3. Liga, Gruppe 4: Bassersdorf 2 – Effretikon 3:2 (0:2)

Geschrieben von Heinz Minder am .

Zweitore-Vorsprung verspielt und am Ende noch verloren
In der für Effretikon bedeutungslosen, für Gastgeber Bassersdorf 2 jedoch wichtigsten Partie der gesamten Saison, verspielten die Zürcher Oberländer die durch Dejan Stankovic (9.) und Uchenna Anioke (23.) heraus gespielte 2:0 Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel kamen die Zürcher Unterländer für die es um alles oder nichts ging, durch Sandro Correira (54.) und den von Petrovic verwandelten Foulpenalty (63.) zum Ausgleich. Der erst im Verlaufe des Spieles eingewechselte Nikola Petrovic avancierte in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum Match- und Ligagewinner der Bassersdorfer-Reservisten mit seinem 3:2 Siegestor. Glattfeldens Punktegewinn beim 2:2 in Embrach war damit vergebliche Mühe. Mit Oberglatt steigt Glattfelden in die Viertliga ab.

Wie vor Jahresfrist spielte Effretikon in der Schlussrunde einer Meisterschaft wieder das Zünglein an der Waage bei der Frage nach dem zweiten Absteiger in der Gruppe 4. Im letzten Jahr verlor Effretikon am letzten Spieltag auswärts in Weisslingen 0:1 und ermöglichte damals Weisslingen in letzter Sekunde noch den erhofften Ligaerhalt. Gleiches passierte nun sonntags in Bassersdorf, obschon Flakon Halimi das so gar nicht wollte.

Duplizität der Ereignisse: Wieder Niederlage in Schlussrunde
«Ich will nicht wieder mit einem Negativ-Erlebnis in die kurze Sommerpause und die Vorbereitung auf die neue Saison 2018/19 hin», betonte Halimi mit Nachdruck. «Jene Niederlage in Weisslingen tut mir heute noch weh» und er «bedaure die prekäre Tabellensituation unseres diesjährigen letzten Gegners». Er könne aber auf die Tatsache, dass die Reservisten des FC Bassersdorf vom zweitletzten Zwischenrang zum letzten Gruppenspiel antreten müssen «absolut keine Rücksicht nehmen. Ich will den Sieg und wir werden dafür alles machen», prognostizierte Effretikons Teamchef. Halimi fehlte wegen Ferien, so führte Urs Rhyner die Effretiker.

Fünfter Schlussrang – es wäre mehr drin gelegen
Effretikon beschliesst die Saison 2017/18 auf dem fünften Schlussrang mit neun Siegen aus 22 Spielen und insgesamt 31 Punkten, einen Zähler hinter dem viertrangierten Neftenbach. «Es wäre in diesem Jahr trotz starker Gruppe 4 für uns wesentlich mehr drin gelegen», so Urs Rhyner vor zwei Wochen beim Auswärtsspiel der Effretiker in Wallisellen (2:2). «Wir hatten in der Rückrunde personelle Probleme und aus den verschiedensten Gründen unglaublich viele Absenzen zu vermelden», so Effretikons Assistenz-Trainer, der bereits in Wallisellen, wie so oft in dieser Saison eingestehen musste, dass «wir auf der Bank nicht genügend und teils auch angeschlagene Spieler hatten».

Bei Effretikon fehlten wieder zehn(!) Spieler
Im letzten Match in Bassersdorf, zu welchem bei Effretikon mit Daniele Steiner, Christoph Panzer, Marc Schneller, Dylan Ngari, Kim Schärz, Alvin Kqiku, Jason Amoako, Adrian Fahrni und Yanik Meier und Adrian Aregger erneut nicht weniger als zehn (10!) Spieler fehlten, waren mit Adrian Lemm und Jahja Zulfikari lediglich zwei Ergänzungsspieler im Aufgebot. Und letzterer verletzte sich ja bekanntlich im ersten Rückrundenspiel im Frühling in Glattfelden dermassen, dass seine schwere Schulter-/Armverletzung eigentlich für ihn das vorzeitige Saisonende bedeutete, doch in der Schlusspartie kam Zulfikari noch zu einem Teil-Comeback.

Efferetikon reicht 2:0 Pausenführung nicht zum Sieg
Ab einheitlichem Spielbeginn der Gruppe 4 (sonntags um 10:15 Uhr), schien dann ganz alles nach dem Gusto der Gäste zu laufen. Effretikon ging dank Dejan Stankovic (9.) und Uchenna Anioke (23.) 2:0 in Führung und schien somit mit den ums Überleben kämpfenden Platzherren keine Gnade zu haben. Verbunden mit dem Seitenwechsel kippte aber das Spiel. Effretikon konnte, einmal mehr wie oft erlebt in dieser Saison, keine zwei Halbzeiten auf gleichem Niveau zeigen. Sandro Correira, mit dem Effretikon bereits im Cupspiel (damals aber gegen Bassersdorf 1) so seine liebe Mühe und Erfahrung machen musste, erzielte kurz nach Wiederbeginn im zweiten Abschnitt den für Bassersdorf so wichtigen frühen 1:2 Anschlusstreffer (54.).

Lucky Punch der Platzherren in der zweiten Minute der Nachspielzeit
Und dieses vielleicht wichtigste Tor der Mannschaft von Paolo Ambula und Carmelo Ienco in der laufenden Meisterschaft, setzte bei den Einheimischen zusätzliche Reserven frei. Kurz darauf dann in der bax Freizeit- und Sportanlage ein Penaltypfiff gegen Effretikon. Der neu eingewechselte Nikola Petrovic verwandelte zum 2:2 Ausgleich gegen FCE-Captain und Torhüter Mathijs Kläy (63.). Nach einer Stunde hatte Effretikon also seinen Zweitore-Vorsprung verspielt, derweil es in Embrach für Glattfelden ebenfalls ums Überleben ging. Auf dem Bilg in Embrach hatte sich Glattfelden mit einem 2:2 Remis einen Punktegewinn geholt, musste dann aber lange, volle sieben Minuten, auf das Schlussresultat aus Bassersdorf warten.

Und dort kündete sich Dramatik pur ab. In der zweiten Minute der Nachspielzeit schaffte Bassersdorf mit Petrovic und dessen Lucky-Punch noch den 3:2 Siegestreffer. Der Jubel der Platzherren über ihren wichtigsten Saisonsieg hallte wohl bis nach Embrach, wo die Riesenenttäuschung für Glattfelden einschlug wie eine Bombe. Abstieg – trotz Punktegewinn.

Effretikons Spieler bestimmen was sie möchten
Effretikon schaffte die Verteidigung des vierten Schlussranges nicht. Jetzt werden sich Flakon Halimi und Urs Rhyner wohl eingehend darüber Gedanken machen müssen, wieso Effretikon in dieser Saison so viele verletzte Spieler zu beklagen hatte. Es mag ein Hauptgrund darin sein, dass die Teamverantwortlichen in demokratischer Art und Weise die Spieler darüber abstimmen liessen, ob man zwei- oder drei Mal unter der Woche trainieren «möchte». Die Spieler entschieden sich in Effretikon für zwei Mal. Kommt hinzu, dass Halimi/Rhyner immer wieder betonten, eines der jüngsten Kader zu haben. Folglich aber fehlen bei zwei Mal Training unter der Woche zahlreiche Spieler mindestens ein Mal, womit sie dann mit nur einem Training in der Drittliga chancenlos sind und eben allfällig für Verletzungen. Effretikons Ambitionen scheinen eben bei mittelmässigem Drittliga-Fussball zu sein, womit man mit dem fünften Schlussrang am Ende «doch noch zufrieden ist». Effretikon frühe Genügsamkeit und Selbstzufriedenheit reichte in dieser Saison in einer starken Gruppe zum Mittelfeldplatz. Schade, für den Riesenaufwand der FCE-Staff aber wöchentlich an den Tag legt.

Heinz Minder

Matchtelegramm
Basserdorf 2 – Effretikon 3:2 (0:2).- bax Sport- und Freizeitanlage (Bassersdorf).- SR: Richard Hinrichs.- Tore: 9. Stankovic 0:1. 23. Anoike 0:2. 54. Correia 1:2. 63. Petrovic (Foulpenalty) 2:2. 92. Petrovic 3:2.- Bassersdorf 2: Caruso; Maurhofer, Serrano, Zihlmann, Ekli; Asani, Nisic, Stäbler, Pandiani, Correia; Coekho.- Ergänzungsspieler: Petrovic, Pfister, Reveruzzi (Schnidrig und Morf kein Einsatz).- Effretikon: Kläy; Bannwart, Shahinaj, Stankovic, Schanz; Emrulahi; Danko, Romario, Bärtschi; Anioke.- Ergänzungsspieler: Lemm, Zulfikari.- Bemerkungen: Bassersdorf ohne Csanadi (familiär), Weier (krank) und Idahosa (verletzt); Effretikon ohne Daniele Steiner Alvin Kqiku (beide kein Aufgebot), Dylan Ngari (Schule/Ausbildung/Lehrabschluss), Yanik Meier (familiär), Christoph Panzer, Marc Schneller, Kim Schärz, Jason Amoako, Adrian Fahrni und Adrian Aregger (alle verletzt); Trainer Flakon Halimi (Ausland).- Verwarnungen: 56. Petrovic. 67. Zulfikari (beide Foulspiele).- Bassersdorf 2 realisiert mit diesem 3:2 Heimsieg den Ligaerhalt (23 Punkte) und verweist damit Glattfelden (22 Punkte) auf den zweitletzten Schlussrang. Glattfelden und Oberglatt steigen in die 4. Liga ab.