Was auf dem Papier nach einem Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten aussah, entpuppte sich auf dem Platz als zähes, hektisches und nervenaufreibendes Spiel – mit dem besseren Ende für unsere Frauen des FC Effretikon 1. Trotz vieler Ausfälle und eines alles andere als souveränen Spiels nahm das Team von Trainer Patrik Meier letztlich drei Punkte mit nach Hause.
Erste Halbzeit: Viel Hektik, wenig Spielfluss
Die Partie begann gleich mit einem echten Highlight: Bereits in der 1. Minute versuchte es Natascha Frieden mit einem mutigen Distanzschuss aus rund 30 Metern. Sie hatte gesehen, dass die Torhüterin von ZSU weit vor dem Kasten stand und zog einfach ab – Latte! Nur Zentimeter fehlten zur frühen Führung.
Doch statt daraus Energie zu ziehen, verfiel das Spiel in einen hektischen Rhythmus. Die Passqualität auf beiden Seiten liess stark zu wünschen übrig – es entwickelte sich mehr ein „Kick and Rush“ als ein kontrolliertes Aufbauspiel. In der 10. Minute dann die kalte Dusche: ZSU geht durch einen verwandelten Penalty von Anika Wittwer mit 1:0 in Führung.
Erst in der Trinkpause in der 25. Minute fand Coach Patrik Meier klare Worte. Der Gegner hatte in der laufenden Saison die meisten Gegentore erhalten und die wenigsten erzielt – und doch lag man zurück. Meier forderte seine Spielerinnen auf, einen Gang hochzuschalten und endlich Klarheit in das Spiel zu bringen.
Diese Ansprache zeigte Wirkung: Noch vor der Pause drehte Effretikon die Partie mit einem Doppelschlag. Zuerst traf Abidemi Tolulope Akeju zum 1:1 (40’), ehe Natascha Frieden in der 45. Minute gedankenschnell eine Unachtsamkeit der Stäfa-Abwehr ausnutzte und zur 1:2-Führung einschob.
Zweite Halbzeit: Kampf und Klasse
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie fahrig. Zwar war die zweite Halbzeit insgesamt etwas strukturierter, doch an spielerischer Leichtigkeit mangelte es weiterhin. Viele Ballverluste im Mittelfeld, hektische Aktionen und wenig echte Spielkontrolle bestimmten das Bild.
In dieser Phase zeigte Effretikon aber, dass man trotz der widrigen Umstände den Sieg unbedingt wollte. Natascha Frieden war es erneut, die in der 60. Minute den Ball zum 1:3 versenkte. Ein verdienter Lohn für ihre starke Leistung – doch leider war dies auch ihre letzte Aktion: Sie musste später verletzt ausgewechselt werden. Ein bitterer Wermutstropfen.
Auch Shannon Bärtschi, die Torhüterin von Effretikon, spielte einmal mehr eine herausragende Partie. Mit ihrer Ruhe, Konzentration und starken Paraden bewahrte sie ihr Team mehrfach vor Gegentoren – eine absolute Bank im Effretiker Tor.
Der Anschlusstreffer von Joya Tognoni (83’) zum 2:3 brachte nochmal Spannung in die Schlussminuten, doch das Team rettete den Vorsprung kämpferisch über die Zeit.
Fazit: Kein schöner Sieg – aber ein wichtiger
Trotz vieler fehlender Stammspielerinnen – unter anderem Nadine Baker, Fabienne Siegenthaler, Carissa Meyer, Shani und Nayelli Baumgartner sowie Chantal Enzler – zeigte das Team Moral. Zwar war das Spiel phasenweise weit unter dem Niveau der 1. Liga, aber am Ende zählen Einsatz, Wille und die drei Punkte. Und die wurden erkämpft.
Die Mannschaft weiss, dass noch viel Arbeit vor ihr liegt – aber mit solchen kämpferischen Leistungen, auch unter schwierigen Bedingungen, kann man sich als Team weiterentwickeln.

