Mission erfüllt: Aufstieg der Frauen in die 2. Liga

Geschrieben von Mannschaft am .

Mission erfüllt: Trotz Niederlage gegen den FC Volketswil behaupteten die Frauen des FC Effretikon dank der geringeren Anzahl Strafpunkte die Tabellenspitze und steigen verdient in die 2. Liga auf.
Die Ausgangslage vor der Partie hat es in sich: Effretikon hat 3 Punkte Vorsprung, ein Strafpunkt weniger, fast 40 Tore mehr erzielt, aber 4 mehr kassiert. Kein Team der 3. Liga aus der Region Zürich hat mehr Tore geschossen. Tabellen Erster gegen den direkten Verfolger auf Platz 2 und all das am letzten Spieltag. Spannung pur! Egal wie das Spiel ausgeht, einer der beiden geht als Aufsteiger vom Platz, der andere verliert alles. Das Hinspiel hatte der FCE in Volketswil mit 0:4 gewonnen. Ein vorheriges Testspiel dagegen konnte Volketswil mit 2:0 für sich entscheiden. Der FCE wiederum geplagt vom Verletzungspech in den vergangenen 3 Wochen, musste auf 3 seiner TOP Spielerinnen verzichten. 

Full House im Eselriet
Es bot sich eine beindruckenden Kulisse. Mehrere 100 Zuschauer wollten das Spiel verfolgen. Lautstarke Fans vom Fanclub Fanatics Effretikon mit Trommeln, Tröten und Trompeten, Spielerinnen und Spieler aus fast allen Teams des FCE, die gesamte Führung des Vereins und viele Anhänger aus Volketswil. Durchstreifte man die Zuschauer, konnte man überall wildes hin und her rechnen als zentrales Gesprächsthema hören. Die Nervosität und Spannung war auf und neben dem Platz deutlich zu spüren.

Da das Herren 1 Team vom FC Effretikon bereits den vorzeitigen Aufstieg in die 2. Liga mit einem fulminanten 9:5 bewerkstelligt hatte, war nun ein Doppelaufstieg  im Verein greifbar nahe.

Beide Teams wussten, Strafpunkte werden die Saison entscheiden und so startete die Partie mit angezogener Handbremse. Es war klar zu erkennen, dass beide Abwehrketten sich den letzten Schritt ersparten und generell die Zweikämpfe eher freundschaftlichen Charakter hatten. Volketswil musste gewinnen und hoffen, dass das Team aus Effretikon noch Strafpunkte kassiert, Effretikon hingegen musste nur die Karten verhindern. In der ersten Halbzeit hatte beide Teams Ihre Chancen, anfänglich mehr der FCE, gegen Ende wurde Volketswil stärker, zur Halbzeit stand es aber immer noch 0:0.

Bloss keine gelbe Karte!
Noch 45 Minuten. Die 2. Halbzeit startete ähnlich, aber je mehr Zeit verging, desto energischer spielte Volketswil, was Effretikon Kontermöglichkeiten bot. Das Spiel wurde zunehmend besser, die Zweikämpfe verbissener und die Zuschauer verlangten je nach Lager, bei jeder Aktion, lautstark am liebsten 2 rote Karten. Während die Torschützenkönigin der gesamten Liga (13, Natascha Frieden, FCE ) mit unglaublichen 41 Treffern eins ums andere mal am überragenden Goali (1, Tanja Meier, FCV) verzweifelte, konnte die Abwehr vom FCE nahezu jeden Abschluss unterbinden und sofort wieder den Konter einleiten. Das Spiel nahm Fahrt auf und beide Teams erarbeiteten sich mehr und mehr Chancen, bis schließlich Volketswil mit 0:1 in Führung ging.

Das Spiel wurde nun spürbar schneller, jeder suchte den Abschluss. Volketswil kämpfte verbissen um jeden Ball und wollte den Ausgleich um jeden Preis verhindern, denn nur so blieben die Aufstiegschancen für Volketswil gewahrt. Die Effretiker Verteidigung blockte fast  jeden Angriff, doch die Gangart wurde sichtbar härter, denn der FCE machte Druck. Die Spielmacherin vom FCE (21, Ladina Poltronieri, FCE) musste viele kleine Nicklichkeiten einstecken, so dass der Schiri in Minute 72 und 76 die gelbe Karte ziehen musste und verwarnte 2 Spielerinnen von Volketswil (12, Andrea Zimmermann, FCV | 3, Denise Genoud, FCV).

Die Stimmung der Zuschauer war aufgeheizt, blieb aber dennoch fair. Noch 14 Minuten. Ein Angriffswelle nach der anderen rollte nun auf Volketswil zu, der FCE wollte den Ausgleich, aber der Goali parierte souverän jeden noch so gut platzierten Schuss. Die Sekunden vergingen und mit Abpfiff der Partie fiel schlagartig die gesamte Anspannung ab und die Emotionen kannten kein Halten mehr. Das Trainer Duo vom FCE Frauen 1 unter der erfolgreichen Führung von Patrik Meier lag sich in den Armen, die Spielerinnen vom FCE dagegen lagen kreischend vor Freude alle auf einem Haufen, zuunterst der Captain und urplötzlich hatte jeder eine Flasche Sekt zur Hand und alles endete in einer kollektiven Sektdusche mit vielen Tränen oder Sekt in den Augen.

Das zu erleben, war all die Mühen wert, auch wenn jetzt einige wissen, das Sekt in den Augen tierisch brennt. Volketswil kann erhobenen Hauptes vom Feld gehen, aber viele konnten Ihre Trauer über den Verbleib in der 3. Liga nicht verbergen. Die Fanatics verpassten dem Co Trainer noch eine zusätzliche Bierdusche, die FCE Frauen stürzten sich überglücklich in die Siegesfeier und mit einem unüberhörbaren Knall und lautstarken Gesängen feierte der gesamte Verein den Doppelaufstieg.

Das Trainer Duo hingegen lehnte sich für ein paar Minuten entspannt zurück, alles richtig gemacht, was für eine Saison und mit ein paar grauen Haaren mehr sagten beide:
Danke Lady's, Mission erfüllt, 2. Liga, wir kommen!