3. Liga, Gruppe 4: Elgg – Effretikon 1:3 (1:1)

Effretikon auf Zahnfleisch zum 3:1 Auswärtssieg in Elgg
Effretikon schlug auswärts Elgg mit 3:1 (1:1). Doppeltorschütze für die Gäste auf dem Sportplatz «Im See» war Uchenna Anioke (21./92. Minute). Für Elgg, das zuletzt auswärts Embrach mit 9:1 deklassierte, traf Captain Pascal Forrer per Kopfball (Vorlage Bosshard) zum 1:1 Pausenstand (41.). Dylan Ngari brachte Effretikon mit einer starken Einzelleistung und gewonnenem Duell gegen zwei Gegenspieler in der 67. Minute 2:1 in Führung. Bei Effretikon schieden zur Pause Dario Schanz und Fabian Danko verletzungsbedingt aus, später, im zweiten Abschnitt dann auch noch Avni Shahinaj. Das Debüt von Gürkan Sentuerk, der auf Seiten Effretikons nach seiner Lungenentzündung erstmals zum Einsatz kam (Wechselte in der Winterpause von Rot-Weiss-Winikion aufs Eselriet) wurde in der 91. Minute durch Platzverweis/Notbremse. Vorzeitig beendet. Elgg vermochte seine hohen Erwartungen nicht zu erfüllen. Effretikon revanchierte sich für die 3:2 Vorrundenniederlage.

Was passiert, wenn ein Heimteam aufgetankt mit einem 9:1 Auswärts-Kantersieg in Embrach, deshalb hoch beflügelt mit einer mächtigen Portion Selbstvertrauen ausgestattet sich seinem erwartungsvollen Heimpublikum präsentieren kann und dabei auf eine Mannschaft trifft, die sich in einer Mini-Krise befindet, wie es ihr Trainer Flakon Halimi (fehlte infolge Ferienabsenz und wurde durch sein Assistent Urs Rhyner an der Seitenlinie vertreten) im Anschluss an die dritte Niederlage Effretikons in Serie vor Wochenfrist bestätigte. Das Duell «Höhen- gegen Tiefflug» musste die Antwort darauf geben, wohin die Reise des FC Effretikon führen wird. Auf die Zürcher Oberländer wartet im diesjährigen Restprogramm noch die vier Auswärtsspiele gegen Elgg, Neftenbach, Wallisellen und Bassersdorf 2, sowie die zwei Partien im Eselriet gegen Kloten und Embrach.

Bei Effretikon viele Spieler verletzt
Nun. Das Spiel aus Effretiker-Perspektive lief gar nicht wunschgemäss, was die personelle Situation betraf. Das bestätigte am Schluss Urs Rhyner. «Wir mussten zwei Auswechslungen vornehmen, die so nicht geplant waren». Einen betraf Dario Schanz, der schon im Verlaufe der ersten Halbzeit gar nicht «rund lief» und zur Pause verletzungsbedingtes Forfait geben musste. Gleiches betraf Fabian Danko. Effretikons rechter Offensiv-Mittelfeldakteur Fabian Danko, welcher sich nach einer mehrmonatigen Bänderverletzung langsam wieder seiner alten und gefährlichen Form nähert, wurde im ersten Durchgang von Manuel Hösli rustikal gefoult und schied ebenfalls zur Pause verletzungsbedingt aus. Erwähnenswert hinzu: Bei Effretikon gab Marc Schneller, bislang wegen seiner Rekrutenschule noch ohne Meisterschaftseinsatz, debütierte vielversprechend, ebenso Florian Bannwart nach seiner Augen-OP. Im Verlaufe der zweiten Hälfte gab Adrian Lemm nach mehrmonatiger Auszeit (Hüft-OP) ebenfalls ein Comeback und Gürkan Sentuerk debütierte ab der 64. Minute im Effretiker-Dress. Allerdings endete das Spiel für den Neuzuzug (Winterpause ex Rot-Weiss-Winikon) in der ersten Minute der Nachspielzeit vorzeitig. Wegen einer Notbremse sah Sentuerk die Rote Karte und fehlt nun Effretikon im nächsten Match ebenso wie Avni Shahinaj, der ebenfalls nicht zu Ende spielen konnte und auch verletzt ausschied. Shahinaj kann am kommenden Sonntag eh einen freien Spieltag geniessen, kassierte er doch die achte Karte (35.) und fehlt Effretikon im Heimspiel wegen Spielsperre.

Gäste starteten bewusst defensivorientiert ins Auswärtsspiel
Das Erfreuliche nun noch: Das zuletzt drei Mal in Folge unterlegene Effretikon startete defensivorientiert. «Das war bewusst», wie Urs Rhyner nach Spielschluss aufklärte. «Unsere Spieltaktik war heute primär und anfangs auf die Abwehr und erst später auf die Offensive ausgerichtet». So dauerte es mehr als zwanzig Minuten die das zuletzt stark verunsicherte Effretikon brauchte um ins Spiel zu finden. Elgg war bestrebt, einen frühen resultatmässigen Akzent zu setzten und hoffte auf die zuletzt bekannten Effretiker-Aussetzer in der Abwehr. Doch diese kamen auf dem Sportplatzt «Im See» nicht. «Das kleine und schmale Spielfeld kam als Mannschaft mit technischem Vorteil sicher entgegen», wie Rhyner bemerkte.

Elgg schaffte die angestrebte frühe Führung nicht
Zwei Mal setzten sich die Gäste dann wirkungsvoll ins Szene, nachdem der Heimklub mit seinen Versuchen auf das Tor von Mathijs Kläy scheiterte. Beide Male kam Effretikon über die rechte Seite mit Danko gefährlich in die gegnerische Hälfte. Bei der ersten Aktion lancierte Debütant Marc Schneller (mit sehr gutem Einstand) Danko, dessen Flanke in die Mitte vor das Tor auf Adrian Fahrni knapp bei Lehmann vorbei strich (20.). Erfolgreicher fast mit dem identischen Spielzug dann das 1:0, wiederum von Danko ausgehend, wiederum mit Pass in die Mitte. Diesmal war allerdings Uchenna Anioke zur Stelle und vollstreckte zur Führung der Gäste (21.).

Zwei Mal fast identischer Effretiker Angriff
Basierend von einem Freistoss von der rechten Seite gelangte der Diagonalpass links aussen auf Bosshard, welcher den Ball kurz vor der Pause in den Effretiker-Strafraum schoss, wo Captain Pascal Forrer mit dem Kopf zur Stelle war und zum 1:1 Pausenstand ausgleichen konnte (41.). Noch vor Ablauf der ersten Halbzeit machte sich dann Dylan Ngari auf seine Auswechslung bereit, wurde aber in der ersten Hälfte nicht mehr eingesetzt und musste die Pausenunterbrechung dazu nutzen, sich erneut auf zu wärmen. Mit Erfolg. Effretikon wurde offensiver, kam durch Bärtschi zu einer guten Aktion, doch wurde Effretikons-Stürmer nach einer Stunde Spielzeit erfolgreich durch den Gegner im Strafraum vor Lehmann abgefangen (64.). Die Gäste waren bemüht, den Ball in ihren Reihen zu sichern. Elgg tat sich mit dem soliden Abwehrverhalten Effretikons sehr schwer. Der Mannschaft von Giuseppe Picone, die zuletzt in Embrach zu einem Schaulaufen durch die inexistent scheinende Heimtruppe kam, bot Effretikon mit grossem Kampfeinsatz wohl mehr als erwartet Paroli. Effretikon konterte bei jeder sich bietenden Möglichkeit. Uchenna Anioke scheiterte kurz nach Bärtschis-Aktion vor Lehmann. Dann aber setzte sich der neu eingewechselte Dylan Ngari gleich gegen zwei Gegner durch und platzierte den Ball exakt am rechten Torpfosten vorbei zur 2:1 Führung Effretikons (67.).

Effretikon muss zur Pause zwei Spieler «ausser Plan» wechseln
Elgg sah sich in der verbleibenden Spielzeit genötigt, noch offensiver auf zu treten und entblösste damit seine eigene Hintermannschaft. Das erleichterte Effretikon das Konterspiel. Orhan Emrulahri, im Verlaufe der zweiten Halbzeit ins Spiel gekommen, sorgte wie Schneller für zusätzlichen Druck auf der Aussenbahn. Die Platzherren sündigten im Abschluss, wie der zuletzt in Bülach vier Mal erfolgreich gewesene Bühler, welcher das 2:2 knapp verfehlte (74.). Kurz darauf vergab Anioke eine weitere Konterchance nachdem ihm Marco Fischer den Ball wegen Ausrutschens auf dem Feld überlassen musste (77.).

Hektische Schlussphase mit vielen Konterchancen für Effretikon
Die Schlussphase verlief hektisch. Elgg kam neun Minuten vor Ablauf der offiziellen Spielzeit (drei Minuten Nachspielzeit), auf der rechten Seite, runde 18 Meter vor dem Tor zu einem gefährlichen Freistoss. Marc Scherrer setzte diesen Standard aber in die Effretiker-Vier-Mann-Mauer und auf der Gegenseite startete Anioke aus gut und gerne vier Meter Offsidestellung (vom Schiedsrichter nicht gesehen!) auf Sven Lehmann, verschoss aber dieses Geschenk (87.). Die Effretiker Chancen häuften sich nun. Kurz nachdem Anioke aus klarer Offsidestellung gescheitert war, legte derselbige Effretiker dann dem aufgerückten Yanick Meier auf, doch Lehmann klärte gegen Meier (88.). Anioke, Effretikons Aktivposten auf dem Feld, lancierte dann Romario, welcher ebenfalls nicht reüssierte (89.), dafür dann eine ganz heisse Szene auf der Gegenseite, als Elgg über die linke Position nochmals alles nach vorne warf.

Ein Debüt endet mit Platzverweis
Nach seiner Lungenentzündung debütierte Effretikons Neuerwerbung zur Winterpause – Gürkan Sentuerk – ab der 64. Minute im Effretiker-Dress. Sentuerk musste sich dann eines Notbremse-Foulspieles behelfen und wurde durch den Schiedsrichter in der ersten Minute der Nachspielzeit per Roter Karte direkt des Feldes verwiesen. Elgg kam zu einem weiteren Freistoss, direkt am Strafraum. Diesen hämmerte Luca Picone abermals in die Mauer. Daraufhin der erneute schnelle Konter. Diesmal reüssierte Uchenna Anioke mit seinem zweiten Treffer und sicherte seiner nie aufgebenden und mit starkem Kollektiveinsatz kämpfenden Mannschaft nach drei Pleiten in Serie endgültig den (3:1) Sieg.

Effretikon kehrt auf die Siegesstrasse zurück
«Das Spiel hat für uns allerdings einen unglücklichen Verlauf genommen», so Urs Rhyner. «Die Auswechslungen, die wir zur Pause bereits vornehmen mussten, waren so keinesfalls geplant und wir mussten im Verlaufe der Partie abermals umstellen». Als Avni Shahinaj ebenfalls verletzt aus dem Spiel musste, übernahm Adrian Fahrni seine Position in der Abwehr. «Unsere zuletzt erfolglose Mannschaft hat heute den Beweis erbracht, das es geht und unsere zuletzt verunsicherten Leute das Fussballspielen keinesfalls verlernt haben». Mit was für einer Formation Urs Rhyner allerdings in einer Woche im Heimspiel gegen Kloten antreten kann, darüber wird er sich noch einige Gedanken machen müssen. Effretikons Verletzten-Liste ist mit Panzer, Schärz, Aregger, Amoako und Zulfikari bereits lang und gewichtig. Jetzt sind mit Schanz, Danko und Shahinaj drei weitere Spieler dazu gekommen. «Mal sehen, was ich noch aus dem Hut zaubern kann», so Urs Rhyner, der natürlich sehr glücklich war, dass Effretikon das Duell «Höhen- gegen Tiefflug» gewinnen konnte und seine Mannschaft nun im 17. Spiel den achten Sieg erringen konnte und nun mit 26 Punkten in dieser starken Gruppe weiterhin vorzüglich platziert ist. Effretikon kann von einem gesicherten Mittelfeldplatz aus die restlichen Runden in Angriff nehmen. «Allerdings sind wir natürlich noch nicht auf dem Niveau das wir eigentlich erreichen wollen», so Urs Rhyner. «Wir brauchen noch Zeit und vor allem Geduld und haben in Effretikon noch eine Menge Arbeit». Seine junge Mannschaft, die weiterhin «viel lernen muss hat heute wieder bewiesen, was wir könnten». Effretikon sei eben immer «zu einer Überraschung gut – sowohl positiv, wie auch negativ».

Heinz Minder, Elgg

Matchtelegramm
Elgg – Effretikon 1:3 (1:1).- Sportplatz «Im See» (Elgg).- 88 Zuschauer.- SR: Liridon Muzlijaj.- Tore: 21. Anioke 0 :1. 41. Forrer 1 :1. 67. Ngari 1 :2. 92. Anioke 1 :3.- Elgg: Lehmann; Moritz Fuchs, Bosshard, Fischer, Philipp Fuchs; Hösli, Scherrer, Hartmann, Keller; Bühler, Forrer.- Ergänzungsspieler: Hirt; Picone, Ali.- Effretikon: Kläy; Bannwart, Schanz, Shahinaj, Schneller.- Yanik Meier; Anioke, Romario, Fahrni, Danko; Bärtschi.- Ergänzungsspieler.- Sentuerk, Emrulahri, Lemm, Ngari.- Bemerkungen: Effretikon ohne Christoph Panzer, Kim Schärz, Jahjo Zulfikari (definitives vorzeitiges Saisonende), Adrian Aregger und Jason Amoako (alle verletzt); Dejan Stankovic (krank), Alvin Kqiku (Ferien), Torhüter Tim Zgraggen (kein Aufgebot).-Comeback von Florian Bannwart (nach Augen-OP) und Adrian Lemm (Hüft-Operation), sowie Debüt von Gürkan Sentuerk (nach Lungenentzündung) und Marc Schneller (Ersteinsatz während RS).- Zur Pause scheiden bei Effretikon Dario Schanz und Fabian Danko verletzungsbedingt aus; später Avni Shahinaj.- Verwarnungen/Platzverweis: 35. Shahinaj (gesperrt für nächstes Spiel), 64. Debüt von Gürkan Sentuerk und 91. Platzverweis (Notbremse).- Trainer Flakon Halimi (Ferien)/Team wird von Assistenz-Trainer Urs Rhyner geführt.- Eckballverhältnis: 5:0 (3:0).- Nächstes Spiel des FC Effretikon: Sonntag, 6. Mai 2018: Sportplatz Eselriet (Effretikon): Effretikon – Kloten (Spielbeginn 11:15 Uhr).-