Nachdem wir am 6. April gegen den FC Furttal endlich die ersten drei Rückrundenpunkte eingefahren hatten – zur Erinnerung: elf Spiele, elf Siege in der Vorrunde – war die Mission für diesen Sonntag glasklar: Tabellenführung weiter ausbauen. Die Gegnerinnen: FC Wädenswil 2. Immer ein kleines Überraschungspaket – mal mit Unterstützung aus ihrer 1.-Liga-Spitzenmannschaft, mal ohne. Kurz gesagt: Man weiss nie, was einen erwartet.

Und als ob das nicht genug wäre, gab’s schon vor Anpfiff den ersten Fauxpas – ein textiler Affront: Wädenswil lief mit blau-blau-gelb auf. Unser Heimtrikot? Seit Menschengedenken: blau-blau-blau. Unverschämt. Reklamationen? Verhallten im Nichts. Der Schiedsrichter zuckte nur hilflos mit den Schultern. Also nahmen wir die Sache selbst in die Hand: Wenn schon Farbe klauen, dann zeigen wir wenigstens, wer in Effretikon WIRKLICH das Blau verdient!

Die ersten Minuten: Effretikon on fire

Von Anfang an war klar: Wir sind heiss. Im wahrsten Sinne. Getrieben von einer gesunden Portion Wut und Siegeshunger starteten wir mit viel Biss. Kaum war das Spiel angepfiffen, klingelte es auch schon im Wädenswiler Kasten: Nadine Baker, unsere Sturmspitze mit Spürsinn, verwandelte in der 4. Minute eiskalt zum 1:0. Ein Start nach Mass – und ein Zeichen.

Wir drückten weiter, waren präsent in den Zweikämpfen, machten das Spiel breit – doch Wädenswil schüttelte sich und fand allmählich ins Spiel. Rund um die Mitte der ersten Halbzeit lief bei uns plötzlich nicht mehr viel zusammen. Der Ball war ein scheues Reh, unsere Pässe wurden ungenau, und defensiv mussten wir mehrfach mit vollem Einsatz klären. Kurz: Wir rannten dem Spiel hinterher, waren immer einen Schritt zu spät und hatten zu wenig Zugriff.

 Dann kam wieder: Nadine Baker.

In Minute 39 packte sie ihren zweiten Streich aus. Inmitten eines zähen Spiels schaltete sie schneller als die Gegnerinnen, nutzte einen Patzer in der Abwehr eiskalt aus und netzte zum 2:0 ein. Pure Effizienz – und ein bisschen Magie.

Zweite Halbzeit: Aufschwung, Einbruch, Erlösung

Mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause zu gehen, tat gut. Doch der Coach hatte klare Worte: Führung schön und gut – aber wir waren nicht das dominierende Team. Also: Umstellungen. Frische Beine, neuer Plan.

Aber der Fussballgott hatte offenbar andere Pläne. Keine fünf Minuten nach Wiederanpfiff verkürzte Wädenswil auf 2:1. Ein ärgerliches, aber verdientes Gegentor – die Gäste nutzten unsere kurze Unordnung gnadenlos aus. Jetzt war Feuer unterm Dach.

Wir mussten uns neu sortieren, ins Spiel zurückfinden. Das klappte nur phasenweise. Mal hatten wir wieder Kontrolle, dann wieder Ballverluste. Es war ein Spiel in Wellen: auf, ab, auf, ab. Immer, wenn wir dachten: Jetzt sind wir wieder drin – kam ein neuer Wädenswiler Angriff.

Dann kam: Andrea Spörri.

In der 56. Minute der erlösende Moment: Ein schöner Angriff über die linke Seite, sauberes Kombinationsspiel, perfekte Ablage – und Andrea vollstreckt mit Wucht und Präzision zum 3:1. Die Zuschauer jubelte, wir auch – und plötzlich war wieder Ruhe in der Mannschaft. Der Glaube war zurück.

Die restlichen knapp 40 Minuten? Hektisch, aber unspektakulär. Beide Teams wechselten fleissig durch, das Spiel plätscherte mehr dahin, als dass es brandgefährlich wurde. Die Defensive stand, vorne passierte nicht mehr viel – aber das war auch nicht nötig.

Fazit:

Ein verdienter Sieg, wenn auch kein glanzvoller. Wir haben Moral gezeigt, drei Tore geschossen und uns durch schwierige Phasen gekämpft. Wädenswil war der erwartet unangenehme Gegner – aber am Ende stand ein 3:1 für die einzig wahre blau-blaue Mannschaft in Effretikon. Tabellenführung verteidigt. Mission erfüllt.

 

Bis zum nächsten Spiel – und bitte, liebe Gegner: Lasst uns wenigstens unsere Farbe!

Categories: FrauenabteilungPublished On: April 15th, 2025