Juniorinnen B: Alles neu oder doch nicht?

Geschrieben von André Sahli am .

Endlich ist es so weit. Sehnlichst haben die Girls den Wechsel vom 9er auf den 11er Fussball und damit das Grossfeld herbeigesehnt. Vieles ist nun neu, aber zum Glück nicht alles. Dass der Start in die neue Saison kein Selbstläufer werden würde wussten wir. Das Kader war zum Saisonbeginn mit 17 Spielerinnen für ein 11er Team eher knapp und sehr jung. Aber Herausforderungen sind bekanntlich dazu da, um gemeistert zu werden. Der Start ist geglückt, auch wenn wir mit einigen unerwarteten Dingen zu kämpfen hatten und immer noch haben.

Doch zurück zu Anfang. Wir waren vergangenen Saison ziemlich erfolgsverwöhnt. Sowohl in der wegen der Pandemie verkürzten Herbstrunde, als auch in der Frühjahresrunde wurden wir in der höchsten regionalen Stärkeklasse gute Tabellenzweite und nur wenig hat jeweils zum Gruppensieg gefehlt – in der Herbstrunde war es gerade mal ein Törchen. Im Hinblick auf den Wechsel in die nächsthöhere Kategorie machten wir uns schon frühzeitig Gedanken. Da das gesamte Team wechselte war klar, dass wir eines der jüngsten Team bei den Juniorinnen B stellen würden, da fast die Hälfte noch ein weiteres Jahr hätte bei den Juniorinnen C spielen können. Wir absolvierten vor den Sommerferien noch zwei Testspiele auf dem Grossfeld, welche beide klar gewonnen werden konnten, aber nicht sehr aussagekräftig waren. Schnell stellte sich die Frage, ob wir bei der Einteilung in die zweite Stärkeklasse wohl zu vorsichtig waren. Doch inzwischen entpuppte sich unser Entscheid als richtig, denn unser eh schon knappes Kader von 17 Spielerinnen wurde noch weiter reduziert. Waren wir all die Jahre zuvor von gröberen Verletzungen verschont geblieben, zeigte es sich nun, dass die zu jungen Frauen heranwachsenden Spielerinnen auch anfälliger für Verletzungen werden. Gleichzeitig traf es uns dann aber doch unerwartet heftig und das alles ohne gegnerische Einwirkung und ausschliesslich durch dumme Zufälle. Alina fällt mit einer gröberen Meniskusverletzung für fast ein Jahr aus, was uns unendlich leid tut da sie gerade am Durchstarten war. Wir hoffen, dass sie im nächsten Frühling langsam wieder zurückkommen kann. Lisa zog sich einen kleinen Schienbeinbruch zu, der zum Glück bis Ende August wieder verheilen sollte. Dann brach sich Patricia auch noch zwei Zehen in den Sommerferien und nach der Sommerpause zwickte es diverse Spielerinnen im Oberschenkel mit hauptsächlich im Schulsport zugezogenen leichten Zerrungen und muskuläre Probleme machen uns das leben schwer.

  

[Diverse Spielerinnen erschienen mit Krücken zum obligatorischen Fototermin]

So mussten wir für das letzte Testspiel Mitte August gegen Winterthur-Wiesendangen auch wegen der einen oder anderen Ferienabwesenheit auf die Unterstützung von drei Spielerinnen der letztjährigen Juniorinnen B (neu Frauen 2 Team) zurückgreifen. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Unterstützung bedanken, denn ohne sie hätten wir nicht gegen den letztjährigen und fast unverändert antretenden Juniorinnen B Gruppensieger antreten zu können. Wir schlugen uns sehr ordentlich und mussten uns nach einer zwischenzeitlichen Aufholjagd am Ende nur mit 3:5 geschlagen geben. Will heissen, qualitativ sind wir sehr konkurrenzfähig, aber es fehlt derzeit an der Quantität und zugegebenermassen auch etwas an Offensivkraft. Auch bei der Trainingsgestaltung mussten wir erkennen, dass wir punktuell mit der Intensität zurückhaltend sein müssen und gleichzeitig erweiterten wir auch die Aufwärmphase.

Von den neuen Juniorinnen C stiessen dann vor kurzem Estella und Maëlle zu uns. Beide wechselten in der Sommerpause mit diversen Kolleginnen vom FC Russikon zu uns, da es dort kein Team mehr gegeben hat. Die Idee war eigentlich beide mit einer Ausnahmebewilligung auszustatten und für eine Übergangszeit mit ihren Kolleginnen im C laufen zu lassen. Diese Bewilligung wurde aber vom Verband nicht erteilt. Erfreulicherweise waren beide bereit es bei uns im B zu versuchen, wo sie nun seit zwei Wochen Teil des Teams sind und auch schon ihren ersten Match bestritten haben. Wir freuen uns sie bei uns zu haben und sowohl uns als auch ihnen ist klar, dass viel Arbeit auf uns wartet, um die Lücken zu schliessen. Beide zeigen grosses Engagement und machen bereits gute Fortschritte. Und wenn sie geduldig sind, werden wir es definitiv auch sein.

[Aller Ernsthaftigkeit zum Trotz – Spass muss sein]

Und damit kommen wir zu den erfreulichen Dingen. Den Verletzten zum Trotz ist die Trainingspräsenz sehr gut und mit wenigen Ausnahmen sind wir auch mit dem Einsatz und Engagement zufrieden. Nach den langen Ferien ist der Bedarf an verbalem gegenseitigen Austausch jeweils noch etwas höher bei den Girls als sonst schon. Da müssen auch wir Trainer mal ein Auge zudrücken. Wir sind erfolgreich in die Saison gestartet. In der Meisterschaft in unserer 2. Stkl. Gruppe liegen wir nach zwei Spielen mit dem Punktemaximum an der Spitze. Wir hatten zum Start wohl nicht die stärksten Gegner und wir waren mit dem Gezeigten auch nicht restlos zufrieden. Aber wie sagt man so schön? Wenn man selbst die schlechten Spiele gewinnt, hat man alles oder zumindest vieles richtig gemacht. Das Highlight bisher war die Cup Erstrunden Partie gegen das höherklassige Adliswil, welches wir mit 7:3 sehr verdient gewannen. Dieses Spiel war phasenweise eines der besten, welches wir je gespielt haben. Umso erstaunlicher, wenn es im darauffolgende Spiel gegen einen deutlich schwächeren Gegner so gar nicht läuft. Wir scheinen aber schon länger die Tendenz zu haben, unser Potenzial eher gegen gute und bessere Gegner abzurufen. In der Cup Zwischenrunde treffen wir am Mittwoch, 22. September um 20.15 Uhr zu Hause auf Uster und geben auch da alles um eine Runde weiterzukommen.