Schlittschuhlaufen ohne Schläger? Ja, denn der Kunstrasen war so glatt, dass man schon beim Einlaufen das Gefühl hatte, gleich in der Eishalle Deutweg gelandet zu sein. Richtungswechsel? Nur für Lebensmüde mit Ersatzknien. Der Gameplan der Effretiker: kein Gegentor und vorne Nadelstiche setzen.
Tössfeld begann, als hätten sie Pep Guardiolas Tagebuch verschlungen: Ballbesitz, Kombinationen, Zepter in der Hand nur leider alles ohne Zug zum Tor. Die Effretiker verteidigten derweil mit einem 90-minütigen Buspark-Abo (war günstiger als die Parkplätze in Tössfeld). Erste Halbzeit also ein Festival der Pässe im Mittelfeld, Torschüsse aber Mangelware und die Zuschauer hatten genug Zeit, über den Rasen oder den Kaffee im Clubhaus zu philosophieren.
Nach der Pause kam dann das Drehbuch des Abends: Stillhard (Stier-li) schob den Ball nach einem missglückten Freistoss eiskalt ein – so cool, man hätte meinen können, er sei in einer Iglu-Schule am Nordpol aufgewachsen. 1:0 Effretikon. Doch wie das halt so ist: kaum führte man, schon stand’s 1:1. Tössfeld nutzte die defensive Schockstarre der Gäste gnadenlos aus.
Dann wurde es wild: Effretikon begann, wie im Eishockey ‘die Checks fertigzumachen’. Das passte zum Rasen und gefiel den Tössfeldern gar nicht. Das Mittelfeld eroberte den Ball, Kramer startete wie ein ICE durch die Gasse und knallte das Ding rein – 2:1. Nun lief es plötzlich, hinten clever, vorne eiskalt. Torhüter Meier flog wie ein A380 im Anflug auf Zürich und hielt, was zu halten war. Und weil’s so schön war, machte Kramer kurz vor Schluss noch das 3:1.
Das Zwei hat damit nicht nur Punkte gesammelt, sondern sich an die Spitzengruppe rangeschoben. Nächste Woche geht’s nach Oberwinterthur – ein direktes Duell, ein Sechs-Punkte-Spiel, oder wie man in Effretikon sagt: die nächste Chance, den Bus parken zu dürfen – diesmal hoffentlich nicht auf einer Eisbahn

