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3. Liga, Gruppe 4: Niederweningen – Effretikon 2:0 (1:0)

Geschrieben von Heinz Minder am .

Effretikons zweites Gesicht – Kollektive Schelte nach schwachem Auftritt
Im ersten Auswärtsspiel setzte es für Effretikon in Niederweningen mit 0:2 (0:1) eine schmerzliche Niederlage ab. Die Zürcher Oberländer vermochten ihren Startrundensieg (2:1 über Glattfelden) nicht zu bestätigen und blieben den kompletten Match hinüber all ihre spielerischen Fähigkeiten schuldig. Beide Tore für den Heimklub, der deutlich mehr Siegeswillen als Effretikon zeigte, markierte Roy Mahiphan (12./56. Minute). Im nächsten (Heim)-Spiel vom kommenden Samstag empfängt Effretikon um 18 Uhr im heimischen Eselriet den FC Bülach. Dass die Zürcher Unterländer als Zweitliga-Absteiger mit zwei Niederlagen in die Meisterschaft gestartet sind, macht die nächste Aufgabe für die momentan am Boden zerstörten Effretiker auch nicht einfacher.

Er sei «gross frustriert und schwer enttäuscht», so Effretikons Assistenz-Trainer Urs Rhyner. Und Trainer Flakon Halimi polterte nach Spielschluss mächtig. Während die Platzherren ihren Heimsieg und damit die Rehabilitation für die vor einer Woche erlittene 1:2 Auswärtsniederlage in Embrach ergiebig, nachhaltig und lautstark feierten, setzte es für die Gäste und ihre desolate Vorstellung eine kollektive Schelte ab. Trainer Halimi konnte sich verbal nicht zurückhalten. Auch er war am Ende «schwer enttäuscht» und gestand, dass «ich nie gedacht habe, dass wir hier gegen Niederwenigen so schwach spielen und verlieren werden». Urs Rhyner schüttelte ebenfalls immer wieder den Kopf. «Wir haben in dieser Woche aus ausgezeichnet gearbeitet und hart trainiert». Diese Vorsätze vermochte man dann sonntags auf der Huebwies nicht um zu setzten.

Verspätetes Erscheinen
Die Matchvorbereitung der Oberländer war schlecht und mangelhaft. Viele der Effretiker waren mental nicht auf der Höhe, als die Begegnung angepfiffen wurde, vielleicht aus deshalb, weil sich einige auf dem langen Weg nach Niederwenigen verspäteten. Den Gästen gelang einiges nicht in Niederweningen und noch mehr missglückte im Spiel. Kaum einer der Spieler erreichte seine Normalform. Effretikon verlor viele Bälle in der Vorwärtsbewegung, meist zwanzig Meter hinter der Mittellinie in der gegnerischen Platzhälfte. «Unsere Vorbereitung war schon katastrophal», bestätigte Flakon Halimi und drohte, es werde keine Wiederholung mehr geben. Effretikons Trainer missfiel, dass «keiner auf dem Platz Bereitschaft zu Verantwortung übernahm».

Orlin Ulrich ausgeschieden
Vor dem Match gab es noch die Meldung, dass Orlin Ulrich das Team verlassen hat. Adrian Aregger ging mit leichten Leistenproblemen ins Spiel, nachdem der Abschlusstest beim Aufwärmen und Einspielen positiv verlief. Aregger überliess aber nach der Pause seinen Platz Suriya Veomani. In der Startphase mussten Dylan Ngari und dann letztlich noch Florian Bannwart in der ersten heissen Situation der Platzherren mit vereinten Kräften klären, als Niederweningen erstmals über die rechte Seite mit Roy Mahiphan gefährlich vor Kläy auftauchte (9.). Nach zwölf Minuten ein Freistoss für die Effretiker. Adrian Fahrni schoss an der Zwei-Mann-Mauer vorbei direkt auf Torhüter Riso. Dann Abschlag und schneller Konter. Vor dem eigenen Tor rutschten zahlreiche Effretiker auf dem noch etwas feuchten Rasen aus. Roy Mahiphan hiess der Nutzniesser und bezwang Mathijs Kläy nicht zwingend zum 1:0 (12.).

Schuss in die Magengrube
Niederweningen hatte mit dem 1:0 einerseits zu einem ersten wichtigen Befreiungsschlag ausgeholt, zweitens aber den Gast schwer in dessen Magengrube getroffen. Effretikon bekundete grosse Mühe, sich von diesem Schock zu erholen. Viele der Spieler von Halimi/Rhyner hatten sich wohl nach der starken Leistung vor Wochenfrist im Heimspiel gegen Glattfelden zu sicher gefühlt. Doch Trainer Flakon Halimi hatte schon nach jenem Sieg prophezeit, dass «es eine knüppelharte Meisterschaft geben wird in welcher jeder Match ein eigentliches Endspiel sein wird». Effretikon agierte schwerfällig auf den Rückstand und, nun scheinbar irritiert und innerlich verunsichert, versuchte in der Folge mit komplizierten Spielzügen zum Erolg zu kommen. Statt einfaches- Direktspiel oftmals Klein-Klein-Aktionen mit welchem man Zweikämpfe mit dem Gegner provozierte und diese aber meist verlor. Dass es in diesem Match zu keiner Verwarnung kam, ist zwar löblich und spricht für die Fairness, verdeutlicht aber auch, wie harmlos Effretikon sich in dieser Partie verhielt und einen mal zu verloren scheinenden Ball vorzeitig dem Gegner überliess. Und Effretikon leistete sich in seiner Vorwärtsbewegung wieder einmal viele Fehler und Ballverluste. Apropos Ballbesitz. Dass Effretikon vor einer Woche gegen Glattfelden deutlich mehr Ballbesitz als der erste Gegner im Eselriet hatte, erachtete Halimi nicht als den Grund des ersten Sieges. Nach dem Spiel in Niederweningen: «Ich habe meiner Mannschaft heute vor dem Match gesagt, dass nicht jene Mannschaft das Spiel gewinnt, welche mehr Ballbesitz ausweisen kann, sondern, wer heute mehr Siegeswillen an den Tag legt».

Einiges probiert – wenig bis nichts funktionierte
Effretikon versuchte anfänglich vielfach sein Spiel aus dem Mittelfeld heraus auf die rechte Seite zu Fabian Danko zu verlagern, welcher seinerseits dann die Spitze Uchenna Anioke suchte. Diesen Spielzug zeigten die Gäste mehrfach, bis zum Zeitpunkt, als dann Danko (jetzt nach links) und Romario Giger ihre Positionen wechselten. Den möglichen 1:1 Ausgleich verpasste Anioke in der 27. Minute, als dieser eine Vorlage von Fahrni knapp und noch abgefälscht am rechten Pfosten vorbei setzte. Ja. Hätte, wenn und Aber. Der Ball kullerte zum Eckball. Diesbezüglich hatte Effretikon am Ende 8:4 (3:1) Corners zu verzeichnen, doch allesamt wurden schwach und ohne jegliche Gefahr und Abschlussmöglichkeit auf das Tor getreten. Effretikons wenige Standards wurden ebenfalls schwach ausgeführt und konnten vom Heimklub vorzeitig geklärt und entschärft werden, doch bevor Keeper Fabio Riso ernsthaft eingreifen musste.

Keine neuen Impulse mit Auswechslungen
Effretikon reagierte nicht wirklich auf den frühen Rückstand. Niederweningen schien nun doppelt motiviert und entfachte nochmals eine zusätzliche Portion Siegeswillen. Damit bekundeten die Gäste grösste Mühe. Auch zahlreiche Abschlussversuche des Gegners konnte Niederweningen vorzeitig in Keime ersticken. Effretikon konnte sich nie entfalten und vermochte auch im späteren Verlauf mit Einwechslungen neue Impulse auf das Feld zu bringen. So kamen nach der Pause Jason Amoako für Dylan Ngari und Suriya Veomani anstelle von Adrian Aregger und nach einer Stunde Spielzeit Yanik Meier für Jahjo Zulfikari.

Vorzeitig innerlich resigniert?
Effretikon zeigte wieder einmal sein zweites Gesicht. Trotz vielen Aktionen mit der Brechstange gab es für Effretikon keine Besserung und je mehr Zeit verlief, je mehr vorzeitige Resignation machte sich bereit, spätestens, als auf Vorarbeit des nach der Pause eingewechselten Kloters durch Roy Mahiphan das 2:0 erfolgte (56.). Dann scheiterte Effretikon mit einem von Shahinaj auf den Kopf von Fahrni gezirkelten Freistoss (60.).

Harte Manöverkritik
Obwohl Effretikon dann noch eine halbe Stunde Zeit hatte, auf den Zweitore-Rückstand reagieren zu können, kam von den Gästen keine Leistungssteigerung. Die Partie endete mit einer brutalen Bruchlandung auf dem harten Boden der Realität. «Niederweningen hat heute verdient gewonnen», so Flakon Halimi, der unmittelbar nach Abpfiff seine Truppe zusammenzog und mit seiner ersten Manöverkritik nicht geizte. Dass den Platzherren in der Nachspielzeit dann vielleicht noch ein Penalty unterschlagen wurde, hatte auf den Endstand und die Punkteverteilung auch keinen Einfluss mehr. Dass bei seiner Mannschaft an diesem Sonntagmorgen vieles nicht klappte und Effretikon im Abschluss völlig harmlos war, bestätigte auch Halimi mit seiner Äusserung. «Wir hätten heute noch lange spielen können – ein Tor hätten wir kaum erzielt». Halimi weiter: «Wenn das heute kein Weckruf für meine Mannschaft war, haben einige meiner Spieler etwas noch nicht verstanden». Das Fazit des FCE-Trainers war für einmal ernüchternd. «So habe ich meine Mannschaft noch nie gesehen. Ich bin sehr enttäuscht von der Einstellung der Spieler und der Leistung auf dem Platz, Viele sind heute zu legere aufgetreten, schon fast wie in einem Freundschaftsspiel. Zwei krasse Fehler in unserer Abwehr haben uns das Genick gebrochen».

Heinz Minder, Niederweningen

Matchtelegramm
Niederweningen – Effretikon 2:0 (1:0).- Sportplatz Huebwis (Niederweningen).- 55 Zuschauer.- SR: Adem Toski.- Tore: 12. Mahiphan 1:0. 56. Mahiphan 2:0.- Niederweningen: Riso; Jeggli, Sander, Plüer, Ernst; Willimann, Straub, Müller, Spielmann; Mahiphan; Feer.- Ergänzungsspieler: Eschler, Haldemann, Kloter, Russo, Rüedi, Mahiphund, Perez.- Effretikon: Kläy; Aregger, Schanz, Shahinaj, Bannwart; Zulfikari; Giger, Ngari, Fahrni, Danko; Anioke.-Ergänzungsspieler: Rutz; Schärz, Amoako, Yanik Meier, Veomani, Bärtschi.- Bemerkungen: Niederweningen ohne Muji, Epprecht, Linares und Weisstanner (alle verletzt), Haldemann und Schmid (beide Ferien), Müller (kein Aufgebot).-Effretikon ohne Panzer (im Aufbau), Santoro (kein Aufgebot), Schneller (verletzt), Bader und Orlin (beide aus dem Kader ausgeschieden); Zgraggen (A-Junioren), Serbinis (2. Mannschaft).- Keine Verwarnungen. Eckballverhältnis: 4:8 (1:3).- Nächstes Spiel des FC Effretikon: Effretikon – Bülach, Samstag, 2. September 2017, Sportplatz Eselriet (Effretikon/Spielbeginn 18:00 Uhr).-