Nach zwei Auswärtsspielen in Folge durfte das Zwei endlich wieder im heimischen Eselriet ran und das sogar auf Campo Uno, der Bühne auf der sonst nur die Grossen auftreten. Motivation genug um sich die Schuhe doppelt zu binden und den Frust der letzten Wochen rauszulaufen. Der Gegner hiess FC Embrach 2, ein Team das man schwer einschätzen konnte. Irgendwo zwischen harmlos und gefährlich, immerhin spielt deren Erste in der 2. Liga. Doch bevor es überhaupt ans Sportliche ging, stand eine ganz besondere Vorbereitung auf dem Programm: Teambuilding. Ziel war es, den Zusammenhalt zu stärken, Angriffsauslösungen zu verfeinern und negative Emotionen in positive Energie umzuwandeln. Klingt nach Taktiktafel und Videoanalyse? Falsch geraten. Das Ganze fand am Oktoberfest in Uster statt. Details bleiben aus Datenschutzgründen streng vertraulich, nur so viel: die Stimmung war feuchtfröhlich, das Pressing eher am Masskrug als am Gegner und gewisse Emotionen liessen sich auch dort nicht vollständig kontrollieren. Samstag dann der Kater, Sonntag das Spiel. Schon beim Einlaufen zeigte sich, dass Embrach nichts dem Zufall überliess, mit gefühlt 30 Mann angereist inklusive Ersatzbank, Fanclub und vermutlich noch dem Buschauffeur in Fussballschuhen. Effi dagegen mit 14 Spielern, immerhin inklusive Torhüter, Luxus pur.

Die ersten Minuten waren dann aber weniger glamourös. Effretikon schaute dem Ball hinterher als würde er in Zeitlupe fliegen, während Embrach gemütlich das Spiel diktierte. In der 10. Minute fiel folgerichtig das 0:1, ein Weckruf der wohl lauter war als die Musik am Freitag. Danach drehte Effi auf. Plötzlich lief der Ball als hätte Pep Guardiola persönlich das Warm-up geleitet. Pass um Pass, Kombination um Kombination, nur die Tore fehlten. Dann kurz vor der Pause der Moment: Innenverteidiger Santome, sonst eher der Mann fürs Grobe, fasst sich aus 30 Metern ein Herz und haut das Ding rein. 1:1 in der 45. Minute. Marc hätte das wohl nicht ganz so ruhig hinbekommen, aber diesmal blieb alles im grünen Bereich. Nach der Pause ging es weiter mit Vollgas. In der 49. Minute fällt Schneller im Strafraum und zwar ohne fremde Hilfe. Penalty. Schärz tritt an und trifft eiskalt. 2:1 Effretikon. Nun waren die Jungs richtig im Flow. Doch das hohe Pressing forderte bald seinen Tribut. Die Beine schwer, die Luft dünn, das Bier wohl noch nicht ganz verdaut. Embrach wechselte fröhlich durch, frische Kräfte überall, während bei Effi langsam die Lampen flackerten. In der 78. Minute dann der Dämpfer: Ecke Embrach, Ball über die Linie, 2:2. Das tat weh. Viel Aufwand, viel Schweiss, viel Moral und alles für einen Punkt? Von wegen. In der 91. Minute, Kramer, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, drückt den Ball über die Linie. 3:2. Das Eselriet bebt, die Bratwurst fällt vor Schreck vom Grill. Doch natürlich darf ein Effi-Spiel nicht ohne Drama enden. Und wer sonst, wenn nicht Schneller, sorgt für den letzten Lacher. Nach einem kleinen Wortgefecht mit dem Gegner fällt das Stichwort Bohnenstange. Der Schiri versteht keinen Spass, Rot. Running Gag der Saison.

Trotzdem, Effretikon gewinnt 3:2, klettert auf Platz 4 und hat plötzlich wieder Anschluss an die Spitzengruppe, nur fünf Punkte hinter dem Leader. Die Stimmung top, der Kater besiegt, das Selbstvertrauen zurück. Einziger Wermutstropfen: Kadersorgen bleiben, zumal man sich wohl langsam Gedanken über eine Schneller-Kaution machen muss. Nächsten Sonntag geht es wieder früh los, auswärts um 10:00 Uhr beim SV Veltheim. Kaffee statt Bier, Konzentration statt Kater, das wäre zumindest der Plan.

Categories: HerrenabteilungPublished On: Oktober 13th, 2025