Nach dem desaströsen 0:7-Fehlstart gegen den Eisenbahner SV 1 war klar: Die Antwort muss auf dem Platz kommen. Nur 12 Mann standen zum Saisonauftakt auf dem Platz. Doch das Coachingstaff machte kurzen Prozess, schrie einmal beherzt: «Hee, bruche Spieler!» – und siehe da: Ganze 15 wackere Akteure machten sich auf ins kleine Derby nach Wislig. Der Rasen – ein Gedicht, das Wetter – Postkartenidylle, die Ausgangslage – Abstiegskampf pur. Alles angerichtet für einen sonntäglichen Fussball-Krimi. 

Beide Teams schenkten sich von Beginn weg nichts. Der Ball hüpfte munter durch die Reihen, Ballstafetten? Fehlanzeige. Dafür rassige Zweikämpfe, knallharte Grätschen und das, was die Fussball-Romantiker lieben: ehrlicher Fussball mit dreckigen Hosen. In der 27. Minute dann das erste Aufreger-Kapitel: Ein Wisliger bekommt die Kugel nach einem Eckball unglücklich an die Hand – der Schiri zeigt auf den Punkt. Diskussionen en masse, die Handregel bleibt ein Mysterium. Siegenthaler bleibt eiskalt und zimmert die Kugel humorlos zum 0:1 ins Netz.

Dann Minute 34: Schneller hat’s plötzlich ganz eilig – will einen Ballverlust per Grätsche korrigieren. Dunkelorange? Ach was, der Schiedsrichter zückt Rot ohne mit der Wimper zu zucken. Kaum sortiert sich Effretikon neu, zappelt der Ball auch schon im Netz – 1:1, Ausgleich durch ein echtes Traumtor von Wislig. Doch Effi schlägt zurück! In der Nachspielzeit der ersten Hälfte steigt Santome am höchsten und nickt die Kugel zur 1:2-Führung ein. Alle denken: Pause. Nur der Schiedsrichter nicht. Der pfeift und pfeift – plötzlich Elfmeter für Wislig! Wieder Handspiel, wieder Diskussionen. Doch diesmal steht das Glück auf Effretiker Seite – Wislig setzt den Ball neben den Pfosten!

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Viel Kampf, wenig Klasse – aber Spannung bis in die Haarspitzen. Es dauert bis zur 82. Minute, ehe sich Kramer ein Herz fasst. Nach einem Freistoss pflückt er den Ball aus der Luft und à la Zlatan-Manier lenkt er das Ding in die Maschen – 1:3! Die Erlösung! Wer jetzt aber dachte, das Spiel sei durch, kennt die Nachspielzeit-Obsession des Schiris nicht. 20 (!) Minuten drauf – eine gefühlte Ewigkeit. Wislig wirft alles nach vorne, hat Chancen, doch entweder versagen die Nerven oder ein Effi-Fuss ist noch dazwischen.

Mit diesem 1:3-Sieg schiebt sich Effretikon auf Rang 7 – ein kleiner Befreiungsschlag im Tabellenkeller. Und der nächste Showdown wartet schon: Am Sonntag, 13. April, um 11:00 Uhr im Eselriet gegen den FC Kloten. Die Bühne ist bereit – Effretikon auch?

Categories: HerrenabteilungPublished On: April 8th, 2025