September und Oktober sind bekanntlich die schwierigsten Monate für das Zwei. Während sich die Familienväter irgendwo auf Mallorca die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und das Leben in vollen Zügen geniessen, kämpft der Rest der Truppe an der Fussballfront. Entsprechend dünn war die Personaldecke, weshalb man kurzerhand auf zwei Spieler der ersten Mannschaft zurückgreifen musste. Ein herzliches Dankeschön an Nico und Nicola für die Unterstützung! Die Ausgangslage war klar: Nach drei ungeschlagenen Spielen wartete mit dem Leader aus Töss die nächste grosse Herausforderung. Doch bevor der Ball überhaupt rollen konnte, stand bereits die erste Disziplin auf dem Programm: Parkplatzsuche. Nach einem regelrechten Parkplatz-Fiasko fanden schliesslich alle ihren Platz – und das Spiel konnte tatsächlich pünktlich angepfiffen werden. Ein erster kleiner Sieg an diesem Nachmittag.

Das angekündigte Feuerwerk der Tössemer blieb zunächst aus. Zwar übernahm die Heimmannschaft mehrheitlich das Spieldiktat, die gefährlicheren Torchancen gehörten jedoch den Gästen aus Effretikon. Besonders Flavio Bienz machte auf sich aufmerksam. Pfeilschnell wie sein Bruder Silvan, konnte er als letzter Mann noch Schlimmeres verhindern. Da fragt man sich: Wer hat ihm diese Raketen-Beine vererbt – Mutter oder Vater? Auf der anderen Seite sorgte Gabriel für den ersten grossen Aufreger. Mit ordentlich Zug tankte er sich über die Seite durch, ehe er regelwidrig von den Beinen geholt wurde. Der Pfiff des Schiedsrichters blieb allerdings aus. Die Effretiker waren sich sicher: Wenn der Elfmeter schon hier nicht kommt, wird er eben bei der nächsten Gelegenheit im Strafraum nachgeholt. Doch der Fussballgott liess sich mit der Wiedergutmachung noch etwas Zeit. Stattdessen schlug Töss in der 25. Minute zu. Nach einem Eigenfehler der Gäste landete der Ball zum 1:0 im Netz. Effi liess sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und spielte weiterhin mutig nach vorne. Die jungen Wilden aus der ersten Mannschaft kurbelten das Angriffsspiel an und ermöglichten Effretikon die nächste Grosschance. Leider fehlte im entscheidenden Moment die letzte Konsequenz – und damit auch der verdiente Ausgleich. Wie es im Fussball manchmal läuft, folgte auf die verpasste Chance der nächste Rückschlag. In der 36. Minute nutzte Töss einen weiteren Eigenfehler zum 2:0. Zwei Geschenke, die man dem Leader eigentlich nicht hätte machen müssen. Doch Effi hatte noch ein Ass im Ärmel – oder besser gesagt: zwei. Kurz vor dem Pausenpfiff waren es erneut die auffälligen Nico und Nicola, die für Hoffnung sorgten. Nicola verwertete die Gelegenheit in der 45. Minute zum wichtigen Anschlusstreffer. Mit dem 2:1 ging es in die Kabine. Die Partie war noch längst nicht verloren!

Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst ähnlich weiter. Doch schnell wurde klar, dass der Leader den Druck deutlich erhöhen wollte. Töss zog das Tempo an und stellte Effi vor immer grössere Herausforderungen. In der 55. Minute fiel schliesslich das 3:1 – die Zwei-Tore-Führung war wiederhergestellt. Effretikon versuchte weiterhin dagegenzuhalten, doch der Gastgeber hatte nun zunehmend Oberwasser. In der 71. Minute erhöhte Töss auf 4:1. Langsam, aber sicher wurde die Aufgabe für Effi zu einer Herkulesaufgabe. Dann kam endlich der Moment, auf den man nach der Szene mit Gabriel schon länger gewartet hatte: In der 76. Minute wurde Kramer im Strafraum erneut regelwidrig zu Fall gebracht. Diesmal gab es für den Schiedsrichter kein Vorbeikommen am Elfmeterpunkt. Kramer übernahm die Verantwortung und versenkte den Ball mit einem satten Schuss zum 4:2. Der Anschluss war geschafft, und für einen kurzen Moment keimte nochmals Hoffnung auf. Doch Töss liess sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. In der 83. Minute fiel das 5:2, ehe die Heimmannschaft in der 88. Minute mit dem 6:2 den Schlusspunkt setzte. Damit war der Nachmittag endgültig gelaufen – und die Parkplatzsuche vor dem Spiel vermutlich nicht mehr das grösste Ärgernis des Tages.

Das 6:2 fällt aus Effretiker Sicht definitiv zu hoch aus. Der Sieg für Töss war verdient, keine Frage. Dennoch hat Effi über weite Strecken mitgespielt, sich Chancen erarbeitet und bis zum Schluss gekämpft. Dass man dem Leader mit zwei Eigenfehlern zusätzlich unter die Arme griff, machte die Aufgabe allerdings nicht einfacher. Geschenke verteilt man im Fussball bekanntlich besser erst nach dem Schlusspfiff. Jetzt gilt es, diesen Nachmittag schnell abzuhaken, die richtigen Lehren daraus zu ziehen und am kommenden Wochenende wieder anzugreifen. Die drei ungeschlagenen Spiele zuvor haben gezeigt, was in dieser Mannschaft steckt. Und wenn dann auch die Familienväter aus Mallorca zurückkehren, sollte sich die Personalsituation hoffentlich wieder etwas entspannen.

Categories: HerrenabteilungPublished On: Oktober 12th, 2026