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3. Liga, Gruppe 4: Effretikon – Bülach 2:4 (1:2)

Geschrieben von Heinz Minder am .

Leistungssteigerung: Ja – Punkte – Nein
Effretikon zeigte gegenüber Wochenfrist (0:2 Niederlage) eine klare Reaktion mit deutlicher Leistungssteigerung. Trotzdem reichte die im zweiten Heimspiel dieser noch jungen Saison gegen Schlusslicht Bülach nicht. Obwohl die Zürcher Unterländer vier Spieler mit Jahrgang 2000 in ihrer Startformation hatten (Torhüter Flavio Moresi, Corsin Meier, Paris Stavropoulos und Domenico Pascarella), kam Zweitliga-Absteiger Bülach im Eselriet dank eines 4:2 (2:1) zum ersten Punktegewinn und «Dreier» in dieser Saison. Für die Gäste steuerten Nicolas Jäggli (27./68.) und Giancarlo Pizzolotto (38./48.) je ein Doppelpack bei. Für Effretikon traf Romario Giger zum 1:2 Pausenstand und Uchenna Anioke (78.)

Samstags trafen im Eselriet die beiden Drittligisten Effretikon und Bülach aufeinander. Bülachs sportliche Vergangenheit ist bewegt und erfolgreich. Die Unterländer konnte heuer ihr 100jähriges Bestehen ausgiebig feiern. Unter Dietmar Morchner dominierte Bülach jahrelang die 2. Liga-Meisterschaft. Ende 1993/94 stiegen die Zürcher Unterländer in die Erstliga auf. Nach vier Jahren stieg man wieder ab. 1999/2000: Aufstieg in die neu geschaffene 2. Liga-Interregio. Nach drei Jahren Zugehörigkeit Abstieg in die regionale 2. Liga und Ende 2002/03 Rückkehr in die Amateurliga. Diesmal konnte sich Bülach sieben Jahre in dieser Spielklasse halten. Dann geschah das, was vielen Vereinen auch passierte. Abstieg in die 2. Liga und ein Jahr später gleich der nächste Abstieg in die 3. Liga (wie Effretikon). 2014/15: Nach vier Jahren Drittliga kehrte Bülach in die 2. Liga zurück, verfiel aber Ende letzter Saison abermals der Relegation.

Ehrenpräsident enttäuscht über Entwicklung
Edi Koller, der 1993 bis 2008 Präsident des FC Bülach war und jetzt als Bülachs Ehrenpräsident noch immer die Spiele der ersten Mannschaft mit verfolgt (trainiert heute auch die Junioren B/2. Stärkeklasse) weilte auch der Partie Effretikon – Bülach bei und war nicht besonders begeistert über das heutige Niveau der Drittliga. «Wir haben unsere Philosophie geändert und spielen nur noch mit den eigenen Spielern». Koller ist enttäuscht über die Entwicklung im regionalen Fussball. «Gerade auf diese Saison hin haben auswärtige Vereine (Oberwinterthur und Glattfelden) uns wieder Spieler mit Prämien und Spesen weggelockt». Enttäuscht ist Koller nicht nur von solchen Klubs, die selbst im Drittliga-Fussball «mit Geld um sich werden», vielmehr auch von den Spielern selbst, die solche «Spielchen mit sich machen».

Effretikon und Bülach vor Jahren gemeinsam in der Amateurliga
2003/04 kämpften Effretikon und Bülach in der gleichen Gruppe der interregionalen Zweitliga – die Effretiker stiegen bekanntlich nach fünf Meisterschaften in der Amateurliga wieder in die regionale Zweitliga ab. Nun kreuzten sich die Wege der beiden Vereine wieder: Wie erwähnt 100 Jahr Jubilar Bülach auf Effretikon, das im letzten Jahr seinen 50. Geburtstag feiern konnte.

Bülach verlor seine beiden ersten Punktespiele – traf hingegen mit Wallisellen (2:3 und Embrach (1:2) auf zwei erklärte Favoriten der Gruppe 4 um den Gruppensieg und Aufstieg.

Glücklicheres Team gewann
«Nicht das bessere, sondern das glücklichere Team hat heute gewonnen», so Flakon Halimi. Effretikons Trainer beorderte vor dem Match noch eine längere Teamsitzung mit taktischer Schulung per Video, sah später aber den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. «Zwei katastrophale Abwehrfehler haben meiner Mannschaft heute das Genick gebrochen».

Effretikon auf drei Positionen verändert…
Gegenüber der Partie vor Wochenfrist in Niederweningen gab es bei den Platzherren drei Umstellungen in der Startformation. Anstelle von Mathijs Kläy, der mit der zweiten Mannschaft in Weisslingen in der 4. Liga (Gruppe 10) spielte und dort ein 1:1 Remis erreichte, stand Suriya Veomani anstelle von Adrian Aregger (Ferien) als linker Aussenverteidiger, sowie Jason Amoako (rechtes Aussen-Mittelfeld) im Einsatz. Fabian Danko nahm seinen Posten auf der linken Mittelfeldachse ein und Dylan Nagari kam diesmal erst im Verlaufe des Spieles zu einem Teileinsatz.

…und deutlich mehr Spielfreude als vor Wochenfrist
Effretikon begann willig und mit wesentlich mehr Spielfreude als vor Wochenfrist in Niederweningen und suchte auch aus allen Lagen und Positionen den erfolgreichen Torschuss. Nach zwanzig Minuten musste Rutz den ersten Versuch der Gäste durch Giancarlo Pizzolotto (Vorlage Tran) klären und im Nachfassen klärte Effretikons Keeper dann den ersten Eckball Bülachs (23.). Im Anschluss an einen Freistoss stand Marvin Rutz wieder im Brennpunkt des Geschehens. Diesmal faustete Rutz das Leder weg. In dieser kurzen Druckperiode der Gäste fiel dann das 0:1. Allerdings nicht deshalb, weil Bülach vehementer Natur den Führungstreffer suchte, nein, vielmehr deshalb, weil Effretikon dem Gast den ersten Treffer praktisch auf dem goldenen Tablett offerierte. Es war das grobe Missverständnis zwischen Dario Schanz, welcher einen Rückpass auf Rutz vollzog. Nicolas Jäggli schien auf einen solcher Schnitzer in der Effretiker Hintermannschaft spekuliert zu haben, erlief den Ball und konnte das generöse Geschenk der Heimelf (dankend?) einschieben (27.).

Dem Gast das 1:0 auf goldenem Tablett offeriert
Effretikon zeigte sich trotz des Missgeschicks kämpferisch, verfiel aber dem grossen Fehler, den Weg zum Tor vielfach durch die massierte Mitte des Gegners zu suchen. Das 0:2 kombinierte Bülach mit einem schnellen Angriff und Ballverlagerung nach links, von wo aus Giancarlo Pizzolotto den Ball ins Netz beförderte (38.). Bereits in der Nachspielzeit schloss Romario Giger seinen Lauf durch Bülachs-Hintermannschaft mit seiner starken Einzelleistung und im psychologisch wichtigen Moment zum 1:2 Anschlusstreffer ab. Damit reagierte Effretikon noch in den letzten Sekunden vor dem Seitenwechsel auf den Zweitore-Rückstand und konnte so mit intakten Chancen zur zweiten Halbzeit antreten. Bülach reagierte aber gleich nach Wiederbeginn. Erneut, steil lanciert, traf Pizzolotto (48.). Damit sahen sich die Zürcher Oberländer gleich nach wieder mit der Tatsache konfrontiert, abermals einem Zweitore-Rückstand nachrennen zu müssen. Knapp vor einer Stunde Spielzeit dann der ersten Wechsel bei Effretikon, wo Florian Bannwart aus dem Spiel ging und Dylan Ngari kam (56.). Im Anschluss an den zweiten Eckball Bülachs setzte Corsin Meier das Leder bei Rutz um Haaresbreite nur am Pfosten vorbei (60.) und auf der Gegenseite nach dem Konter, war es Fabian Danko, welcher den Ball von links ins Aussennetz spedierte. Effretikon fand auch in der zweiten Hälfte den direkten Weg vor das gegnerische Tor nicht. Einen Freistoss, bei welchem Fahrni und Giger sich gegenseitig absprachen, setzte schliesslich Fahrni abermals in der Mitte in Bülachs gut formierte Abwehr (65.). Ab der 67. Minute brachten Halimi/Rhyner nun auch noch Omer Zulfikari zu einem Teileinsatz. Just darauf gelang dem Gast im Zusammenspiel des neu eingewechselten Riccardo Pizzolotto und Jäggli mit seinem zweiten Tor den 1:4 Zwischenstand (68.). Das nie aufgebende Effretikon kämpfte bis zum Schluss, schaffte aber durch Uchenna Anioke nur noch die 2:4 Resultatkosmetik (78.).

Keinen Vorwurf an die Spieler
Trotz der zweiten Saisonniederlage zeigte sich Flakon Halimi zufrieden, was den Einsatzwillen seiner Spieler betraf, hingegen nicht, mit welchem Resultat die Partie verloren ging. «Meine Mannschaft hat mehr als Bülach gezeigt. Heute hat meine Truppe auch mehr Herzblut gezeigt, am Ende aber verloren». Er könne diesmal seinen Spielern «absolut keinen Vorwurf machen». Effretikon müsse jetzt trotz der 2:4 Niederlage «positiv nach vorne blicken. Wir stecken momentan in einem Lernprozess. Wir gehen den Weg gemeinsam, zusammen, ob wir gewinnen, oder wie heute verlieren». Wichtig für ihn sei, dass «wir aus diesem Spiel die richtigen Lehren ziehen und damit unseren Schulranzen füllen». Halimi zeigte sich «etwas enttäuscht vom heutigen Gegner Bülach. Vom Absteiger hätte ich eigentlich mehr erwartet». Trotz der 2:4 Niederlage «sind wir auf dem richtigen Weg. Die Stimmung in der Mannschaft stimmt und das ist wichtig». Gleich nach dem Abpfiff begann für das geschlagene Team die Vorbereitung auf das nächste Punktespiel.

Dienstags auswärts in Seuzach
Bereits dienstags treffen die Effretiker im vorgezogenen Meisterschaftsspiel der vierten Runde (wegen der Illauer-Dorfchilbi) auswärts auf die Reservisten des FC Seuzach (Spielbeginn Sportplatz Rolli, 20 Uhr). «Der Fokus steht. Jetzt muss halt Seuzach dran glauben», zeigte sich Flakon Halimi vor dem Gang in die Garderobe bereits wieder kämpferisch und zuversichtlich.

Heinz Minder, Illnau

Matchtelegramm
Effretikon – Bülach 2:4 (1:2).- Eselriet (Effretikon).- SR: Mentor Hamiti.- 65 Zuschauer.- Tore: 27. Jäggli 0:1. 28. Giancarlo Pizzolotto 0:2. 45. Giger 1:2. 48. Giancarlo Pizzolotto 1:3. 68. Jäggli 1:4. 78. Anioke 2:4.- Effretikon: Rutz; Veomani, Shahinaj, Schanz, Bannwart, Jahjo Zulfikari; Danko, Giger, Fahrni, Amoako; Anioke.- Ergänzungsspieler: Ngari, Serbinis, Quentin Müller, Omer Zulfikari.- Bülach: Moresi; Meier, Porgali, Vanz, Knöpfli; Videcnik, Tran, Stavropoulos, Pascarella; Giancarlo Pizzolotto; Jäggli; Ergänzungsspieler: Fischer, Appassito, Neves, Brändli, Riccardo Pizzolotto, Heidelberger.- Bemerkungen: Effretikon ohne Panzer (im Aufbau), Santoro (kein Aufgebot), Schneller (verletzt), Bader und Orlin (beide aus dem Kader ausgeschieden); Zgraggen (A-Junioren), Kläy (2. Mannschaft), Schärz, Yanik Meier, Aregger und Bärtschi (alle Ferien).- Bülach ohne: Verderosa, Petovello, Selvarajah, Gallo und Angstmann (alle verletzt), Cicenoglu und Koch (Aufgebot anderes Team), Schiavi (Ferien), Kälin (kein Aufgebot).- Verwarnungen: 52. Shahinaj (Foul), 60. Fischer (Reklamieren), 75. Jahjo Zulfikari (Foul), 77. Giancarlo Pizzolotto (Reklamieren), 89. Pascarella (Foul).- Eckballverhältnis: 5:4 (3:1).- Nächstes Spiel des FC Effretikon: Dienstag, 5. September: Seuzach 2 – Effretikon, Sportplatz Rolli (Seuzach), Spielbeginn 20 Uhr.-