Nach dem hart erkämpften ersten Saisonsieg in der Vorwoche reiste der FC Effretikon mit grosser Hoffnung nach Eschenbach. Das Ziel war klar: den Aufwärtstrend bestätigen und weitere Punkte sammeln. Doch am Ende setzte es eine deutliche 1:4-Niederlage ab, die aufzeigt, dass der Weg zur Stabilität noch weit ist.
Starker Start – Effretikon geht in Führung
Die Anfangsphase verlief aus Sicht von Effretikon optimal. In der 15. Minute nutzte Natascha Frieden einen groben Fehler der Eschenbacher Torhüterin eiskalt aus. Diese spielte den Ball ungenügend nach vorne, Frieden roch den Braten, fing das Zuspiel ab und vollendete mit einem präzisen und scharfen Schuss unhaltbar ins Eck. Damit stand es überraschend 0:1 – die Effretikerinnen jubelten, und kurzzeitig schien die Partie in die gewünschte Richtung zu laufen.
Eschenbach übernimmt das Zepter
Nach dem Rückstand erhöhte Eschenbach jedoch kontinuierlich den Druck. Mit schnellem Kombinationsspiel, viel Übersicht und klaren Aktionen nach vorne zeigten sie, weshalb ihre aktuelle Ranglistenposition (Platz 7) ihre tatsächliche Qualität nicht widerspiegelt. Effretikon hingegen agierte zunehmend hektisch und ohne klare Linie.
In der 62. Minute fiel der verdiente Ausgleich durch Seraina Diethelm, die eine gute Kombination erfolgreich abschloss. Nun war Eschenbach endgültig in der Partie angekommen und legte in der 70. Minute nach: Anina Rudolf brachte ihr Team mit einem satten Abschluss 2:1 in Führung.
Doppelschlag entscheidet das Spiel
Spätestens ab diesem Zeitpunkt war die Partie in den Händen der Gastgeberinnen. Effretikon fand kaum noch Mittel, um sich aus der Umklammerung zu lösen. Zwischen der 75. und 85. Minute machte Eschenbach endgültig den Deckel drauf. Zweimal war es Camy Nyffeler, die ihre Offensivstärke eindrucksvoll unter Beweis stellte und mit einem Doppelpack den 4:1-Endstand herstellte.
Ernüchterung bei Effretikon
So gut der Start war, so enttäuschend präsentierte sich Effretikon über weite Strecken der Partie. Hektisches Spiel ohne klare Ideen, fehlende Laufbereitschaft und mangelnder Kampfgeist machten es dem Gegner zu einfach. Besonders spürbar ist weiterhin, dass die Routine der im Sommer zurückgetretenen Spielerinnen fehlt. Die Mannschaft sucht noch immer nach einem „grünen Faden“ – nach einem Erfolgsrezept, das Halt gibt.
Statt Verantwortung bei sich selbst zu übernehmen, werden Fehler zu oft bei den Mitspielerinnen gesucht. Dies wirkt sich negativ auf den Teamgeist aus und erschwert die dringend notwendige Weiterentwicklung.
Blick nach vorne: Heimspiel gegen Blue Stars
Die nächste Partie am kommenden Sonntag zu Hause gegen den FC Blue Stars wird richtungsweisend. Beide Teams kämpfen gemeinsam mit Zürichsee United unter dem Strich ums Überleben. Gegen diesen Gegner müssen unbedingt drei Punkte her, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Damit dies gelingt, braucht es jedoch eine klare Reaktion. Jede Spielerin muss in sich gehen, an den eigenen Schwächen arbeiten und vor allem auch ausserhalb des Trainings – etwa durch zusätzliche Laufeinheiten – investieren. Nur wenn jede Einzelne bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, kann das Team als Ganzes wieder stärker auftreten.

