Nach dem hitzigen Derby vergangene Woche stand für das «Zwei» am Sonntag die nächste Herkulesaufgabe auf dem Programm. Das Spiel gegen den Tabellenzweiten und Aufstiegsanwärter FC Seuzach 2. Schon beim Blick auf die Mannschaftsliste war klar, das Lazarett erweiterte sich nach einem umkämpften Derby. Umso erfreulicher, dass Marc Schneller nach abgesessener Sperre zurück in der Startelf stand. Und ein kleines Lob gleich vorweg: Keine rote Karte in diesem Spiel – Bravo Marc, wir sind stolz auf dich! Das nennt man Fortschritt!
Zur ersten Halbzeit gibt es leider nicht viel Schönes zu berichten und ich habe eigentlich auch keine Lust dazu, aber die nackten Zahlen sprechen Bände:
19 Minute – 0:1
28 Minute – 0:2
31 Minute – 0:3
32 Minute – 0:4
43 Minute – 0:5
Halbzeit! Durchschnaufen. Durchdrehen? Oder einfach: Blu-Time!
Coach Blu war nun gefragt, die Moral seiner Jungs zu retten. Und siehe da: Trotz der deutlichen Klatsche lag die Leistung nicht weit unter jener des Gegners, nur dass Seuzach einfach brutal effizient war. Fünf Chancen, fünf Tore. Kaltschnäuzigkeit made in Seuzach. Die zweite Halbzeit begann deutlich ausgeglichener. Auch, weil der FC Seuzach etwas Tempo herausnahm und Effretikon sich mehr und mehr ins Spiel kämpfte. In der 67. Minute war es dann endlich soweit, Kramer fasste sich ein Herz und brachte den FCE mit dem 1:5 auf die Anzeigetafel. Wer nun dachte, das sei lediglich Ergebniskosmetik, hatte sich geirrt.
Nur vier Minuten später (71 Minute) liess Siegenthaler – Assistenzcoach, Stürmertrainer und bekennender Ästhet – ein Kunstwerk vom linken Schlappen los. Der Ball segelte traumhaft in den Winkel. Effretikon hatte nun Feuer gefangen. Ein wildes Getümmel nach einer Ecke, und dann war da plötzlich Jasha, der sich mit seinem ersten Tor im «Zwei» selbst belohnte (84 Minute). Die Partie war nun völlig offen, der Druck auf Seuzach wuchs. Kramer hatte zweimal den Anschlusstreffer auf dem Fuss, doch der Torhüter der Gastgeber zeigte, warum sein Team ganz oben steht. Der Genickbruch für die Aufholjagd ist das 3:6 für Seuzach in der 87 Minute als Effretikon hinten offen stand und alles nach vorne warf. Ein Genickbruch für das Speil aber keinesfalls für die Moral des Teams.
Ein Spiel mit zwei Gesichtern. Eine Halbzeit zum Vergessen, eine zweite Halbzeit, die Mut macht. Das «Zwei» hat gezeigt, dass es mit einem der besten Teams der Liga mithalten kann. Jetzt gilt es, diese Leistung über 90 Minuten auf den Platz zu bringen. Am 18.05.2025 um 12:30 Uhr auswärts gegen den FC Embrach 2. Neue Chance, neues Spiel, gleiche Leidenschaft!

