Juniorentrainingswoche 2018

Vom Montag 30.4. bis Freitag, 4.5.2018 - Sportplatz Eselriet.
-> Informationen und Online-Anmeldung



«Rumox» Zürcher Regional-Cup: Effretikon (3.) – Bassersdorf (2.) 0:6 (0:2)

Wohl auf den falschen Gegner getroffen – 0:6 Niederlage für Effretikon
Zur zweiten Runde im Zürcher «Rumox»-Regionalcup empfing Effretikon dienstags den amtierenden Titelhalter Bassersdorf. Die ursprünglich auf den Bettag-Samstag fixierte Partie musste verschoben werden, weil der Zweitligist aus dem Zürcher Unterlang gleichentags in der zweiten Hauptrunde des Schweizer Cup engagiert war und vor heimischer Kulisse von 3200 Zuschauern den FC Zürich empfangen konnte. Mit einem Klassenunterschied und einer 0:6 (0:2) Niederlage endete das Cup-Abenteuer für Effretikon.

«Wir sind heute wohl auf den falschen Gegner getroffen», so dann das erste Fazit des Effretiker Trainers. Und Flakon Halimi meinte: «Vielleicht wäre es besser gewesen, wir hätten gegen Kloten am vergangenen Sonntag nur 1:0, statt 6:0 gewonnen. Dann hätte Bassersdorf vielleicht gedacht, man könnte mit der zweiten Garde in Effretikon antreten». Doch dem war nicht so. Im Gegenteil. Trainer Marco Tanner, der gegenwärtig am Trainerdiplom arbeitet und die Materie Fussball bestens kennt, spielte früher beim FC Zürich und musste im Alter von 20 Jahren seine Profikarriere wegen einer ersten Hüftoperation abbrechen. Natürlich hat Tanner, der früher bereits Trainer und dann Sportchef in Bassersdorf war, den Gegner Effretikon eingehend studiert. Tanner liess sich nicht auf die Äste hinaus, und bot seine «Erste-Garde» auf, denn ein frühes Ausscheiden aus dem Cup-Wettbewerb will sich der Zürcher Unterländer Klub nicht erlauben. Cup ist Tradition.

Sechs Mal Endspiel – zwei Mal Pokalsieg
Nicht weniger als sechs Mal hat Bassersdorf in den letzten zehn Jahren das Finalspiel im Zürcher Regionalcup erreicht. Rekordmarke. Zwei Mal, 2013 und heuer eroberten sich die Unterländer die Cuptrophäe. Als amtierender Titelhalter reiste somit die Mannschaft von Trainer Marco Tanner nach Effretikon, natürlich mit der klaren Absicht, das Treffen im Eselriet für sich entscheiden zu können und damit eine weitere Runde im laufenden Cup-Wettbewerb erfolgreich zu überstehen. Im Vorfeld des Cuptreffens hatte Flakon Halimi erklärt, dass «Cupspiele oftmals eigenen Gesetzen unterliegen». Effretikons Trainer wünschte sich eine Effortleistung seiner Truppe und hoffte insgeheim darauf, dass «uns vielleicht eine Überraschung gelingen könnte».

Bereits Winikon 5:0 abgefertigt
Bassersdorf zeigte bereits in der diesjährigen ersten Runde eine souveräne Leistung und bezwang Drittligist Rot-Weiss Winikon 5:0 (3:0). Die Effretiker erreichten die zweite Runde kampflos, dank eines 3:0 Forfait-Sieges über Turbenthal, das Mitte August mangels Spieler gar nicht antreten konnte und auf eine Spielverschiebung hoffte.

Auftakt nach Mass für Favorit
Das Spiel begann für Effretikon schlecht. Vieles hatte man sich vorgenommen – umsetzten konnte man dann wenig, denn bereits nach knappen vier Minuten brach die taktische Marschrichtung der unterklassigen Platzherren verbunden mit dem frühen ersten Gegentreffer in sich zusammen. Noch ehe sich die Truppe von Flakon Halimi/Urs Rhyner auf dem Kunstrasen Eselriet richtig formiert hatten und die Spieler ihre Positionen suchten, stand es bereits 0:1. Bassersdorf hatte den ersten schnellen Angriff über die linke Seite vorgetragen. Von dort aus lancierte der ex-Greifensee-Spieler Simon Schaich das Cup-Spiel für seine Farben früh und erfolgreich.

Unterschied schnell erkannt
Schnell fiel den wenigen Matchbesuchern wohl der «feine» Unterschied zwischen den beiden Kontrahenten auf. Bassersdorf, ganz in weiss wirkte bei diesem Abendspiel bereits optisch besser, machte den wesentlich robusteren, routinierteren und hinterliess den weit eingespielten Gesamteindruck als die Platzherren. Und der Zweitligist war ständig in Bewegung. Die Spieler von Marco Tanner rochierten konstant, spielten weit schneller und kombinierten verwirrender und weit präziser als Effretikon. Hinzu kam die Ballsicherheit und Routine jedes einzelnen. All diese Faktoren führten dazu, dass Bassersdorf, in der Rangliste der Zweitliga/Gruppe 2 momentan «nur» auf dem gesicherten achten Zwischenrang liegend (7 Spiele/10 Punkte) das Geschehen bereits im ersten Durchgang klar bestimmte. Die Zürcher Unterländer agierten, Effretikon musste sich mehrheitlich auf seine Defensivaufgaben beschränken, suchte aber, wenn immer sich eine Chance bot, den Weg in die Offensive. Doch Bassersdorfs Hintermannschaft, dirigiert von Yves Oehri, der es auf 53 Länderspiele für Liechtenstein brachte, 36 Challenge League und 58 Promotion League Partien auf dem Buckel hat, war mit Julien Barbey, Keller und Gino Zambelli eben glänzend eingespielt, stabil und bestens abgestimmt.

Effretikon wollte mitspielen
Effretikon versteckte sich aber nicht und war von Flakon Halimi auch nicht so defensiv eingestellt, dass man nur mit Mann und Maus in die Abwehr stand. Erstmals kamen die Effretiker im Angriff zur Geltung, als Fabian Danko seinem Gegenspieler im Bereich der Corner-Flagge den Ball abluchsen und in die Mitte spielen konnte, wo Romario Giger aber zu wenig resolut und stark «abdrückte». Christoph Stähli konnte das Leder problemlos auflesen (17.). Dann nochmals eine gute FCE-Szene. Effretikon in der Vorwärtsbewegung wurde vor der Strafraumgrenze mit einem gegnerischen Foulspiel gestoppt. Freistoss. Ausführender: Romario Giger. Schuss vor das Tor, wo Avni Shahinaj Torhüter Stähli anschoss (20.).

Bassersdorf dreht nach Pause auf
Mit Leichtigkeit kam Bassersdorf zum zweiten Treffer. Effretikon leistet sich einen Fehlpass bei der eigenen Angriffsauslösung und verlor den Ball an den Gegner durch Einwurf. Auf der Seite des Schwimmbades wurde das Leder eingeworfen und dann mit einer weiten Flanke vor das von Marvin Rutz gehütete Tor geschlagen. Am zweiten Pfosten stand – gänzlich frei und ungedeckt – Marc Tinner. Dieser konnte schulbuchmässig und mit stoischer Ruhe, viel Übersicht und guter Treffsicherheit, per Kopf zum 2:0 einnicken (24.). Bassersdorf kontrollierte nun dank Zweitore-Vorsprung Spiel und Gegner und liess im weiteren Verlauf nichts mehr anbrennen. Das wesentlich Ballsichere Bassersdorf kombinierte weiterhin schnell und schön, verlagerte das Spiel gekonnt und bestimmte auch die Kadenz und das Tempo. Bei Effretikon dauerte alles meist einen (oder zwei) Ticks zu langsam.

Effretikon mit drei Freistössen in Tornähe
Nach einer halben Stunde Spielzeit dann wieder ein Freistoss für Effretikon. Wieder nahe der Strafraumgrenze. Diesmal praktisch auf der 16er-Linie. So stellte Bassersdorf eine Fünf-Mann-Mauer. Romario Giger führte wieder aus, diesmal rechts an der Mauer vorbei, doch Stähli hatte aufgepasst und konnte den Ball behändigen (33.). Und dann war noch jene Szene vor der Pause, als Fabian Danko aus der Drehung heraus den Torschuss versuchte, aber am Ziel vorbeischoss. Punkto Chancenverwertung zeigten sich die Gäste resoluter, eiskalter und erfolgreicher und führten vor dem Seitenwechsel standesgemäss 2:0.

Bassersdorf verschärft das Tempo
Nach der Pause ging es dann sehr schnell. Mit einem schnellen Spielzug wurde Effretikon überlaufen. Bassersdorf kam erst über die rechte Seite, dann reklamierte Tinner, noch aus der Drehung heraus und mit Zug auf das Tor, ein Foulspiel an sich, doch das Spiel ging weiter und der Ball kam nach links zum mitlaufenden Kumbuesa, welcher nicht lange fackelte und resolut verwertete (53.). Nun gehörte das Treffend endgültig dem Gast. Bassersdorf schaltete nun einen Gang höher. Die zweite Halbzeit spielte sich eigentlich nur noch in der Platzhälfte der Effretiker ab. Das 4:0 fiel durch Penalty. Simon Scheich wurde im Strafraum gefoult – der ab der 56. Minute anstelle des verwarnten (40.) Visar Ramani eingewechselte Severino Zambelli verwandelte natürlich stilsicher und unhaltbar (61.).

Flakon Halimi mit Doppelwechsel
Kurz darauf nahm Marco Tanner einen Wechsel vor. Torschütze Scheich ging – Sandro Correia Santos kam – und brachte weiteren unheimlichen Zug in die Aktionen des Zweitligisten. Kaum im Spiel, reüssierte Santos auf die pfannenfertige Vorlage von Kumbuesa – praktisch mit seinem aller ersten Ballkontakt (66.). Als dieser weitere Gegentreffer – zum 0:5 – gefallen war, nahm Flakon Halimi auf Seiten der Platzherren einen Doppelwechsel vor. Romario Giger und Uchenna Anioke verliessen das Feld – neu kamen Adrian Fahrni und Kim Schärz. Effretikons Teamchef erhoffte sich neue Impulse auf dem Feld.

Lattentreffer und verschossener Elfer
Spielbestimmend aber blieb Bassersdorf. Erst hämmerte Santos den Ball an die Latte (75.), dann gab es einen zweiten Foulpenalty – diesen verschoss Santos links am Tor vorbei (77.), traf aber in der 82. Minute noch zum 6:0 Endstand Bassersdorfs. Zwei Minuten vor Schluss prüfte Adrian Fahrni noch mit einem harten Schuss Christoph Stähli – worauf Effretikon erst zwei Minuten vor Spielende noch zum ersten und einzigen Eckball kam.

Spiel verloren-Erfahrung gewonnen
«Wer das heutige Spiel nicht gesehen hat und nur das nackte Resultat sieht, könnte meinen, wir hätten uns heute abschlachten lassen», so Flakon Halimi nach Spielschluss. «Dem war aber keineswegs so». Effretikons Trainer lobte den starken Gegner und gratulierte Bassersdorf zum Sieg. «Wir haben rotz der sechs Gegentore nie aufgegeben, immer weitergekämpft und alles gegeben» und das sei für ihn wichtig gewesen. «Wir müssen uns jetzt auf die Meisterschaft fokussieren». Für Effretikon sei es heute «eine Super-Erfahrung gewesen und wir können eigentlich Bassersdorf zum Vorbild nehmen». Halimi zeigte sich beeindruckt darüber, «wie knallhart und resolut der Gegner vor dem Tor seine Chancen genetzt hat».

Effizienterer Gegner
Effretikons Trainer Halimi zog nach der etwas ernüchternden Standort-Bestimmung für seine Truppe folgendes Fazit: «Bei uns fehlte in der ersten Halbzeit die Kaltschnäuzigkeit. Bassersdorf zeigte uns hingegen, wie effizient man die Tore schiesst». Er, Flakon Halimi müsse dem heutigen Bezwinger, «ein Riesenkompliment aussprechen. Marco Tanner hat eine tolle Mannschaft zusammen. Ich wünsche Bassersdorf jedenfalls viel Glück und Erfolg für den weiteren Meisterschaftsverlauf. Diese Truppe müssen wir uns als Vorbild nehmen». Um allerdings die Qualität jenes Bassersdorf erreichen zu können, muss Effretikon noch lange und harte Arbeit investieren. Dass die Unterländer momentan mit nur zwei Siegen, vier Remis und einer Niederlage nach sieben Partien «nur» auf dem achten Zwischenrang der Gruppe 2 liegt, verdeutlicht, wie eklatant die Differenz zwischen der Zweit- und Drittliga geworden ist. «Am Samstag wartet ein sehr wichtiger Gegner auf uns. Wir müssen uns jetzt wieder voll und ganz auf die Meisterschaft konzentrieren». Und dieser Gegner heisst für Effretikon – Neftenbach. Effretikons nächster Gast im Eselriet spielte gleichentags wie die Effretiker, im Kellerduell der Gruppe 4 gegen Oberglatt, fertigte mit Heimvorteil die Rote Laterne gleich mit 7:2 ab und machte in der Rangliste einen Riesensprung auf den sechsten Zwischenrang (6 Spiele/7 Punkte). Damit ist Effretikon gut beraten, das Ausscheiden im Cupwettbewerb unter der Rubrik «Spiel verloren-Erfahrung gewonnen» umgehend ab zu hacken. «Ich hätte mir natürlich, ungeachtet des Gegners und seiner Ligazugehörigkeit, ein Weiterkommen im Cup gewünscht», so Flakon Halimi. Trotz des Ausscheidens glaubte Effretikons Trainer, dass «wir das eigene Ziel erreicht haben und uns so gut wie möglich verkauft haben und uns gegen ein wirklich stark aufspielendes Bassersdorf zu keinem Zeitpunkt verstecken mussten».

Mehr als ein Klassenunterschied
Marco Tanner war natürlich über das Gesehene seiner Mannschaft sehr zufrieden und freute sich darüber, «wie heute alles fast perfekt funktionierte». Bassersdorfs Trainer meinte aber auch, dass «wir heute fast schon mehr als einen Klassenunterschied zwischen diesen beiden Mannschaften gesehen haben». In der nächsten Runde muss seine Truppe nun auswärts bei Viertligist Dielsdorf antreten und wird wohl leichten Fusses auch die nächste, dritte Cup-Runde überstehen. Bassersdorf kann seinen Traum von der erfolgreichen Cup-Verteidigung weiter träumen. Effretikon ist nach diesen 90 Minuten Standortbestimmung und dem 6:0 Kantersieg in der Meisterschaft über Kloten nun wohl wieder auf dem Boden der Realität gelandet.

Heinz Minder, Illnau

Matchtelegramm
Effretikon (3.) – Bassersdorf (2.) 0:6 (0:2).- Kunstrasen Sportplatz Eselriet (Effretikon).- 70 Zuschauer.- SR: Antonin Voldan.- Tore: 4. Schaich 0:1. 24. Tinner 0:2. 54. Kumbuesa 0:3. 61. Severino Zambelli (Foulpenalty) 0:4. 66. Correia Santos 0:5. 81. Correia Santos 0:6.- Effretikon: Rutz; Aregger, Schanz, Shahinaj, Bannwart; Zulfikari; Danko (79. Amoako), Giger (67. Fahrni), Ngari, Bärtschi; Anioke (67. Schärz).- Bassersdorf: Stähli; Barbey, Keller, Oehri (77. Sciullo), Gino Zambelli; Kumbuesa, Copat, Russheim, Ramani (56. Severino Zambellli); Tinner, Schaich (65. Correia Santos).- Bemerkungen: Effretikon ohne Yanik Meier (Ausland/Ferien), Schneller (verletzt), Lemm (verletzt), Zgraggen (kein Aufgebot).- Nicht zum Einsatz kamen Panzer und Veomani.- Bassersdorf ohne: Marco und Patrick Schmid (beide verletzt), Russo (nicht im Aufgebot), Baumgartner und Muff (beide Aufbautraining), Domi (Ferien).- Nicht zum Einsatz kamen Caruso; Meier, Tsakmakidis und Braunschweiler.- Bemerkungen: 75. Lattentreffer Correira Santos.- 77. Correira Santos verschiesst Foulpanalty.- Verwarnungen: 20. Zulfikari (Foul), 28. Anioke (Foul), 40. Ramani (Reklamieren), 59. Shahinaj (Foul).- Nächstes Spiel des FC Effretikon: Meisterschaft 3. Liga, Gruppe 4: Effretikon – Neftenbach, Samstag, 7. Oktober 2017, Sportplatz Eselriet (Effretikon), Spielbeginn: 18:00 Uhr