Mit dem Selbstvertrauen eines Herbstmeisters in der „Winti-Gruppe“ freute sich unser junges Team (8 durften altersmässig noch im D spielen) auf komplett neue Gegnerinnen aus westlicher Himmelsrichtung.
Schon bei den deutlichen Erfolgen in den Vorbereitungsspielen war erkennbar, dass mit unseren C-Juniorinnen wieder zu rechnen sein wird. Zur allgemeinen Freude starteten mit Annik (FC Winterthur), Kayla (Verletzung) und Ladina (FC Kemptthal) gleich drei Ex-Leistungsträgerinnen ihr Comeback, was die Qualität im Team nochmals anhob. Dennoch war diese Frühlingsrunde kein Selbstläufer: Volketswil (aus der 1. Stärkeklasse zurückgezogen und uns vom 0:9 im D-Juniorinnen-Cup noch in „bester“ Erinnerung) sowie Wipkingen versprachen gemeinsam mit Schwerzenbach einen heissen Tanz auf dem Fussballparkett. Dass Wettkampferfahrung in diesem Sport höher als das reine Lebensalter einzuschätzen ist, zeigten die grossteils einseitigen Partien gegen die B-Teams aus Kloten, Wiedikon und FFC Südost sowie die Newcomer aus Bassersdorf. Nichtsdestotrotz entwickelten sich in dieser Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen den vier Spitzenteams packende Begegnungen mit Spannung bis zum Saisonende. Mit Punktemaximum und sagenhaften 57:3 Toren legten unsere Girls einen beeindruckenden Start-Ziel-Sieg der besonderen Art hin. Vorne griffig und durchschlagskräftig, hinten zweikampfstark und konzentriert.
Mehrere Faktoren garantierten letztendlich unseren Erfolg: Zum einen die „T-Frage“, denn mit Annika, Serenna und Annik hatten wir gleich drei top Torhüterinnen zur Auswahl, von denen die Gegnerschaft nur träumen konnte. Alle drei hielten konstant zuverlässig, während sich bei ihren Gegenübern öfters Fehler einschlichen. Des weiteren zeigte sich unsere Defensive um Lenaja, Dzenny, Kayla, Suenna, Ladina – egal in welcher Kombination – als kaum unüberwindbar. Dank ihres Einsatzes wurde manche Lücke im zentralen offensiven Mittelfeld zugelaufen. Nur 3 Gegentore in der gesamten Saison sprechen eine deutliche Sprache. Wie in den letzten beiden Runde trug die seit eineinhalb Jahren bewährte 3-4-1-Taktik mit intensivem Flügelspiel und Dauerdruck auf gegnerische Verteidiger beim Spielaufbau vor allem in den Top 4-Duellen zum Erfolg bei. Erfolgsgarant war ausserdem die durch zahlreiche positive Resultate gewachsene Gewinner-Mentalität, der Glaube an die eigene Stärke selbst bei Rückständen wie gegen Volketswil oder Schwerzenbach. Wir verneigen uns vor einem Team mit 7 Siegen in 7 Partien. Dass wir diese Erfolge seit Jahren diszipliniert ohne unfaire Aktionen auf und neben dem Platz feiern konnten, ist umso erfreulicher.
Erkannte man nach zwei Meisterschaften in Folge womöglich auch leichte Zeichen von Nachlässigkeit? Ein zögerliches Nicken wäre vermutlich die passende Antwort, denn das Ziel des Trainers, taktisch und technisch nochmals gegenüber dem letzten Halbjahr einen Quantensprung zu schaffen wurde nur bei einigen C-Juniorinnen erreicht. Gegen 57% deutlich unterlegene Gegner hatte die taktische Vorgabe bei manchen Spielerinnen anscheinend nicht mehr oberste Priorität, so dass gepflegter Kombinationsfussball zu oft Einzelaktionen Platz machte. Auch wenn insgesamt (teils reaktivierte) 19 Spielerinnen in den 7 Partien auf dem Platz standen, verlangte der phasenweise niedrige Trainingsbesuch und die geringe Verfügbarkeit der Spielerinnen an den Wochenenden gute Nerven, einen überdurchschnittlich hohen Organisationsaufwand und Flexibilität beim Coach. Spielerinnen mit geringer Trainingspräsenz konnten zum Glück ihre ursprüngliche Form mit wenigen Abstrichen einigermassen halten, während wir bei den zuverlässigen Trainingsteilnehmerinnen zur allgemeinen Freude nochmals einen sichtbaren Leistungsschub zur Kenntnis nehmen durften. Der letzte Erfolgsfaktor ist eng mit Rückkehrerin Annik verbunden, deren gezielte Eckbälle in Kombination mit Büsra oder Marina zu mindestens 10 Treffern führten. Erfolge feiern ist toll, aber Spass an der Leistung und am Spiel soll weiterhin die Grundlage bilden. Mädels, ihr habt mit eurem jungen Team etwas sensationelles geschafft, was euch nur wenige zugetraut haben. Glückwunsch und bleibt am Ball!

