FCE Chlausturnier 2018

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3. Liga, Gruppe 4: Effretikon – Niederweningen 3:0 (2:0)

Geschrieben von Heinz Minder am .

Blut geleckt – hungrig nach mehr
Das erste Heimspiel des Jahres 2018 gegen Niederweningen nahm Effretikon mit einer Schweigeminute in Angriff. Am 9. März verstarb der langjährige Effretiker Captain Andre Schöni in Ausübung seines Berufes als Sportlehrer. «Ich habe meinen Spielern gesagt, wie wichtig es für jeden Spieler in einem solchen Moment ist, an ihre Familien und Liebsten zu denken, denn von heute auf morgen kann man plötzlich weg sein», so Flakon Halimi. Effretikons Trainer fand, dass «wir das Spiel am Ende verdient gewannen». Über die Höhe könne man «sicher diskutieren». Im Duell Tabellendritter (Effretikon) gegen Tabellenzweiten (Niederwenigen) feierten die Zürcher Oberländer einen 3:0 (2:0) Heimsieg. Torschützen: Romario per umstrittenen Foulpenalty (31.) dazu Uchenna Anioke Sekunden vor der Halbzeit, sowie Christian Bärtschi in der 76. Minute.

Chapeau! In der Vorrunde unterlag Effretikon in Niederweningen 0:2. Die Art und Weise, wie die Effretiker damals geschlagen wurden, ärgerte das FCE-Trainerduo Flakon Halimi und Urs Rhyner mächtig. Die Enttäuschung an jenem Sonntagmorgen des 27. August vergangenen Jahres verfolgte die Effretiker die gesamte Vorrunde hindurch und wurde zum absoluten Mahnmal dessen, was passieren kann, wenn eine Mannschaft oder einzelne Spieler ungenügend bis schlecht zu einem Ernstkampf antreten wollen. «Wir alle haben die Lehren aus jenem Vorrundenspiel gezogen», so Flakon Halimi.

Deutliche Rehabilitation
Chapeau! Die Effretiker waren gegenüber jenem unsäglichen Auftritt in Niederweningen absolut nicht mehr zu erkennen. Effretikon zeigte im ersten Heimspiel in diesem Frühling im Eselriet eine starke Reaktion auf die 0:2 Vorrunden-Schlappe und rehabilitierte sich nachhaltig. Halimi brachte es am Schluss auf den Punkt. «Über die Höhe kann man diskutieren» und Effretikons Trainer fast im gleichen Atemzug: «Wir sind heute mit Riesenrespekt gegen den Tabellenzweiten angetreten. Effretikons Führungstreffer nach einer halben Stunde war klar ein Geschenk und sowohl wie es Halimi, wie auch der betroffene Effretiker Spieler Fabian Danko meinte, «absolut kein Penalty gewesen».

Gegenüber Vorrundendebakel nicht wieder zu erkennen
Nun. Am Ende zählte das Resultat von 3:0 (2:0) und die Tatsache, die nicht von der Hand zu weisen war. Effretikon sicherte sich mit wesentlich mehr Engagement, mehr gewonnenen Zweikämpfen und deutlich mehr Ballbesitz als die Gäste am Schluss verdientermassen den Sieg. Auch was das Chancenverhältnis betraf, hatten die Platzherren auch ein deutliches Übergewicht zu verzeichnen. Es gab wohl über 90 Minuten kaum ein beunruhigender Moment für die Heimelf zu bestehen, abgesehen vielleicht von der 82. Minute, als Niederweningens Cédric Schmid nur den linken Pfosten traf. Hier aber auch ausgleichende Gerechtigkeit, denn für Effretikon sah Christoph Panzer seinen ersten Abschlussversuch nach nur zwei Minuten Spielzeit vom rechten Torpfosten abprallen.

Panzer-Granate an Pfosten nach zwei Minuten
Zu Panzers-Szene gilt zu bemerkten, dass Effretikon schon im ersten Spielzug «das umsetzen wollte, was wir im Training auch intensiv übten – nämlich das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive», wie Flakon Halimi betonte. So fingen die Einheimischen den über die rechte Seite vorgetragenen ersten Angriff Niederweningens nach erfolgtem Querpass in den FCE-Strafraum gekonnt ab und lancierten den schnellen Konter. Dabei wurde Christoph Panzer steil durch die Mitte lanciert. Niederweningens Keeper Luca Manuel Rüedi stürmte der FCE-Sturmspitze Panzer entgegen und letzterer setzte den Ball nach nur zwei Minuten an den rechten Pfosten. «Normalerweise muss ich eine solche Chance vollstrecken», übte sich Christoph Panzer nach dem gewonnenen Match in Selbstkritik.

Über Kampf in Spiel zum Sieg
«Wir wussten, dass wir nur über den Kampf zum Sieg kommen würden», so Halimi weiter. Den Vorwurf des Gegners, seine Mannschaft habe nur mit langen Bällen operiert, liess Halimi so nicht gelten. «Das war Absicht von uns, denn wir wussten schliesslich, wohin wir diese langen Bälle schlagen müssen und wollten». Seine Mannschaft diktierte das Geschehen und hatte nach Romarios souverän verwandeltem Foulpenalty die Vorteile auf seiner Seite. «Der Platz war uneben», wie Panzer nach dem Spiel meinte. Es sei schwierig gewesen, das Leder richtig zu kontrollieren. Vergeblich wartete man nach dem 0:1 Rückstand auf eine markante Reaktion des Tabellenzweiten. Effretikon behielt die Ruhe, agierte fehlerfrei aus der Abwehr. «Wir hatten auch das Ziel, heute aus unserer soliden Defensive heraus zu Null zu spielen», so Flakon Halimi.

Zur Halbzeit halbe Miete
Effretikons Trainergespann konnte bereits zur Halbzeit höchst zufrieden sein, auch wenn mit dem 2:0 erst die halbe Miete eingefahren und gesichert war. Dass Uchenna Anioke allerdings einige Sekunden bereits in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch den sehr wichtigen und zweiten Treffer landen konnte, hatte beruhigenden Charakter für die Effretiker. Ausgangspunkt des 2:0 war ein katastrophaler Zweikampf- und Ballverlust von Stefan Sander. Niederweningens Captain, der in der Folge aus dieser Aktion im zweiten Abschnitt einige weitere grobe Schnitzer zeigte, verlor den Ball an Uchenna Anioke, welcher ab der Mittellinie nicht lange fackelte, auf und davon zog und Rüedi zum zweiten Mal bezwingen konnte (45.).

Gegner und inneren Schweinehund bezwungen
Er müsse seiner Mannschaft «ein Riesenkompliment machen», so Falkon Halimi. «Unser einziger Gegner heute war die Sonne». Vor Spielbeginn mussten die beiden Mannschaften noch die Seiten wechseln. «Wir haben auch die Sonne und unseren inneren Schweinehund bezwungen», so Halimi. «Wir haben nie aufgegeben, waren läuferisch stark und liessen vom Gegner wenig bis nichts zu». Effretikons Teamchef bestätigte, dass «wir diesen Sieg unbedingt wollten und dafür haben meine Spieler auch wirklich hart gekämpft» und besonders freute es ihn, dass «wir den Match auch mit einer Schweigeminute angehen und diesen Sieg am Schluss Andre Schöni widmen konnten».

Vergeblich auf Reaktion des Gegners gewartet
Spätestens nach dem Seitenwechsel hätte Niederwenigen eigentlich auf den Zweitore-Rückstand vehement reagieren müssen. Zwar war bei den Gästen phasenweise verstärke Aktionen in der Offensive zu bemerken, doch behielten die Zürcher Oberländer die stoische Ruhe, wirkten wesentlich gefestigter und kompakter als noch in der missglückten Vorrundenpartie. Die Effretiker gewannen vor zwei Wochen zum Rückrundenauftakt bei Schlusslicht Glattfelden 4:1 und liessen nun ein 3:0 gegen den Tabellenzweiten folgen. Halimi lachend: «Ich habe immer gesagt, dieses Effretikon wird man in der Rückrunde nicht wiedererkennen. Wir werden nach der Winterpause stärker aufspielen». Das war kein blosses Versprechen. «Wir sind als Mannschaft reifer geworden», stellte Effretikons Trainer höchst zufrieden fest. «Wir vom Staff sind unheimlich stolz auf unsere Spieler und die Entwicklung, welche die Truppe in der Winterpause durch machte und was unser Team im Training leistet». Halimi zeigte sich begeistert über «den Ehrgeiz unserer Spieler» und der FCE-Trainer bestätigte den Hauptgrund des Erfolges: «Wir sind ein Team geworden und dazu trug unser Trainingslager in Lissabon sehr viel bei». Flakon Halimi verriet, dass «wir Blut geleckt haben – und jetzt hungrig nach mehr sind».

Bärtschi – über rechts mit links
Apropos mehr: Da war noch die 76. Minute in einem Spiel, welches unter vollständiger Kontrolle der Platzherren lief. Christian Bärtschi kam im Verlaufe der zweiten Halbzeit ins Spiel und erfreute sich auf der rechten Seite über sehr viel Freiraum. Bärtschi stürmte mehrfach über diese Flügelposition vor das gegnerische Tor. In der 76. Minute überlief der schnelle FCE-Spieler dann Oliver Plüer, abermals über rechts und vollsteckte linksfüssig zum 3:0.

1:0 war Penaltygeschenk
Indiskutabel verdient, auch wenn das 1:0 ein Fehler und Geschenk des Spielleiters war. «Der Schiedsrichter stand auf der anderen Seite», wie Flakon Halimi meinte und hat jene Szene von und mit Fabian Danko wohl nicht richtig gesehen. Nun. Seis drum. Niederwenigen hatte nach dem 0:1 in der 31. Minute noch eine Stunde Zeit um die Sache ändern zu können. An diesem Samstag aber war Effretikon klar die bessere und kompaktere Mannschaft, auch wenn Niederweningen von den Körpergrössen und Athletik seiner Spieler optisch wohl gegenüber Effretikon etwas im Vorteil war.

Effretikon will jetzt mehr
Er habe nach wie vor grossen Respekt vor Niederwenigen, das auf dem zweiten Platz rangiert ist, «was nur dank der Einstellung und Fleiss seiner Spieler möglich ist». Doch dann bestätigte Flakon Halimi, dass «wir mit der gleichen Einstellung wie heute nun am nächsten Samstag nach Bülach reisen werden. Wir wollen jetzt mehr. Wir wollen den zweiten Schlussrang avisieren». Effretikon hat den Rückstand auf Niederwenigen somit auf drei Punkte halbieren können.

Heinz Minder, Illnau

Matchtelegramm
Effretikon – Niederweningen 3:0 (2:0).- Sportplatz Eselriet (Effretikon).- 105 Zuschauer.- SR: Ermir Mustafai.- Tore: 31. Romario (Foulpenalty) 1:0. 45. Anioke 2:0. 76. Bärtschi 3:0.- Effretikon: Kläy; Aregger, Schanz, Shahinaj, Emrulahri; Stankovic; Danko, Romario, Fahrni, Anioke; Panzer.- Ergänzungsspieler: Ngari, Yanik Meier, Bärtschi, Kqiku.- Niederweningen: Rüedi; Ernst, Plüer, Sander, Jeggli; Spielmann, Willimann, Thomas Müller, Eschler; Russo, Schmid.- Ergänzungsspieler: Joel Müller; Raffael Haldemann, Weisstanner, Mahiphund, Pérez, Yannick Haldemann, Straub.- Bemerkungen: Effretikon ohne Kim Schärz, Jahjo Zulfikari und Amoako (alle verletzt), Florian Bannwart (Augen-OP), sowie Gürkan Sentuerk (krank/Lungenentzündung), Adrian Lemm (im Aufbau), Marc Schneller (Militär) und Torhüter Tim Zgraggen (kein Aufgebot); Niederweningen ohne Riso (Beruf), Kloter (Ausland), sowie Mahiphan und Muji (beide Ferien), dazu Linares und Epprecht (beide im Aufbautraining) und Feer (kein Aufgebot).- Vor Spielbeginn Schweigeminute für den am 9. März verstorbenen langjährigen 39jährigen FCE-Captain Andre Schöni.- Postenschüsse: Christoph Panzer (Pfosten rechts/2. Minute); Cédric Schmid (Pfosten links/82. Minute).- Eckballverhältnis: 5:9 (3:2).- Nächstes Spiel des FC Effretikon: Samstag, 14. April 2018, Sportplatz Erachfeld (Bülach): Bülach – Effretikon (Spielbeginn: 16:00 Uhr).-