Die Reise im Regional Cup ist für die Frauen des FC Effretikon im Viertelfinal leider vorzeitig zu Ende gegangen. In einem Spiel, das weniger durch spielerische Brillanz als durch Fehler und verpasste Chancen entschieden wurde, unterlagen die Effretikerinnen dem unterklassigen FC Neftenbach mit 2:1. Eine bittere Niederlage – nicht nur wegen des Ausscheidens, sondern auch wegen der Art und Weise, wie das Spiel verloren ging.
Ein denkbar schlechter Start – zwei individuelle Fehler, zwei Gegentore
Bereits in der 9. Minute der erste Nackenschlag für das Fanionteam aus Effretikon: Nach einem unglücklichen Rückpass nahm Torhüterin Shannon Bärtschi den Ball reflexartig mit den Händen auf – ein klarer Fall für einen indirekten Freistoss im Strafraum. Die Neftenbacherinnen nutzten diese Einladung dankend aus: Naomi Lanaro liess sich die Gelegenheit nicht entgehen und versenkte den Ball zur frühen Führung für das Heimteam.
Wenige Minuten später kam es noch schlimmer: In der 23. Minute versuchte Bärtschi, den Ball kurz aus dem Strafraum zu spielen, landete jedoch direkt in den Füssen der lauernden Gegnerin Anja Zellweger. Diese hatte keine Mühe mehr, den Ball im Netz unterzubringen – 2:0 für Neftenbach. Ein denkbar unglücklicher Start, der das Spielgeschehen auf den Kopf stellte.
Gerade für Shannon Bärtschi ein schwieriger Moment, doch darf dabei nicht vergessen werden, dass sie es war, die Effretikon mit mehreren gehaltenen Elfmetern überhaupt erst ins Halbfinal und gar ins Cupfinal der letzten Jahre gebracht hat. Fehler gehören zum Fussball – leider kommen sie manchmal zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
Aufbäumen und Hoffnung – der Anschlusstreffer
Nach den beiden Gegentreffern zeigten die Effretikerinnen Moral. Sie liessen sich nicht hängen, sondern übernahmen zunehmend das Spieldiktat. In der 30. Minute wurden die Bemühungen endlich belohnt: Sabrina Bodenmann fasste sich ein Herz und erzielte mit einem Kopfball den 2:1-Anschlusstreffer. Hoffnung keimte auf – noch war genug Zeit, um das Spiel zu drehen.
Zweite Halbzeit: Einseitiges Spiel, aber kein Glück
Die zweite Hälfte war ein einziger Sturmlauf des FC Effretikon. Angriff um Angriff rollte auf das Neftenbacher Tor zu. Die Gastgeberinnen beschränkten sich aufs Nötigste: Lange Bälle nach vorne, Kick’n’Rush, keine Spielkontrolle – der Ball wurde meist einfach aus der Gefahrenzone geschlagen. Einen geordneten Spielaufbau der Heimmannschaft suchte man vergeblich.
Effretikon hingegen kombinierte, suchte die Lücke, brachte sich immer wieder in Abschlusspositionen. Doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Was in der Vorrunde – mit 11 Siegen aus 11 Spielen – noch wie von selbst funktionierte, lief in diesem Spiel komplett gegen sie. Abschlüsse strichen am Pfosten vorbei, landeten in den Armen der Torhüterin oder wurden im letzten Moment geblockt. Besonders in der Schlussphase wurde alles nach vorne geworfen. Doch der Ausgleich wollte einfach nicht fallen.
Emotionen, Frust und eine Lektion
Als der Schlusspfiff ertönte, war die Enttäuschung riesig. Tränen flossen, Köpfe sanken zu Boden. Die Effretikerinnen hatten alles gegeben, doch am Ende mussten sie sich gegen ein taktisch destruktiv spielendes Neftenbach geschlagen geben. Besonders bitter: Nicht die Klasse des Gegners, sondern eigene Fehler und fehlendes Abschlussglück entschieden diese Partie.
Nach einer fantastischen Vorrunde mit makelloser Bilanz – 11 Spiele, 11 Siege – verlief der Start in die Rückrunde bisher alles andere als ideal. Zwei Spiele, zwei Niederlagen – und nun das Cup-Aus. Ein klarer Dämpfer für eine Mannschaft, die sich hohe Ziele gesteckt hat und in den vergangenen beiden Jahren jeweils den Final des Regional Cups erreicht hatte (insgesamt sogar schon dreimal).
Fazit
Diese Niederlage tut weh – keine Frage. Sie war unnötig, sie war bitter, und sie hätte vermieden werden können. Doch sie zeigt auch: In solchen Spielen darf man sich keine Nachlässigkeiten erlauben. Konzentration ab der ersten Minute, klare Kommunikation im Spielaufbau und mehr Effizienz im Abschluss – daran gilt es nun zu arbeiten.
Es bringt nichts, einzelne Spielerinnen an den Pranger zu stellen. Fehler passieren – und gerade Shannon Bärtschi hat der Mannschaft in der Vergangenheit oft genug den Rücken freigehalten. Jetzt ist es an der Zeit, wieder als Einheit aufzutreten, sich zu sammeln, den Kopf zu heben und aus dieser Niederlage die richtigen Lehren zu ziehen.
Der Traum vom erneuten Cupfinal ist geplatzt – doch die Saison ist noch lange nicht vorbei. Wer 11 Spiele in Serie gewinnen kann, kann auch zurück in die Erfolgsspur finden. Aber dafür braucht es jetzt mehr als Talent: Es braucht Charakter, Wille – und das nötige Quäntchen Glück, das an diesem Tag gefehlt hat.

