Juniorentrainingswoche 2018

Vom Montag 30.4. bis Freitag, 4.5.2018 - Sportplatz Eselriet.
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3. Liga, Gruppe 4: Effretikon – Wallisellen 1:1 (0:1)

Effretikons Punktegewinn gegen ungeschlagenen Tabellenführer
Effretikon ist nach Kloten (3:3) das zweite Team, welches dem bislang souveränen Tabellenführer Wallisellen Punkte abtrotzen konnte. Im zweitletzten Heimspiel der laufenden Vorrunde kamen die Effretiker samstags dank eines 1:1 (0:1) Remis zu einem weiteren Punktegewinn. Torschütze für die Zürcher Oberländer war Adrian Fahrni kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit. Effretikons-Assistenz-Trainer Urs Rhyner nach der Partie: «Obwohl das Spiel mit einem Remis endete, gehen wir heute eigentlich als der moralische Sieger vom Feld».

«Wir wollen aus den noch verbleibenden drei Partien sieben Punkte holen», das hatte Flakon Halimi nach dem 5:2 Auswärtssieg vor einer Woche in Oberglatt verkündet. Arithmetisch liegen die Effretiker nun nach absolvierter Partie gegen das bislang ungeschlagene Wallisellen noch im Budget. Als nächster Gegner wartet allerdings mit Embrach (auswärts am kommenden Sonntag 15 Uhr) ein weiterer Kandidat, der grosse Ambitionen auf einen Spitzenrang hegt und am Schluss dann noch zum Abschied in die Winterpause Bassersdorf 2. Allerdings haben sich die Effretiker die Hürde, zumindest für das schwere Auswärtsspiel vom kommenden Sonntag in Embrach, gleich selbst noch etwas höher gesetzt. In der Schlussphase des Heimspieles gegen Wallisellen verlor der Heimklub nämlich noch Avni Shahinaj mit einer zweiten Gelben Karte, sprich: Platzverweis. Effretikons Abwehrstratege wird der Mannschaft von Flakon Halimi/Urs Rhyner auf dem Embracher Bilg ebenso fehlen, wie Romario Giger, welcher sich gegen Wallisellen die vierte Verwarnung einhandelte und folglich sonntags auch zwangspausieren muss. «Wir werden uns also für die nächste Partie personell wieder einiges einfallen lassen müssen», so Urs Rhyner.

Effretiker ohne Respekt vor Leader
Effretikon zeigte vor dem souveränen Leader absolut kein Respekt und verfiel nicht dem Fehler, sich nur destruktiv in die Defensive zurück zu ziehen. Im Gegenteil. Halimi/Rhyner traten mit einem veränderten System an und bezeugten so, dass sie das Geschehen auf dem Feld und die Vergabe der drei Punkte keinesfalls dem Gegner kampflos überlassen wollten. «Mir dieser Taktik hatten wir am Ende Erfolg», so Urs Rhyner. Dieser war davon überzeugt, dass «wir heute spielerisch klar untergegangen wären, hätten wir die Initiative auf dem Feld dem Gast überlassen».

Keine Geschenke an den ungeschlagenen Tabellenführer
So überraschte das viertrangierte Effretikon wohl den Gruppenfavoriten, der damit rechnete, leichter auf dem Eselriet zu drei weiteren Zählern zu kommen. Effretikon spielte keck mit und kam zu einigen guten Aktionen. Allerdings hatte Wallisellen an diesem Abend mit Suad Mehmedi einen «überragenden Torhüter, der einige starke Paraden bot und teils Bälle und Einschussversuche wehrte, die wir schon im Tor sahen», so Urs Rhyner weiter.

Effretikon vermochte im ersten Abschnitt das Spiel völlig offen zu halten. Nur in einer Szene wurden die Oberländer fast kalt erwischt. Wallisellen kam über rechte Seite, praktisch bis zur Grundlinie. Einen solchen Angriff kannte man bereits von Neftenbach, welches in einem der letzten FCE-Heimspiele sein Glück und Erfolg ebenfalls über diese Platzhälfte fand. Wallisellens Rückpass von der Grundlinie aus wurde dann in der 38. Minute zur Führung verwertet. «Schade», fand Urs Rhyner. «Unser Torhüter Mathijs Kläy war bei dieser Abwehr chancenlos».

Mangelnde Chancenauswertung der Heimelf
Effretikon hatte in dieser Partie auch seine Möglichkeiten. «Allerdings liess heute unsere Chancenauswertung mehrfach zu wünschen übrig». Mit einer guten Kombination kamen die Effretiker gefährlich vor Mehmedi. Als dann Adrian Fahrni am Ende noch versuchte, Wallisellens Keeper mit einem Lob-Ball zu überlisten, missglückte diese Aktion. Fahrni und auch Romario Giger tauchten im Verlaufe der Partie praktisch alleine vor Mehmedi auf. Giger scheiterte mit seinem Versuch, den Ball links tief ein zu schieben. Wallisellens Schlussmann, wohl der stärkste Gästespieler, behändigte sich des Leders.

Effretikon bleibt auch nach dem Seitenwechsel aufsässig
Zur Pause beredeten Halimi/Rhyner wenig bis gar nichts in der Garderobe, denn «wir waren ja grundsätzlich mit dem Gezeigten unserer Mannschaft im ersten Abschnitt mehr als zufrieden, obschon wir resultatmässig mit einem Tor in Rückstand lagen», so Urs Rhyner. «Wir waren davon überzeugt, dass wir für unsere aufsässige Spielweise, mit der Wallisellen wohl absolut nicht gerechnet hat, am Ende doch noch belohnt würden». Und die Effretiker behielten ihre spielerische Aggressivität und wirkungsvolle, konstante Störarbeit auch nach dem Seitenwechsel.

Teamleitung hoffte auf Belohnung
Die von Rhyner angesprochene und erhoffte Belohnung erfolgte dann kurz nach Wiederbeginn. Mit einem hohen Ball wurde Adrian Fahrni lanciert, respektive angespielt. Fahrni drückte aus rund zwanzig Meter Distanz ab und erwischte den ansonsten fehlerfrei und stark aufspielenden Mehmedi (48.). «Da hat sich Mehmedi vielleicht etwas täuschen lassen und rechnete wohl damit, dass wir das Spiel aus dieser Distanz noch auf die andere Seite verlagern würden». Effretikon vermochte mit dem Tempo des Gegners klar mit zu halten, obwohl die Gäste gegen Ende des Spieles ihren Druck erhöhten. «Wir agierten heute vorwiegend mit langen Bällen und waren darauf fixiert, die sogenannten zweiten Bälle zu gewinnen», so Effretikons Assistenz-Trainer Rhyner.

Platzverweis durch Ampelkarte
Gegen Ende dann doch noch ein Wehrmutstropfen. Der wohl stärkste und beste Effretiker, Avni Shahinaj, über den die Einheimischen viele Angriffe lancierten und welcher aus der Abwehr heraus das Spiel Effretikons lenkte und steuerte, musste sich, obwohl er zuvor bereits verwarnt war, ausserhalb des eigenen Strafraumes eines Notfall-Foulspieles bedienten, weil die Platzherren zu wenig rasch die Spielverlagerung nach vorne ausfuhren konnten. Shahinaj kassierte somit seine zweite Gelbe Karte und fehlt sonntags in Embrach. Wallisellen wurde in den letzten fünf Minuten nochmals sehr aufsässig, doch auch mit einem Mann weniger konnten die Effretiker den 1:1 Spielstand halten und bis zum Schlusspfiff verteidigen. «Wir sind heute eigentlich der moralische Sieger», so Urs Rhyner, weil «wir mehr vom Spiel hatten, zeitweise besser als Wallisellen waren. Einziger Negativpunkt war heute unsere mangelnde Chancenauswertung».

Weiterer A-Junior debütiert
Bei Effretikon kam in der Schlussphase mit Ardit Spirovski ein weiterer eigener A-Junior zu seinem Drittliga-Debüt. «Dieses Talent wollen wir nun langsam an die Aktivklasse heranführen», so Urs Rhyner. Mit Uchenna Anioke, Dylan Ngari und Jason Amoako lassen die Effretiker in dieser Saison bereits drei eigene junge Talente regelmässig in der Drittliga-Meisterschaft laufen. Effretikon holte sich mit dem zweiten Remis in dieser Saison bereits den 14. Punkt und hat damit die Vorjahres-Bilanz (11 Spiele/elf Punkte) bereits übertroffen.

Heinz Minder, Illnau

Matchtelegramm
Effretikon – Wallisellen 1:1 (0:1).- Sportzentrum Eselriet (Effretikon).- 65 Zuschauer.- SR: Orhan Bublica.- Tore: 38. 0:1. 48. Fahrni 1:1.- Effretikon: Kläy; Aregger, Schanz, Shahinaj, Bannwart; Zulfikari; Fahrni, Ngari, Giger, Danko; Anioke.- Ergänzungsspieler: Halimi; Veomani, Panzer, Schärz, Spirovski.- Wallisellen: Mehmedi; Aydin, Caroli, Mataj; Moor, Heiniger, Megna; Denis Dani Fernandes, Eggmann, Crusi; Memeti.- Ergänzungsspieler: Corbo, Solakac, Costa Micael Fernandes, Jeremy Rueda, Testa.- Bemerkungen: Effretikon ohne Yanik Meier, Amoako, Bärtschi, Schneller, Lemm.- Wallisellen ohne Mehmedi und Hanselmann (beide verletzt), Koide (Ferien), Schlegel (Aufgebot anderes Team) und Yanick Rueda (Beruf).- Erstein-/Teileinsatz von Ardit Spirovski (A-Junior).