3. Liga, Gruppe 4: 3. Liga, Gruppe 4: Wallisellen – Effretikon

Samstag, 2. Juni 2018, Sportzentrum (Wallisellen) – Spielbeginn: 18 Uhr
Effretikon gastiert beim Gruppensieger und Aufsteiger Wallisellen
Nach dem spielfreien Pfingstwochenende und dem gegen Embrach vorgezogenen letzten Heimspiel (Donnerstag, 17. Mai 2018 um 20:15 Uhr im Eselriet/) muss Effretikon in der vorletzten Meisterschaftsrunde nach Wallisellen. Dort treffen die Zürcher Oberländer auf jenen Verein, der heuer die Konkurrenz in der Gruppe 4 klar in die Schranken wies (Spielbeginn im Sportzentrum Wallisellen: Samstag 2. Juni um 18 Uhr).

Wallisellen überstand die bisherigen 19 Runden als einziger alles 61 Drittligisten der Region Zürich die bisherige Meisterschaft 2017/18 ungeschlagen. Bereits in der Vorrunde Wallisellen die sportlichen Akzente, holte sich zur Halbzeit den Titel des Wintermeisters und verteidigte diesen in der Rückrunde souverän. Einzig in der ersten Saisonhälfte musste Wallisellen bei zwei Remis die Punkte mit dem Gegner teilen. So verlor der Gruppenfavorit am 10. September in Kloten beim 3:3 und später am 21. Oktober im Effretiker Eselriet beim 1:1 die ersten und einzigen Punkte.

Schere Dritt- zu Zweitliga wird grösser…
Die Saison 2017/18 neigt sich damit zu Ende. Bereits jetzt kann wohl berechtigterweise bemerkt werden, dass die Schere zwischen Dritt- und Zweitliga von Jahr zu Jahr grösser, respektive das Niveau der Drittliga schwächer wird. Kaum ein Aufsteiger in die regionale Zweitliga schafft den Klassenerhalt über eine längere Zeitspanne. Zwei, drei Jahre, wenn überhaupt sind oftmals das höchste oder längste der Gefühle. Es pendeln fast immer die gleichen Vereine zwischen Dritt- und Zweitliga. Zu gut für die Dritt- zu schlecht für die Zweitliga. Mit ein grund für das grosse Leistungsgefälle ist sicher das unsägliche freie Auswechseln, welches bis und mit Drittliga bei den Amateuren klar den Hauch von Grümpelturnier-Stimmung aufkommen lässt. Was einem Drittligist bei entsprechender Personaldecke ermöglicht, ein Spiel entsprechend zu steuern (laufend Aus- und Einwechslungen, teils entsprechende Spieler mehrmals in den offiziellen neunzig Minuten) und teils, wenn ein Spiel auf der Kippe steht, in der Schlussphase noch bis zum Exzess getrieben werden kann (um Zeit zu schinden und dem Gegner der Rhythmus mit ständigen Auswechslungen zu brechen), ist dann eine Liga höher – in der Zweitliga – plötzlich nicht mehr möglich.

Projekt dringend Überdenken
Spieler, die in der Drittliga noch Luft auf der Auswechselbank holen konnten (wohl auch nicht so austrainiert wie Zweitligaspieler sind) sehen sich plötzlich damit konfrontiert, entweder raus, oder im Spiel zu bleiben. Noch gilt in der Zweitliga die Regel, dass es nicht mehr als drei Auswechslungen geben darf. Die ursprüngliche Idee hinter dem Projekt des freien Auswechseln liegt darin, dass Trainer potentiellen Nachwuchsspieler die Change geben, in der Aktivklasse erste Spielpraxis durch Teileinsätze zu erlangen, wird von vielen Teamverantwortlichen wenig bis gar nicht genutzt, womit die Regel des freien Auswechseln zur Farce und klaren Verwässerung des Niveaus der Drittliga beiträgt.

Bemerkenswerter Hinweis von Seiten des FC Wallisellen zu dessen letzten Spieles vom vergangenen Sonntag in Embrach:***Wallisellen revanchierte sich für die Niederlage im Cup und gewann in der Meisterschaft gegen Embrach klar. Auch die öfters vorgenommenen Auswechslungen zeigten auf, dass die Walliseller über genügend sehr gutes Potential verfügen und die Spielqualität hochgehalten werden kann***.

Pendelkandidaten der ständigen Auf- und Abstiege
Zahlreiche Vereine pendeln so öfters zwischen Dritt- und Zweitliga. So auch Wallisellen. 2007/08 stieg Wallisellen, zusammen mit Effretikon, aus der Zweitliga ab, schaffte denn die Rückkehr, worauf 2010/11 zusammen mit Siebnen bereits der nächste Abschied aus der Zweitliga erfolgte (wie der Wiederaufstieg) und 2015/16 dann zusammen mit Wetzikon, Beringen und Brüttisellen die nächste Relegation. Jetzt steigt der kommenden Gegner der Effretiker wieder mal in die Zweitliga auf und die Frage stellt sich bereits: Wie lange können sich die Glattaler in dieser Spielklasse halten. Wallisellen stand Ende 2012/13 gegen Bassersdorf im Finalspiel des Zürcher Regionalcups und unterlag Bassersdorf 4:5. Im letzten Jahr kam es in diesem Cup-Wettbewerb zur Wiederholung dieser Finalpaarung. Auch damals verlor Wallisellen das Finale – vor einem Jahr dann im Penaltyschiessen mit 6:7. Nebst Wallisellen gibt es zahlreiche Vereine, die in den letzten Jahren häufig auf- und abstiegen. Embrach: Abstiege aus der Zweitliga: 2000/01, 2005/06 und 2011/12, teils nach sehr kurzen Gastspielen, Veltheim: 2003/03, 2006/07 und 2012/13; Wetzikon: 2003/04, 2008/09 und 2015/16; Stäfa: 2009/10 und 2014/15, Brüttisellen: 2008/10, 2005/06 und 2015/16 sowie der ehemalige Erstligist Bülach 2010/11 und 2016/17. Und heuer deutet wieder vieles darauf hin, dass von den letztjährigen Aufsteigern mit Wetzikon, Rafzerfeld und Rümlang nicht weniger als gleich drei Liga-Neuling nach zur einem Jahr Zweitliga bereits wieder absteigen müssen. Das müsste eigentlich vielen Grund zum Nachdenken geben.

Zwei Wochen Kopf lüften…
Flakon Halimi, unmittelbar nach Schluss des letzten Effretiker-Heimspiels am Donnerstag, 17. Mai gegen Embrach (3:3 Endstand): «Nächste Woche haben unsere Spieler jetzt mal frei. Zeit- um über Pfingsten und das Effi-Fäscht den Kopf lüften zu können». Im Hinblick auf das Auswärtsspiel in Wallisellen: «Unser nächster Gegner Wallisellen? Zuerst vorab von meiner Seite meine herzlichsten Gratulationen an diese Mannschaft für den erreichten Aufstieg in die 2. Liga. Wallisellen hat eine sehr starke und konstante Saison gezeigt und ist sicher verdient aufgestiegen». Halimi weiter: «Wir müssen nicht darüber diskutieren. Wir fahren nach Wallisellen um die Punkte zu holen». Gesundes Selbstvertrauen beim Effretiker Trainer, der zusammen mit seinem Assistent Urs Rhyner (wie bereits gemeldet) den Vertrag im Eselriet für die nächste Saison 2018/19 verlängert hat, scheint jedenfalls vorhanden. «Wir werden in Wallisellen auf Sieg spielen. Wir wollen die Ersten sein, die diese Mannschaft in dieser Saison schlagen. Wir wollen, dass Wallisellen noch von uns und niemandem anders sprechen wird».

…und hoffen, dass einige angeschlagene Spieler wieder fit werden
Die Pfingsttage und dann das Wochenende beim Effi-Fäscht spielfrei, also zwei Wochen ohne Wettkampf, bedeutet, dass die Effretiker vor allem ihre lange Verletzungsliste pflegen und hegen können. Zuletzt gegen Embrach fehlten Flakon Halimi/Urs Rhyner folgende Spieler: Kim Schärz, Adrian Aregger, Jahjo Zulfikari (definitives vorzeitiges Saisonende), Orhan Emrulahri und Jason Amoako (alle verletzt), Florian Bannwart (Ferien), Marc Schneller (Militär) und Torhüter Tim Zgraggen (kein Aufgebot). Kamen dann aus dem letzten Heimspiel gegen Embrach aus der Startphase mit Adrian Fahrni und Dario Schanz zwei weitere Spieler hinzu. Erfreulicher hingegen war die Tatsache, dass mit Christoph Panzer (kein Einsatz gegen Embrach), Dylan Ngari, Adrian Lemm, Alvin Kqiku und Romario wieder zuletzt ebenfalls verletz/oder abwesende Spieler einsatzbereit waren und letztere alle gegen Embrach noch zu Teileinsätzen kamen. «Ich erhoffe mir von meiner Mannschaft die selbe Leidenschaft wie gegen Embrach und die leider in Neftenbach noch fehlte (1:4 Niederlange)». Er wünsche sich auch, dass «wir mit dem Glauben aufspielen, den wir trotz des 1:3 Rückstandes gegen Embrach noch hatten und letztlich zu einem meiner Ansicht nach verdienten 3:3 Schlussresultat kamen», so Flakon Halimi. Er sei davon überzeugt, dass «wir in Wallisellen eine Überraschung zeigten könnten». Er jedenfalls «freue mich schon auf den Vergleichskampf mit dem Gruppensieger und Aufsteiger».

Leader deklassiert Embrach nach der Pause
Wallisellen überstand am vergangenen Wochenende auch sein Auswärtsspiel in Embrach souverän. Im Rahmen des Zürcher Regionalcup unterlag Wallisellen dem gleichen Gegner noch im Achtelfinal vom 29. März und mit Heimvorteil noch dazu mit 2:3. Jetzt in der Meisterschaft gab sich der Tabellenführer in Embrach aber keine Blösse mehr. Nach einem 1:1 Pausenstand kassierte Embrach mit 2:6 noch eine weitere klare Niederlage und konnte somit seinen Cup-Erfolg nicht bestätigen. Wallisellen schaffte damit die Revanche und feierte somit im 19. Spiel bereits den 17. Sieg und distanzierte damit das zweitrangierte Niederweningen um 17 Punkte. Die grosse Frage ist nun wirklich: Übersteht der Aufsteiger die Saison ohne Niederlage – oder ist Effretikon wirklich der erste Gegner, welcher den Dominator der Gruppe 4 zu schlagen vermag.

Torschütze Avni Shahinaj nur Zuschauer – da gesperrt
Effretikon erreichte in der Vorrunde im Oktober im heimischen Eselriet gegen Wallisellen ein 1:1 Remis. Effretikon muss ohne Avni Shahinaj an antreten. Er, der die 1:0 Führung mit einem herrlichen Distanzschuss erzielte, handelte sich später eine Verwarnung ein und damit die achte Gelbe Karte, was ihn automatisch gegen Wallisellen sperrt. Effretikon liegt momentan, zwei Runden vor Schluss, noch immer auf dem vierten Zwischenrang (20 Spiele/30 Punkte), gefolgt vom fünftrangierten Bülach (19 Spiele/29 Punkte).

Heinz Minder, Illnau