Mittwoch – Der Weg ins Ungewisse

Mittwochmorgen, die Motoren brummen, der FC Effretikon Frauen 1 macht sich auf den Weg Richtung Bella Italia! Der Himmel über der Schweiz ist grau, aber die Stimmung in den Autos könnte nicht sonniger sein. Dank perfekter Organisation und GPS-Navigation (bis auf ein, zwei „kreative“ Routenentscheidungen) verläuft die Fahrt problemlos, und wir erreichen Baveno am Lago Maggiore ohne grössere Zwischenfälle.

Im Hotel angekommen, folgt die erste Überraschung: Wir sind die einzigen Gäste! Nach dem Chaos und Lärm der Seniorenreisegruppen aus dem letzten Jahr in Valencia ist das fast unheimlich – aber auch herrlich ruhig. Allerdings zeigt sich schnell, dass das Hotel aus dem Winterschlaf geweckt wurde, denn die Heizungen haben beschlossen, unsere Leidensfähigkeit zu testen. Also packen wir uns ein, als ob wir eine Winterexpedition in den Alpen geplant hätten.

Am Nachmittag geht es direkt aufs Spielfeld – ein Kunstrasenplatz mit Stadionflair und einem atemberaubenden Blick auf den Lago Maggiore. Trotz der langen Autofahrt starten wir mit einem lockeren Training, um uns an das intensivere Programm der kommenden Tage zu gewöhnen. Die Passübungen laufen, das Team ist motiviert, die Stimmung top. Perfekter Einstieg!

Donnerstag – Pizza, Schmerzen und die Wahrheit über italienische Portionen

Der Tag beginnt früh – zu früh für manche. 07:00 Uhr, die Seepromenade ruft zum Morgenfooting. Die Kälte beisst, aber der Sonnenaufgang entschädigt für alles.

Nach dem Frühstück geht’s richtig los: Krafttraining, Passübungen, Schusstraining – volle Intensität. Auch unser Torwart bekommt eine Spezialbehandlung von den beiden Torwarttrainern. Danach folgt das Mittagessen – und mit ihm die nächste Lektion über italienische Gastfreundschaft. Primi, Secondi, Dessert – wir kugeln danach nur noch durch die Hotelgänge. Spätestens jetzt ist klar: Wer überleben will, teilt sich das Essen.

Nachmittags stehen Kondition, Sprints und ein Abschlussspiel auf dem Plan. Es ist intensiv, aber das Team zieht voll mit. Am Abend gesellt sich der Rest der Nachzügler dazu, und wir feiern das Wiedersehen mit einem legendären Pizza-Plausch. Danach fallen alle wie Steine ins Bett.

Freitag – Routine, Spielabend und der Meetingraum des Grauens

Der Tag beginnt mit dem gewohnten Morgenfooting an der Seepromenade. Die Aussicht? Atemberaubend. Die Temperaturen? Immer noch bescheiden.

Das Vormittagstraining dreht sich erneut um Kraft, Ballkontrolle und Torabschluss – langsam entwickelt sich eine Routine. Am Nachmittag steht Sprinttraining an, und spätestens jetzt merken alle, dass das Mittagessen vielleicht doch etwas leichter hätte ausfallen sollen.

Am Abend folgt ein Highlight: Der traditionelle Spielabend. Problem: Der versprochene Meetingraum ist nicht vorbereitet, ungeheizt, chaotisch und eher eine Rumpelkammer als ein Aufenthaltsraum. Also dick einpacken und improvisieren! Die Spielolympiade sorgt für Tränen – vor Lachen natürlich. Die Teams kämpfen um den Sieg, die Stimmung ist grandios, und selbst die widrigen Bedingungen können den Spass nicht bremsen.

Samstag – Das Drama um den Acker des Grauens

Morgens wieder unser geliebtes Footing entlang der Seepromenade – mittlerweile fühlen wir uns hier fast heimisch. Doch dann der Schock:  Unser Trainingsplatz wurde geändert – von Kunstrasen zu Naturrasen.

Wir fahren also los, frohen Mutes, um dann… einen gefrorenen, matschigen Acker mit Kuh-Logo zu entdecken. Wer auch immer diesen „Rasen“ als spielfähig eingestuft hat, hat vermutlich noch nie einen Fussball gesehen. Nach kurzer, aber sehr entschlossener Diskussion beschliessen wir: Hier wird nicht gespielt. Also geht es zurück zum gewohnten Kunstrasenplatz.

Dort können wir mit viel Charme und Überredungskunst (und vermutlich auch Mitleid) 30 Minuten Trainingszeit aushandeln. Und ganz ehrlich? Diese 30 Minuten sind die intensivsten des ganzen Trainingslagers. Jeder ist voll fokussiert, jede Aktion zählt – es ist ein kleiner, aber wertvoller Erfolg.

Den Nachmittag nutzen wir, um die Stadt zu erkunden, die Sonne zu geniessen und ein U19-Spiel des FC Baveno anzuschauen. Auch wenn das Städtchen noch ziemlich ausgestorben ist, hat es seinen Charme.

Am Abend können wir durch eine Sondergenehmigung des Hotelbesitzers unser letztes Training um 17:00 Uhr doch noch auf dem Kunstrasen absolvieren. Und was für ein Training das wird! Volle Intensität, voller Fokus, voller Einsatz – das perfekte Finale für unser Trainingslager.

Sonntag – Heimreise und Fazit

Nach einem letzten Frühstück packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Rückweg in die Schweiz. Erschöpft, aber zufrieden.

DANKE!!!

Unser Trainingslager in Baveno hatte alles: Kälte, grandioses Essen, spontane Planänderungen, intensive Trainings, jede Menge Lacher und ein Team, das immer das Beste aus jeder Situation gemacht hat. Am Anfang waren wir unsicher, ob die Bedingungen für ein perfektes Trainingslager ausreichen würden – am Ende haben wir bewiesen, dass es nicht um die Umstände, sondern um den Teamgeist geht.

Ein riesiges Dankeschön an:

Unsere Coaches Patrik und Thomas – ohne euch wären wir verloren!

– Unsere Torwarttrainer Yanik und Severik, die nicht nur unser Torwartspiel verbessern, sondern auch zur Stimmung beitragen.

– Tommy und Bobby, unsere helfenden Hände, die überall mit anpacken und uns den Rücken freihalten.

Und natürlich unser gesamtes Team! Jede Einzelne hat zu dieser tollen Woche beigetragen, sich reingehängt und gezeigt, warum wir als Mannschaft so stark sind.

 

Jetzt heisst es: Fokus auf die Rückrunde!

Wir sind Wintermeister mit 11 Siegen aus 11 Spielen – das macht uns zur Mannschaft, die alle schlagen wollen. Lasst uns zeigen, dass wir nicht nur oben stehen, sondern auch dort bleiben!

 

Auf geht’s, FC Effretikon Frauen 1!

Categories: FrauenabteilungPublished On: März 12th, 2025