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48. Generalversammlung FC Effretikon 2015 - 20.2.2015

Geschrieben von Heinz Minder am .

Gute Dinge brauchen Weile

Der FC Effretikon steht trotz Realisierung ehrgeiziger Projekte, wie Renovation des eigenen Klubhauses auf finanziell gesunden Beinen. Zum 13. Mal in Folge wurden der Klub vom Effretiker Eselriet durch den Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) zum vorbildlichen Verein nominiert und hat damit den Platin-Status erreicht. Beim FCE soll der Sport wieder in den Vordergrund rücken und der Frauenfussball im Klub einen gewichtigeren Anteil erfahren.

Nach Jahren, die beim FC Effretikon ganz im Zeichen einer Verbesserung der Infrastruktur im Eselriet standen, will sich der Verein nun wieder voll und ganz auf den eigentlichen Kernbereich, die sportliche Weiterentwicklung aller Teams (Aktive/Senioren und komplette Nachwuchsabteilung) konzentrieren. Der FC Effretikon verfügt nun über einen komplett renovierten und vergrösserten Garderobenbereich im Haupttrakt der Sportanlage Eselriet.

Dazu konnte unlängst und wenn auch mit einigen Monaten Verspätung, der Kunstrasen eingeweiht und intensiv für Trainings- und Wettkampfspiele genutzt werden. Die Infrastruktur der Fussballer in Effretikon, konnte damit endlich verbessert und der heutigen modernen Standartform vieler umliegender Vereine angepasst werden.

Und die FCE-Mitglieder zeigten sich im vergangenen Jahr erneut proaktiv und äusserst engagiert. In Eigenregie wurde das in die Jahre gekommene Klubhaus einem modernen Facelifting unterzogen. Die Renovation des Klubhauses hat den Verein einen sechsstelligen Betrag gekostet. Trotzdem konnte André Sahli am vergangenen Freitag anlässlich der 48. Ordentlichen Generalversammlung im Rössli-Saal in Illnau mit Stolz bestätigen, dass „wir trotz der grossen finanziellen Investition auf gesunden Füssen stehen“. Die zahlreichen Baustellen der letzten Jahre konnten 2014 somit im Eselriet endlich und erfolgreich abgeschlossen werden.

In Präsi-Amt hinein gewachsen
Der sportliche Glanz der Effretiker ist in den letzten Jahren etwas verblasst. 2001/02 stieg Effretikon als Zweitliga-Gruppensieger in die Amateurliga auf. Fünf Jahre unter Vito Calderone hielt sich Effretikon als eigentlicher Exot in der interregionalen Zweitliga, musste Ende 2006/07 nicht nur mit St. Otmar und Amriswil in die Zweitliga, sondern ein Jahr später gleich in die Drittliga absteigen. Aus der ehemaligen Nummer 1 im Zürcher Oberland wurde schnell ein Drittligist. Effretikon schaffte  2008/09 den sofortigen Wiederaufstieg, seither aber die Konsolidierung in der Zweitliga nicht mehr. Drei Mal in Extremis konnte der erneute Abstieg verhindert werden, so aber nicht mehr Ende letzter Saison. André Sahli (Illnau), der zuvor verschiedenste Funktionen im FC Effretikon inne hatte und vor einem Jahr als Nachfolger von Sandro Stroppa (designierter Präsident FVRZ) zum Klubpräsident gewählt wurde, meinte freitags, „ich bin in den letzten zwölf Monaten so richtig in die neue Rolle als Präsident hinein gewachsen“. Das sei für ihn zwar „nicht einfach gewesen, plötzlich über so viele Einladungen zu verfügen, hat aber von mir auch verlangt, dass ich andere Aufgaben abgeben musste“. Dank eines „sensationell funktionierenden Teams und äusserst engagierten Vorstandskollegen, wo es zwar auch immer wieder Streitgespräche gab die immer wieder mit einheitlichem Konsens endeten, glaube ich den Schritt vom Vize- zum Vereinspräsident geschafft zu haben“.

Sahli hat nun klare Perspektiven, wie er alle Mannschaften des FC Effretikon sportlich weiter bringen will. „Es besteht ein klares Projekt das wir umsetzen wollen“. Sahli verlangte noch „aus bestimmten Gründen eine Zeit des Stillschweigens, doch werde ich in den kommenden Tagen den Schleier des Geheimnis lüften, wie wir vom FCE längerfristig gesehen, die sportliche Weiterentwicklung aller Teams nachhaltig umzusetzen gedenken“.

Gründungsmitglied anwesend
An der denkwürdigen Gründungsversammlung vom 3. Juni 1966 hoben Robert Wyss (wurde erster FCE-Präsident), Hans Betschmann, Walter Schrämli, Werner Bachmann, Hugo Giezendanner, Karl Bloch, Hans Schnurrenberger, Hans Züger, Max Brändli, Erwin Kaspar, August Merki, Max Domenig, Arthur Weishaupt, Kurt Wintsch, Rolf Brändli, Theo Amann, René Rieder, Herbert Rüegg, Niklaus Müller und René Eperon aus der Taufe. André Sahli informierte denn die GV-Besucher darüber, dass „wir im nächsten Jahr das 50. Jubiläum feiern. „Die Vorbereitungen zu diesen Festlichkeiten sollten demnächst bei uns anfangen“. Und der FCE Präsident war besonders überrascht, dass „neben den drei Ehrenmitglieder Sandro Stroppa, Hans Albiez und Heinz Minder mit Herbert Rüegg erstmals wieder seit langem ein FCE-Gründungsmitglied zu einer Generalversammlung erschienen ist“. 107 Mitglieder fanden den Weg in den Rössli-Saal, obschon keine spektakulären, oder aussergewöhnlichen Punkte auf der Traktandenliste standen. „Wir sind ein seriös geführter Verein“, hielt Sahli in seinem ersten Jahresbericht als Präsident fest und unterstrich, dass „wir in vielen Bereichen grosse Fortschritte zu verzeichnen haben“. Später informierte Effretikons Präsident auch darüber, dass „unserer Frauenabteilung mehr Gewicht und Bedeutung zugeordnet werden soll“.

Effretikon will Frauenfussball aufwerten
Bei den Wahlen, wo sich ausser Roger Hüppi (Rücktritt nach fünf Jahren als Leiter Klubhaus) alle Vorstandsmitglieder zu einem weiteren Amtsjahr zu Verfügung stellte, konnte André Sahli mit Livia Bollmann (neu Beisitzerin) die Frauenquote im Vorstand wieder einführen. „Ein erster Schritt, denn wir sind davon überzeugt, dass unser Frauen und unsere Juniorinnen allesamt dank diversen Neuzuzügen, respektive Rückkehrerinnen grosses Potential zu mehr sportlichem Erfolg haben“. Der Vorstand habe bereits darüber „beraten, den Frauenfussball in Effretikon an allen Fronten aufzuwerten“.

Über 600 Mitglieder
Dank 18 neuen Junioren ist der Mitgliederbestand des FC Effretikon 2014 auf 609 angewachsen (2013 waren es 610). Aktuell warten noch 31 Kinder auf der FCE Warteliste um in einem Team eine Einsatzmöglichkeit zu bekommen. Trotz des finanziellen Aufwandes eines sechsstelligen Betrages in die Renovation des Klubhauses Eselriet, schloss die Jahresrechnung noch mit einem kleinen Gewinn von 175 Franken. Das letzte Jahr brachte einige Mitglieder an ihre Grenze. Rolf Weber, Leiter OK-Veranstaltungen: „Das grosse Publikumsinteresse des Promospieles FC Zürich gegen FC Winterthur hat uns fast auf dem falschen Fuss erwischt. Wir rechneten mit etwas über 500 Zuschauer. Es kamen am Spiel unter der Woche 1100 auf das Eselriet“. Mit grossem Stolz konnte Weber auch einen neuen Einnahmerekord beim letztjährigen Chlausturnier vermelden. „Seit 15 Jahren ist unser OK-Veranstaltungen personell unverändert. So profitieren wir von einem perfekt aufeinander abgestimmten Team das bei den Grossanlässen, wie Einsatz im Klubhaus, Turnieren, Illauer-Dorfchili oder in diesem Jahr beim Effretiker-Stadtfescht mit unermüdlichem Einsatz Höchstleistungen für den FC Effretikon erbringt“.

Keine Dramatik – kein Spektakel
Oliver Ziegler, einstiges und langjähriges FCE-Aktivmitglieder der ersten Mannschaft und heute Leiter Aktive, zog folgende sportliche Bilanz der ersten Mannschaft. „Der Abstieg in die Drittliga war diesmal auch von höheren Mächten nicht mehr zu verhindern“. Effretikon brachte „mit der Verpflichtung Fred Zbinden (Trainer) und Dani Ahmeti (Assistent) einen frischen Wind aufs Eselriet. Nach gutem Start hat die Mannschaft ein wenig stagniert, zum Schluss der Vorrunde gegen die Topteams der Gruppe aber gut gespielt und auch gepunktet und auf dem fünften Zwischenrang überwintert“. Die Vorbereitung auf die Rückrunde hin „ist im vollen Gange“. Ziegler fordert beim eingeleiteten Neuaufbau Geduld, „denn gute Dinge brauchen Weile“. Spass habe das Zuschauen der Spiele der zweiten Mannschaft gemacht. Den zweiten Rang der letztjährigen Saison konnte das Team aber noch nicht bestätigen und ist momentan etwas hinter den sportlichen Erwartungen zurück. 

Grosse Leistungsunterschiede
Bruno Müller (Leiter Junioren) informierte darüber, dass „die Nachwuchsabteilung des FC Effretikon einem Wandel ausgesetzt ist“ und sich gewissen Problemen der verschiedenen Spielklassen gegenüber sieht. Die A+ Junioren starteten als Gruppierung mit dem FC Kempttal in die Saison, „bei den B-Junioren fingen wird mit einem enormen Kader an, während wir bei den D-Junioren zu viele Spieler für zwei, zu wenig Spieler aber für drei Teams hatten, womit einige Nachwuchsspieler nicht eingeteilt werden konnten“. Wegen schlechten Verhaltens, Respektlosigkeit und Unzuverlässigkeit sahen sie die FCE-Verantwortlichen gar gezwungen ein E-Juniorenteam aufzulösen. „In einigen Jahrgängen hatten und haben wir ungünstige Zahlenverhältnisse, fehlende Masse und zu grosse Leistungsunterschiede. Diese führen vermehrt zu Einteilungsschwierigkeiten der Nachwuchsspieler“. Auf dem Eselriet glaubt man nun den Schlüssel zum Erfolg gefunden zu haben, wie André Sahli andeutete. „Wir stellen die Weichen dahin, dass wir in jeder Alterskategorie im Nachwuchs mindestens ein ambitioniertes Team stellen können, auf der anderen Seite wollen wir aber auch den weniger talentierten und weniger ambitionierteren Hobbyfussballern eine Möglichkeit bieten, weiterhin ihrer Lieblingsbeschäftigung auf ihrem Niveau nachkommen zu können“.

Denkwürdige Anlässe
Die Senioren rollten das Feld in der Rückrunde von hinten mit sieben Siegen in Folge auf und feierten ihre Rückkehr in die Promotion mit einem denkwürdigen Fest im Pirates (Hinwil). Michael Heimgartner: „In der laufenden Meisterschaft ist uns ein mässiger Start gelungen und im Cupwettbewerb sind wird leider bereits in der dritten Runde ausgeschieden“. Höhepunkt der Veteranen war ihr Länderspiel Schweiz – Deutschland. Im anstehenden Rückspiel wollen die Eidgenossen dann den Sieg erkämpfen. Nach der Vorrunde stehen die FCE Veteranen auf dem zweiten Zwischenrang, sind aber im Cup ebenfalls vorzeitig ausgeschieden.

Einstimmige Wahlen
Der komplette Vorstand um André Sahli (Präsident) wurde mit starkem Applaus für ein weiteres Jahr wieder gewählt. Martin Wirz (Kassier), Oliver Ziegler (Leiter Aktive), Rolf Weber (Leiter OKV), Markus Wegmann (Leiter Werbekommission), Urs Jacober (Leiter Internet), Thomas Wintsch (Leiter Logtistik), Bruno Müller (Leiter Junioren), Michael Heimgartner (Leiter Senioren), dazu neu: Livia Bollmann (Beisitzerin).

Vakant bleiben die beiden Vorstandsämter des zurück getretenen Leiter Klubhaus, sowie vom Vorjahr her noch der Posten des Vizepräsident. André Sahli: „Ich habe schon wieder einige Kandidaten für die vakanten Posten im Auge“. Der zurück getretene Roger Hüppi wurde zum Freimitglied gewählt.Hüppi verabschiedete sich „mit einem lachenden und weinenden Auge“. Sein Rücktritt sei „nach fünf spannenden Jahren gekommen. Mein bisheriges Team macht geschlossen weiter, brauch aber dringend Verstärkung“. Für ihre besonderen Verdienst das ganze Jahr hindurch, wie Produktion des umfangreichen Matchprogrammes, ihrer Mitarbeit in der Werbekommission und bei vielen weiteren Projekten und Arbeiten, wurde Daniela Germann zum Mitglied des Jahres geehrt.

Rücksichtnahme gefordert
Thomas Wintsch, Leiter Logistik, informierte darüber dass „wir im letzten Winter erstmals Erfahrungen mit viel Schnee auf dem neuen Kunstrasenplatz machen konnten“. Wintsch informierte die Mitglieder darüber, dass „es keine Selbstverständlichkeit ist, dass die Mitarbeiter des Sportzentrums eine sofortige Schneeräumung garantieren können. Die Platzbelegung „erfordert gegenseitige Absprache, vor allem aber Rücksichtnahme bei Vollbelegung des Kunstrasens“ und Wintsch betone, es „ist zwingend nötig, dass sich die Spieler und Trainer an die Einteilung von Plätzen und Garderoben halten“. Ein grosses Problem sei die Sauberkeit im Garderoben-Trakt. Der Leiter Logistik sprach von unglaublichen Vorkommnissen und appellierte an alle, für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen.

Zahlreiche Sponsorenverträge
Markus Wegmann (Leiter Werbekommission) konnte voller Stolz den Abschluss zehn neuen Sponsorenverträgen im abgeschlossenen 2014 berichten. „Dabei ist es uns aus gelungen, mit Raiffeisenbank (Effretikon), Bäckerei Konditorei Mühlebach (Effretikon) und Weilenmann Bauunternehmen (Kemptal) einen neuen Haupt- und zwei neuen Co-Hauptsponsoren zu gewinnen“.

Zum Abschluss informierte André Sahli nochmals darüber, dass „der Verein bestrebt ist, die Frauenabteilung klar zu stärken“, Das Schiedsrichterteam konnte beim FC Effretikon um zwei Kandidaten vergrössert werden. „Allerdings sind wir noch davon entfernt, den an Hand gemeldeten Teams bestimmten Koeffizient bereits wieder voll zu erfüllen. Aus diesem Grunde suchen wir weitere Schiedsrichterkandidaten“. Als Höhepunkt des laufenden Vereinsjahres 2015 ist das neu belebte Effi-Fäscht. Dieses steigt vom 29. bis 31. Mai. Der FC Effretikon ist mit dem grössten Festzelt an diesem Anlass beteiligt.

Heinz Minder