Die Bühne war vorbereitet, das Wetter ideal, die Tribünen voll. Es war wieder Zeit für DAS Spiel der Region, das Zürcher Oberländer Derby zwischen dem FC Kempttal und dem FC Effretikon. Eine Begegnung, die Jahr für Jahr Emotionen weckt, Erinnerungen schafft und Herzen höherschlagen lässt. Und auch diesmal wurde niemand enttäuscht. Schon Tage zuvor hatte Coach Blu seine Männer auf dieses Prestigeduell eingeschworen. Die Trainings waren intensiv, die Kabine brodelte vor Entschlossenheit. 18 Spieler standen bereit, jeder Einzelne fest entschlossen, das Derby nach Effretikon zu holen.

Für den ersten Aufreger sorgte allerdings nicht das Spielgeschehen, sondern ein Kommunikationsproblem. Der FCE war um zwei Minuten zu spät auf dem Rasen, der Schiedsrichterpfiff war in den Katakomben schlichtweg nicht zu hören. Ein Derbyauftakt der etwas anderen Art. Auf dem Platz übernahm Kempttal in den ersten 20 Minuten das Zepter. Zwei Grosschancen sorgten für Raunen auf den Rängen, doch A. Lehner war zur Stelle, sei es auf der Linie oder mit einer Grätsche, die in jedem Lehrbuch stehen sollte. Effretikon kämpfte sich ins Spiel zurück, und kurz vor dem Pausenpfiff setzte auch Kramer ein erstes dickes Ausrufezeichen. Doch es ging torlos in die Kabinen.

Mit dem Wiederanpfiff kam Bewegung in die Partie, allen voran Zalotay, der sofort frischen Wind brachte. Doch der erste Treffer gehörte dem Heimteam: Nach einem Eckball kullerte der Ball in der 55. Minute irgendwie ins Netz – 1:0 für Kempttal. Die Antwort der Effretiker liess jedoch nicht lange auf sich warten. Nur vier Minuten später war Kramer durch, wurde im Strafraum gefällt – Elfmeter! Schärz, im Training noch als „Penaltykönig“ gefeiert, blieb eiskalt. 1:1! Ab diesem Moment übernahm Effretikon das Kommando. Zalotay, Benninger und Kramer zauberten sich als magisches Dreieck diverse Male vors Tor. In der 75. Minute dann die Szene, über die noch lange gesprochen wird: Zalotay stibitzt dem letzten Mann den Ball, wird im Strafraum gelegt, doch statt Elfmeter oder Rot, gibt es nur Freistoss und kein einziges Kärtchen. Ein Witz? Jedenfalls ein Glücksfall für Kempttal. In der 88. Minute belohnte sich Effretikon endlich, Kramer trifft nach starker Kombination zum 2:1. Das Spiel schien entschieden – doch dann, ja dann kam sie… die 93. Minute. Erinnerungen wurden wach, Nein…nicht an den FCZ…an den Oktober 2020, das gleiche Spiel, gleiche Minute – damals Hadi Reda, heute Yanik. „die Klinge“ Meier. Der Angriff läuft kontrolliert, Bienz wird gefoult, Zalotay übernimmt, erneut ein Foul – kein Pfiff. Kempttal kontert, Meier grätscht, trifft den Ball und ein bisschen den Mann. Foul? Vielleicht. Aber der Tatort? Mindestens ein Meter ausserhalb. Der Pfiff kam dennoch – Elfmeter! Schlusspfiff! 2:2!

Fazit: Ein Punkt der sich anfühlt wie ein Stich in Herz des Zwei

Effretikon verlässt den Platz mit einem Punkt, doch es fühlt sich an wie eine Niederlage. Die Leistung war stark, der Wille ungebrochen, doch ein einziger Pfiff in der 93. Minute raubt dem FCE den verdienten Derbytriumph. Besonders hervorzuheben: Silvan Bienz, ein Albtraum für Kempttal, ein Vorbild für jeden Effretiker. Man munkelt, sein Bild wird in Kempttals Kabine noch lange an der Wand hängen.

Am kommenden Sonntag steht das nächste Spitzenspiel an. Effretikon empfängt den Tabellenzweiten FC Seuzach 2 um 11:00 Uhr im Eselriet. Man darf gespannt sein, wie das Zwei auf dieses emotionale Derby-Finish reagiert.

 

Categories: HerrenabteilungPublished On: Mai 6th, 2025