Reise 2019 des OK-Veranstaltungen

Geschrieben von Urs Jacober am .

Das Reisli war auf den 24. August angesagt. Jedes Jahr ist es eine grosse Überraschung, was für ein Programm das OKV-Reisli vorsieht. So war die Spannung auch dieses Jahr kaum auszuhalten. Und plötzlich war sie da – die offizielle Einladung inklusive Tagesprogramm. Ohhhhh…. es gibt doch solche Momente im Leben, in denen man nicht genau weiss ob man sich nun freuen soll, oder ob die Ehrfurcht grösser ist… Je nach dem, welchen Erzählungen man Glauben schenken soll. Setzt euch selber mal in diese Lage. Angenommen, ihr werden zum Fallschirmspringen eingeladen. Nun – was sagen eure Gefühle? Oke, das war es ja nicht gerade. Also, wir wurden dieses Jahr für...... nein nein, nicht so schnell.
Zunächst möchte ich einen Blick zurück auf die bisherigen Reisen machen, an denen ich mittlerweile dabei sein durfte – nur ganz kurz. Ohne nostalgisches Ausschmücken von Einzelheiten, wie zum Bespiel dem Schuhkauf in Elm.

2014 nach Elm zum Schiefermuseum - hoch mit der Gondel und runter mit dem dreirädrigen Mountaincart. 
2015 mit einem Party-Ring-Boot auf den Bodensee, per Schiff auf dem Rhein nach Schaffhausen.
2016 Einsiedeln, erkundung der Region mit Segways – feines Essen und Wein
2017 ins Klettgau, kleinen Wanderung, ausgedehntes Mittagessen, Rosskutschenfahrt Dorftour mit den Wöschwiiber
2018 zweitägige Reise ins Wallis, Weinbau im Wallis, 95 Meter hohe Hängebrücke in Fürgangen –> einige hatten ziemlich weiche Knie trotz gutem Schuhwerk.

Fertig – nun zur Gegenwart und zurück zum Programm 2019 das uns erreichte. Paintball – sofort assoziiert mit schmerzhaften blauen Blutergüssen, mit hinterhältigem lauern und im richtigen Moment abdrücken. Alles vollgeschmiert mit Farbe… usw.

Als Paintball-Neuling jedoch freute ich mich sehr auf den besagten Samstag, und holte mir im Vorfeld gute Ratschläge. So war ich gut gerüstet. Wir trafen uns um halb zehn in Effi am Bahnhof. Judith, Gaby, Laura, Walti, Ofi, Lüdi, Düri vo Züri und ich -erstes Foto (8-1).
Per Zug fuhren wir Richtung Schänis (SG). An dieser Stelle eine Rüge an die SBB – ganz hinterhältige üble Stufen hat es in den Zügen und auf den Bahnsteigen. Beinahe hätten wir eine verunfallte Person in unserer Reisegruppe zu beklagen gehabt. Aber – nochmals Glück gehabt – Kopf hoch. Unterwegs galt es gegenseitig etwas die Angst vor dem bevorstehenden Event zu nehmen - das haben wir alle mit Bravur geschafft. Nach einem kurzen Fussmarsch in Schänis sahen wir die furchteinflössende Paintball-Arena vor uns - im Hintergrund die herrlichen Glarner Alpen – was für Gegensätze…
Kaum angekommen – den gröbsten Durst gestillt - hies es:  „Umziehen“….Oke.
Schwarze Kampfkombis in Grösse S – XL  - XXL und XXXL. Ich entschied mich für ein windschlüpfriges XL – was sicherlich etwas weniger Angriffsfläche bot als ei XXXL – gute Wahl. Halsschutz, Handschuhe, Maske und los geht es mit der Waffeninstruktion. Tja – auch da gibt es gewisse Regeln – zum Glück. Denn diese Farbpatronen werden mittels Luftdruck mit einer Geschwindigkeit von ca. 260 Km/h aus dem Gewehr geschossen. Alora – Kopf = tabu, Schussdistanz min. 5 Meter, sonst wird es richtig schmerzhaft.

Judith postierte sich auf der Jury-Terasse - und wir – also die restlichen 7 – teilten uns in zwei Gruppen. Fast wie auf dem Rasen erhielt die eine Gruppe rote Überzieher. Ansonsten hat das ganze nichts mit Fussball zu tun. Achtung – fertig los – ab in‘s Kampfgebiet. Wer getroffen wird, scheidet aus – also relativ einfache Spielregeln.
Langsam machte ich mich mit der Szenerie vertraut. Immer mit dem Gefühl, bereits irgend im Visier eines Gegners zu sein. Eigentlich eine ziemlich ungemütliche Vorstellung. Die Maske schränkt zudem den Lufthaushalt etwas ein – und die empfohlenen Kleider unter dem Kombi geben ziemlich warm. Ferienstimmung sieht also etwas anders aus. Aber ich war ja nicht in den Ferien, sondern in der Kampfarena. Immer um gute Deckung bedacht lauerte ich auf jede sichtbare Bewegung auf der gegnerischen Seite. Und – ich war bereit – mein Finger immer am Abzug. Ein cooles Gefühl, wenn man unbemerkt einen Gegner trifft, ohne selber getroffen zu werden. Immer mal wieder hob ein Gegner die Hände in die Luft (STOP – GETROFFEN – GEHE RAUS), und plötzlich waren „wir“ in der ersten Runde ohne Gegner und triumphierten siegesbewusst.

Mein Farbpatronenmagazin sah schon bedenklich leer aus – also füllte ich vor der zweiten Runde gleich mal nach. Die zweite Runde ging nicht an unser Team. Und vor der dritten Runde musste ich noch Pressluft nachtanken und neue Patronen beziehen. Ich war ziemlich im Flow und verballerte so einiges an Munition. Aber nicht nur ich. Alle waren mit viel Leidenschaft und List bei der Sache.

Die Stunde – inkl. einer eingelegten Pause - ging recht schnell um. Und als es fertig war sortierten wir unsere Ausrüstung in bereitgestellte Kisten. Wir waren alle ziemlich verschwitzt – da war eine kurze Dusche sehr willkommen. Es war eine coole Erfahrung!! Bei einem anschliessenden Mittagslunch konnten wir Kraft tanken – und die einen oder anderen blauen Flecken bemitleiden. Ich hatte ziemlich Glück – böse Zungen könnten sagen, ich sei zu wenig offensiv im Angriff gewesen - no comment - lOl. Übrigens sah man uns nun nicht mehr an, dass wir vorher Farbverschmiert waren – also – ausser an den Jeans von Lüdi ??? 

Zurück am Bahnhof Schänis warteten wir auf den Zug – und kamen ganz sanft mit der Dorfbevölkerung in Kontakt – also eher aus der Distanz. Es war sehr lustig…. Mittlerweile zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite – ein herrlicher Sommertag. Per Zug ging es nach Rapperswil, wo wir nach einem kurzen Durstlöscher das Kursschiff Limmat Richtung Zürich in Beschlag nahmen. Danke für das 1. Klasse Upgrade – das war eine super Idee. 
So tuckerten wir gemütlich Richtung Zürich – und die Zeit ging mit alten Räubergeschichten und dem Bestaunen der schönen Landschaft rasch vorbei. Kaum in Zürich posierten wir auf der Quai-Brücke noch zu einem Gruppenbild – mussten nochmals kurz unseren Durst löschen, und fuhren dann per Zug zurück nach Effretikon. Dort verbrachten wir bei einem gemeinsamen Nachtessen noch einige gemütliche Stunden – die einige mehr als andere. 

Einmal mehr war es ein sehr schöner Tag, den ich mit lieben und sehr fleissigen Fussballfreunden verbringen konnte. Vielen Dank an Gaby und Ofi fürs Organisieren – TOP!