, dass „ich mich auf meine Karriere als Juniorentrainer vorbereiten und demnächst das C-Diplom abschliessen werde“. Claudio Spiegel wusste zum Zeitpunkt des letzten Effretiker-Heimspiel „noch nicht, ob ich bereits für die neue Saison ein Nachwuchsteam, allenfalls im Eselriet, übernehmen werde“. Diesbezüglich würden die Gespräche noch geführt. „Meiner Ansicht nach ist nun der richtige Zeitpunkt für mich gekommen, jüngeren Spielern den Vorrang zu geben“. Stilsicher verwandelte er den Foulpealty und brachte somit Effretikon in der 32. Minute in Führung. Knappe zehn Minuten vor Schluss verliess Spiegel, mit Szenenapplaus und Standing Ovation bedacht, vorzeitig das Feld.

Heinz Minder, Illnau

Matchtelegramm
Effretikon – Dübendorf 2 4:0 (1:0).- Sportplatz Eselriet (Effretikon).- SR: Matthias Kägi (Zürich).- 105 Zuschauer.- Tore: 32. Spiegel (Foulpenalty) 1:0. 60. Fahrni 2:0. 69. Fahrni 3:0. 84. Schärz 4:0.-  Effretikon: Kläy; Aregger, Schanz, Shahinaj, Spiegel; Yanik Meier; Ulrich, Ngari, Fahrni, Danko; Anioke.-Ergänzungsspieler: Tchoniashvili, Schärz, Zulfikari, Santoro.- Dübendorf 2: Bytyci;  Ilir Alidemaj, Hediger, Liridon Ademaj, Cedeno; Faton Ademaj, Emini, Abgottspon, Lüthi; Holbe, Murati.- Ergänzungsspieler: Bivinelli, Cedeno, Bossio.- Bemerkungen: Effretikon ohne: Giger (Abschlussprüfungen), Schneller, Severik Meier; Panzer, Schreiber, Kofler, Lehner, Serbinis, Bannwart, Bärtschi, Bader.- Letztes Spiel von Claudio Spiegel. Der 28jährige erklärte seinen Rücktritt als Aktivspieler. Will sich inskünftig der Karriere als (Junioren)-Trainer widmen.- Eckballverhältnis: 5:3 (2:2).-