Was für ein Sonntag, was für ein Duell! Die zweite Mannschaft von Effretikon empfing den ambitionierten Verfolger, den FC Tössfeld 1 – und das unter denkbar schwierigen Voraussetzungen. Gleich 6–7 Stammkräfte fehlten, andere schleppten sich mehr schlecht als recht über den Platz. Die Bank? Eher ein Klappstuhl. Die Hoffnung? Dass sich das Ganze nicht rächt. Dabei waren die äusseren Bedingungen nahezu königlich: 25 Grad, Sonnenschein, Fussballwetter vom Feinsten. Nur der Naturrasen – offenbar eher Feind als Freund der Effretiker Ballkünstler.
Erste Halbzeit: Kaltstart mit Ansage Wie so oft begann Effretikon mit der bekannten Spezialität: mentale Abwesenheit in den Anfangsminuten. Tössfeld spielte munter seine langen Seitenwechsel – und Effi schaute interessiert zu. Konsequenz? Bereits in der 5. Minute klingelte es. 0:1. Verdient. Bitter. Fast schon vorhersehbar. Danach kämpfte sich Effretikon langsam ins Spiel. Allerdings wurden sämtliche Offensivbemühungen regelmässig von der Fahne des Linienrichters gestoppt – ein stiller Star des Spiels, möchte man meinen. Doch in der 27. Minute hatte der Mann mit der Fahne offenbar kurz Pause: Ein perfekt getimter Schnittstellenpass fand Joos, der die Gelegenheit eiskalt nutzte. Ausgleich! Und plötzlich: Effretikon lebt. Jetzt übernahm Effi tatsächlich das Spieldiktat. In der 36. Minute dann Chaos im Strafraum, mehrere Abschlüsse – und irgendwie landete der Ball bei N. Lehner. Der musste nur noch abstauben. Ein klassisches „Zuhause klappt’s nicht, aber vor dem Tor schon“-Tor. 2:1! Tössfeld hatte kurz vor der Pause noch eine Riesenchance, setzte den Ball aber neben das Tor. Effretikon rettete die knappe Führung in die Kabine – leicht glücklich, aber wen interessiert das schon?
Pause: Die Bank schrumpft Die Halbzeit brachte wenig Erholung, dafür mehr Sorgen. J. Zulfikari musste angeschlagen raus, bei Lehner zeigte die Tankanzeige bereits Reserve. Die Ersatzbank? Ein rares Gut. Die Vorahnung? „Das könnte noch spannend werden…“
Zweite Halbzeit: Drama mit bekannten Elementen Nach Wiederanpfiff ging es hin und her. Tössfeld drückte, Effretikon verteidigte – und stand dabei gefühlt häufiger im Abseits als im Spiel. In der 71. Minute war es dann soweit: Wieder ein langer Seitenwechsel (man hätte es wissen müssen) – und Tössfeld traf zum 2:2-Ausgleich. Effretikon versuchte zu reagieren, nahm das Zepter wieder in die Hand. Dann die Szene des Spiels: Bleuer zieht davon, wird gelegt – klare Sache? Vielleicht Rot? Nein. Gelb. Diskussionen inklusive. Ein Déjà-vu zum Spiel gegen den FC Oberwinterthur 2 ließ grüßen. Doch die Kräfte schwanden. Wechsel? Fehlanzeige. Die letzten Körner wurden verbraucht, und Tössfeld nutzte das eiskalt aus. In der 87. Minute fiel der entscheidende Treffer – aus Effretiker Sicht natürlich aus einer zumindest „diskussionswürdigen“ Abseitsposition.
Fazit: Serie gerissen, Spannung bleibt Endstand: Niederlage. Die erste seit Oktober 2025. Effretikon war an diesem Tag schlicht nicht auf der Höhe – personell, körperlich und vielleicht auch mental. Doch lange Zeit zum Grübeln bleibt nicht: Es wartet das nächste Highlight gegen den unberechenbaren FC Oberwinterthur 2. Die grosse Frage: Kommt deren erste Mannschaft? Oder doch die zweite? Egal wie – Effi wird bereit sein. Hoffentlich diesmal auch schon ab der ersten Minute.

