Am späten Sonntagabend um 18:00 Uhr, ungewöhnlich spät für einen Spieltermin, traten wir, der FC Effretikon 1, auswärts gegen den FC Wädenswil 2 an. Es sollte ein harter Test werden – nicht nur, weil wir auf fremdem Terrain spielten, sondern auch, weil wir uns traditionell schwer tun gegen Aufsteiger. Trotz unserer Serie von drei ungeschlagenen Spielen hatten wir heute eine klare Mission: Den Bann brechen, die Schwäche gegen Neulinge hinter uns lassen und die Woche mit einem Sieg krönen. Der Herbst lag bereits in der Luft, und das kühle Wetter spiegelte den anfänglich eher frostigen Start unserer Mannschaft wider.
Der Schock zu Beginn
Der Start verlief alles andere als geplant. Bereits nach drei Minuten zeigte der FC Wädenswil 2, dass sie nicht bereit waren, sich kampflos geschlagen zu geben. Mit einem blitzschnellen Angriff wurden wir überrumpelt und fanden uns auf dem falschen Fuss erwischt. Noch nicht ganz wach, schauten wir verdutzt zu, wie der Ball in unserem Netz zappelte – 1:0 für die Hausherrinnen. Das frühe Gegentor war ein Schlag ins Gesicht und setzte den Ton für eine erste Halbzeit, die alles andere als unser Glanzstück war.
Die nächsten 30 Minuten waren geprägt von Fehlpässen, fehlendem Zusammenspiel und einem fast chaotischen Auftritt unsererseits. Es war ein Hauch von „Hulla Hopp“-Fussball, wie man so schön sagt – wenig Struktur, kaum ein erkennbares Spielsystem. Es schien, als ob der Sonntagabend die Konzentration aus unseren Köpfen gesogen hätte. Wädenswil hingegen wirkte organisiert und nutzte unsere Unordnung geschickt aus, auch wenn sie ihre Führung nicht weiter ausbauen konnten.
Hoffnungsschimmer vor der Pause
Erst gegen Ende der ersten Halbzeit fanden wir allmählich zu unserem Spiel. Eine kurze Phase des Aufbäumens begann in der 38. Minute, als Flurina Poltronieri nach einem schnellen Konter und einer feinen Einzelaktion den längst überfälligen Anschlusstreffer erzielte. Das 1:1 kam wie ein Befreiungsschlag. Noch war nichts verloren, doch klar war: Eine deutliche Steigerung musste her, wollten wir mehr als nur einen Punkt mitnehmen. Das Unentschieden zur Halbzeit war zwar wichtig, aber der Spielverlauf zeigte uns deutlich unsere Schwächen auf.
Zweite Halbzeit – Die Wende?
Nach der Pause gingen wir mit der klaren Marschroute auf den Platz, sofort nachzulegen und das Spiel in die Hand zu nehmen. Doch auch wenn die ersten Minuten von Kampfgeist geprägt waren, blieben wir oft glücklos und verstrickten uns immer wieder in unnötigen Ballverlusten. Die fehlende Präzision kostete uns wertvolle Angriffe. Trotzdem zeigten sich Lichtblicke: Wir kamen zunehmend besser ins Spiel und konnten uns mehr Chancen erarbeiten.
In der 58. Minute dann der erlösende Moment. Nach einem sauber herausgespielten Angriff gelang es Natascha Frieden, einen herrlich platzierten Schuss im Netz unterzubringen. Plötzlich führten wir 2:1, und es schien, als würden wir nun endlich die Kontrolle übernehmen. Doch die Führung brachte nicht die gewünschte Ruhe. Die Anspannung war weiterhin spürbar, und das Spiel blieb nervenaufreibend.
Rückschlag – und was für einer
Was dann in der 65. Minute folgte, war der Tiefpunkt unseres Spiels. Ein folgenschwerer Fehlpass in unserer Abwehr landete direkt in den Füssen der gegnerischen Sturmspitze, die das Geschenk dankend annahm. Ehe wir uns versahen, stand es 2:2. Der Aufsteiger aus Wädenswil war zurück im Spiel und schien mit dem Unentschieden zufrieden zu sein. Für uns war es ein weiterer Dämpfer in einer ohnehin schon zerfahrenen Partie.
Der Schlussspurt
Doch wir wollten mehr. Ein Unentschieden kam für uns nicht infrage, wir wollten die 3 Punkte, wollten die Siegesserie aufrechterhalten. Also pushten wir nochmals, griffen weiter an, auch wenn die Kräfte allmählich schwanden. Immer wieder versuchten wir, den Ball in die gefährlichen Zonen zu bringen, während Wädenswil sich zunehmend darauf konzentrierte, jeden Angriff ins Aus zu befördern, um das Remis zu sichern.
Die Erlösung kam schließlich in der 88. Minute. Wieder war es Natascha Frieden, die in den entscheidenden Momenten zur Stelle war. Nach einem wunderschönen Zuspiel setzte sie sich gegen zwei Verteidigerinnen durch und ließ der gegnerischen Torhüterin keine Chance. 3:2! Der Jubel auf unserer Bank war grenzenlos, während Wädenswil geschockt zurückblieb. Jetzt hieß es: Die letzten Minuten und die Nachspielzeit überstehen.
Nerven behalten und den Sieg sichern
Mit dem Führungstor im Rücken spielten wir nun clever und hielten den Ball weit in der gegnerischen Hälfte, um keine unnötigen Risiken mehr einzugehen. Wädenswil kam kaum noch zu einem Angriff, und als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel auf unserer Seite gross. Wir hatten es geschafft – hart erkämpft, aber letztlich verdient. Der Bann gegen Aufsteiger war gebrochen, und wir hatten unsere Serie von ungeschlagenen Spielen auf vier erweitert.
Fazit
Es war ein hartes, kämpferisches Spiel, das mehr Schwierigkeiten bereithielt, als wir erwartet hatten. Trotz vieler Fehlpässe und einem durchwachsenen Start haben wir nie aufgegeben und am Ende die 3 Punkte erzwungen. Zufrieden mit unserer Leistung können wir jedoch nicht sein. Nächste Woche erwartet uns mit dem FC Volketswil ein weiterer schwerer Gegner. Im „halben Derby“ auf heimischem Boden wollen wir dann wieder von Beginn an zeigen, was in uns steckt und die Fehler aus diesem Spiel korrigieren.

