Der Start in die neue Saison 2025/26 hätte wohl kaum symbolträchtiger sein können: das erste Meisterschaftsspiel in der 1. Liga, das erste Kräftemessen auf neuem Terrain – und das gleich auswärts beim ambitionierten FC Sempach. Nach dem packenden Aufstieg im vergangenen Jahr war die Vorfreude riesig, die Nervosität greifbar, die Herausforderung unübersehbar.
Anreise und Stimmung
Mit zwei Kleinbussen machte sich die Mannschaft am frühen Abend auf den Weg nach Sempach. Schon die gemeinsame Anfahrt vermittelte ein besonderes Gefühl von Einheit, von Abenteuer und Aufbruch. Lachen, konzentrierte Gespräche und diese typische Mischung aus Aufregung und Vorfreude lagen in der Luft. Ein grosses Dankeschön gebührt an dieser Stelle dem Vorstand, der den Transport so reibungslos organisierte und damit den Grundstein für einen professionellen Auftritt legte.
Vor Ort angekommen, war die Konzentration sofort spürbar. Beim Einwärmen herrschte fokussierte Ruhe, durchzogen von einer gesunden Portion Anspannung. Headcoach Patrik Meier fand in seiner Ansprache genau die richtigen Worte: motivierend, ermutigend und dennoch realistisch. „Achtung, fertig, vorwärts!“ – und schon war der Startschuss für die neue Ära gefallen.
Personelle Engpässe – ein Kraftakt
Die Vorzeichen waren alles andere als ideal: zahlreiche Abwesenheiten, ein schmaler Kader, einige Spielerinnen auf ungewohnten Positionen und neue Gesichter, die erst noch integriert werden mussten. In dieser Konstellation schien ein Punktgewinn fast schon unrealistisch. Doch wenn es eine Eigenschaft gibt, die dieses Team auszeichnet, dann ist es der unerschütterliche Kampfgeist.
Besonders emotional war das Comeback von Ladina Poltronieri, die trotz ihrem Rücktritt in der vergangenen Saison noch einmal die Fussballschuhe für die Mannschaft schnürte. Mit viel Herzblut, Leidenschaft und Routine fügte sie sich nahtlos ein – als wäre sie nie weg gewesen.
Erste Halbzeit – Disziplin und Leidenschaft
Von Beginn an übernahm der FC Sempach das Zepter. Ballbesitz, Spielanteile, Kontrolle – die Hausherrinnen waren in diesen Bereichen dominant und drängten unser Team tief in die eigene Hälfte. Doch die Abwehr stand kompakt, verschob diszipliniert und liess kaum zwingende Torchancen zu. Immer wieder gelang es, durch energisches Nachsetzen und konsequente Zweikämpfe die Angriffe zu unterbrechen.
Nach vorne fehlte zwar oft die Präzision im Passspiel, der Mut zum Abschluss oder das letzte Quäntchen Kaltschnäuzigkeit, doch vereinzelt blitzten gefährliche Umschaltmomente auf. Flankenläufe über die Aussenbahnen, mutige Vorstösse in den Strafraum – es war spürbar, dass trotz widriger Umstände der Wille ungebrochen war.
Mit einem torlosen 0:0 ging es in die Kabine – ein Teilerfolg, mit dem wohl nur die wenigsten im Vorfeld gerechnet hatten. Die Freude und Erleichterung im Team waren deutlich spürbar.
Zweite Halbzeit – bitterer Rückschlag und verpasste Chancen
Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, folgte der Schock: In der 48. Minute nutzte Sempach eine kurze Unachtsamkeit in unserer Defensive eiskalt aus. Tanja Schmid vollendete zum 1:0 und brachte die Gastgeberinnen in Führung.
Das Gegentor wirkte zunächst wie ein Stich ins Herz, doch anstatt zu resignieren, entfachte es einen neuen Funken. Die Mannschaft kämpfte sich zurück in die Partie, wurde mutiger und versuchte, eigene Akzente zu setzen. Andrea Spörri sorgte mit präzisen Flanken für Gefahr, Natascha Frieden spielte einen feinen Pass durch den Strafraum, der jedoch keinen Abnehmer fand.
Defensiv war es vor allem unserer Torhüterin Shannon Bärtschi zu verdanken, dass die Partie nicht vorzeitig entschieden wurde. Mit zwei glänzenden Paraden – reaktionsschnell, reflexartig, fast schon akrobatisch – hielt sie die Mannschaft im Spiel und sorgte für den Glauben, dass noch etwas möglich sein könnte.
Leider blieb der ersehnte Ausgleich verwehrt. Trotz unermüdlichem Anrennen und grossem Herzblut fehlte die letzte Durchschlagskraft. Als der Schlusspfiff ertönte, stand eine knappe, aber bittere 1:0-Niederlage fest.
Fazit – mehr als nur eine Niederlage
Das nackte Resultat mag enttäuschen, doch der Auftritt hatte eine ganz andere Botschaft: Diese Mannschaft ist auch in der 1. Liga konkurrenzfähig. Trotz allen personellen Schwierigkeiten zeigte das Team eine beeindruckende Mentalität, grossen Teamgeist und eine unerschütterliche Moral. Ein Punkt wäre nicht unverdient gewesen, und genau diese Erkenntnis gibt Mut für die kommenden Aufgaben.
Ein besonderes Dankeschön gebührt erneut Ladina Poltronieri, die mit ihrem kurzfristigen Einsatz ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Teamspirit setzte. Ihre Präsenz war spürbar und unterstrich, was dieses Team ausmacht: füreinander einzustehen, egal unter welchen Umständen.
Nun richtet sich der Blick nach vorne: Am kommenden Wochenende wartet mit FF Toggenburg ein äusserst starker Gegner, der sein Auftaktspiel klar mit 5:0 gewann. Doch wenn diese Mannschaft eines bewiesen hat, dann, dass sie auch in schwierigen Momenten über sich hinauswachsen kann.

