Präsi's Corner Juli 2018

Geschrieben von André Sahli am .

Heute möchte ich mit Euch meine Gedanken zum Thema Verantwortung teilen. Ich beleuchte dieses Thema aus meiner eigenen Präsidenten Sicht, es ist aber wohl für jeden Funktionär und teilweise auch auf unsere Trainer gleichermassen gültig.

Wir hören und lesen – sofern wir uns dafür interessieren – seit Jahren viel zum Thema ‚Freiwilligenarbeit‘ und der ganzen Problematik solche Freiwillige in genügender Anzahl zu finden. Auch wenn ich persönlich nach wie vor daran glaube, dass dieses Modell auch in Zukunft funktionieren kann, haben wir deutliche Signale, dass es immer schwieriger wird geeignete Leute in genügender Anzahl zu finden. Personen, welche Vereine wie den unseren nicht nur am Leben erhalten, sondern auch in einer Art und Weise führen, damit die Zukunft gesichert und positive Zeichen gesetzt werden können. Dieser Bericht soll einerseits aufrütteln und gleichzeitig kritisch aufzeigen wohin wir steuern könnten, wenn sich die Gesellschaft weiter in die aktuell eingeschlagene Richtung bewegt.  

Zu Beginn gleich mal einen Paukenschlag. Die Verantwortung, welche auf den Schultern eines Präsidenten lastet ist immens – manchmal sogar schlicht und einfach zu viel. Auch wenn man wie im Fall des FC Effretikon einen grossen Vorstand und viele Helferinnen und Helfer hat, am Ende des Tages, wenn irgendwo etwas schief geht oder etwas fehlt bleibt es am Präsidenten hängen.

Das zermürbt, ermüdet und lässt einen zeitweise verzweifeln. Natürlich gibt es immer wieder Phasen, in welcher der ganze Druck, der auf  einem lastet durch positive Ereignisse ‚vergütet‘ werden. Aber das Verhältnis von Aufwand (= Druck) und Ertrag (= positive Erlebnisse) verschiebt sich nach und nach immer mehr ins Negative. Man kann nun sagen, das war schon immer so und Schwankungen gehören zum Alltag von uns allen. Wenn man aber so lange dabei ist wie ich, lernt man die Unterschiede zu erkennen. Ich möchte nicht sagen ‚früher war es besser‘. Das war es nie. Aber es war anders und das ist auch gut so. Aber es gibt Themen, in welchen man egal wie viel Aufwand man betreibt einfach nicht weiterkommt. Auch das Verantwortungsbewusstsein der nachstossenden Generationen hat aus meiner Sicht nachgelassen. Während man sich lange auf gewisse Dinge verlassen konnte, machen uns heute oft elementarste Dinge das Leben schwer. Zum Beispiel das Lesen einer Mitteilung oder von Instruktionen. Konnte man früher davon ausgehen, dass 80% alles gelesen haben scheint es heute eher so, dass 80% es nicht lesen. Dies sorgt für einen erheblichen Mehraufwand und als Verantwortlicher muss man immer öfter Wege finden, die Informationen doch noch irgendwie an die richtigen Personen zu bringen. Man ist ständig gezwungen für andere Mitzudenken.

Wir werden heute unaufhörlich mit Informationen berieselt. Auf allen vorhandenen elektronischen und analogen Kanälen läuft ständig etwas. Da erhalten Informationen oder Aufforderungen oder Fragen des Vereines nur noch eine stark untergeordnete Position in der persönlichen Prioritätenliste. Mehrfaches und aufdringliches Nachhaken wird zum Standard und ist nicht mehr die Ausnahme. Natürlich funktionieren nicht alle Menschen wie oben beschrieben und machen uns das Leben schwer. Aber der Anteil wird immer grösser. In Kombination mit dem in meinen früheren ‚Präsi Corner‘ Berichten auch schon erläuterten WhatsApp Syndrom (Zu- und vor allem Absagen in letzter Minute) und der Tatsache sich bis zum Schluss alle Optionen offen zu lassen ist das für das Vereinsleben und die Freiwilligen und Funktionäre verheerend. 

Aufruf zu mehr Verbindlichkeit, Engagement und Unterstützung
Ich möchte an dieser Stelle alle Mitglieder zu folgenden Dingen aufrufen:  

  • Engagiert Euch für unsere Sache - denn sie ist auch Eure Sache
  • Überlegt Euch was ihr zum Gelingen beitragen könnt – manchmal kann man mit etwas Kleinem etwas Grosses bewirken
  • Unterstützt die Trainer/innen in Ihrer Arbeit
  • Meldet Euch rechtzeitig an und ab – trefft Entscheidungen und steht dazu
  • Steht zu Eurem Wort und seid ein verlässlicher Partner
  • Bürdet den Verantwortlichen nicht noch mehr auf deren schon überlasteten Schultern 

Manchmal reicht schon ein kleines ‚wie kann ich Dir helfen?‘, um den Tag unserer vielen Freiwilligen besser zu machen.
Wenn wir alle versuchen unseren kleinen (oder auch grossen) Teil beizutragen, werden wir weiterhin viel Freude an unserem FC Effretikon haben.

 Euer Präsi - André Sahli