FC Kempthal – Effretikon
Am Wochenende vor einer Woche war es wieder so weit: Derbytime gegen den FC Kempthal. Die Temperaturen? Noch immer irgendwo zwischen „Hochsommer“ und „Wer hat eigentlich die Sauna bestellt?“. Dafür präsentierte sich der Platz in hervorragendem Zustand – beste Voraussetzungen also für ein Fussballfest. Mit Unterstützung der B-Junioren Dorart, Levin und Saul – vielen Dank an dieser Stelle für euren Einsatz – ging das neu zusammengewürfelte Zwei in die Partie.
Zu Beginn entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Effi hielt ordentlich dagegen, hatte allerdings Mühe, offensiv wirklich Akzente zu setzen. Torchancen? Eher Mangelware. Das Heimteam war da etwas kreativer und kam bereits in der 10. Minute zum Führungstreffer: Ein schöner Distanzschuss schlug im Effretiker Gehäuse ein. Doch wer nun mit hängenden Köpfen rechnete, hatte die Rechnung ohne Effi gemacht. Die Mannschaft liess sich nicht beeindrucken und spielte weiterhin mutig nach vorne. Nur leider blieb das Ganze vor dem gegnerischen Tor ungefähr so gefährlich wie ein Rückpass zum eigenen Torhüter. Kempthal hingegen kam immer wieder zu vielversprechenden Möglichkeiten. Doch hinten stand Effi stabil. Die Gebrüder Bienz, Mühlebach und Troll bildeten gemeinsam mit Dirigent Tisler eine Abwehrkette, die hinten konsequent die Türen geschlossen hielt. Eintritt nur mit Voranmeldung. Im Verlauf der Partie erarbeitete sich Effretikon immer wieder halbe Möglichkeiten. Für echte Gefahr reichte es jedoch nicht. Gegen Ende der Partie wurde deshalb nochmals alles nach vorne geworfen. Und dann wurde es kurios. Bei einem Konter konnte Troll den Ball klug klären und schoss dabei den Gegenspieler an. Der Ball ging ins Seitenaus – Einwurf für Effretikon. So zumindest die allgemeine Wahrnehmung des Fussballregelwerks.Der Gegner sah das offenbar etwas anders, nahm den Ball kurzerhand selbst und führte den Einwurf aus. Der Schiedsrichter liess weiterspielen. Tor. 2:0. Entscheidung. Diskussionen? Natürlich. Freude beim Heimteam? Ebenfalls. Der Fussball schreibt bekanntlich seine eigenen Geschichten – manchmal sogar mit ziemlich kreativer Regelauslegung. Schade. Doch der Kopf bleibt oben. Denn bereits am Donnerstag wartete die nächste Aufgabe: Dielsdorf auswärts.
Dielsdorf – Effretikon
Und wenn man dachte, die Reise nach Dielsdorf würde zumindest auf einem vernünftigen Fussballplatz stattfinden, wurde man bereits bei der Ankunft eines Besseren belehrt. Der Platz war – sagen wir es diplomatisch – speziell. Eine Mischung aus Wiese, Sandplatz und jener legendären Spielfläche des Länggturniers in Illnau, auf der man nach 90 Minuten vermutlich mehr Sand als Schweiss in den Schuhen hatte. Immerhin war das Kader komplett. Unterstützt wurde Effi diesmal von den jungen Talenten der ersten Mannschaft Nicola, Nico und Mateo. Auch euch: vielen Dank für die Unterstützung!
Auf dem schwierigen Untergrund entwickelte sich zunächst ein Spiel auf Augenhöhe. Effretikon stand hinten erneut sehr stabil, zeigte sich vorne allerdings noch etwas zurückhaltend. Dielsdorf kam zwar immer wieder zu halben Chancen, wirklich gefährlich wurde es jedoch nicht. Die erste Halbzeit endete deshalb mit einem 0:0, das man wohlwollend als taktisch geprägt und weniger wohlwollend als ziemlich langweilig bezeichnen konnte. In der zweiten Hälfte nahm die Partie dann deutlich an Temperatur auf – und das lag diesmal nicht nur am Wetter. Es wurde hitziger, die Fouls häuften sich und das Einsteigen wurde zunehmend ruppiger. Dann, in der 49. Minute, endlich die erste grosse Chance für Effi.
Kramer nahm Fahrt auf, tanzte durch die Dielsdorfer Abwehr, als hätte er plötzlich Kunstrasen unter den Füssen, und vollendete souverän zum 1:0. Jetzt war Effi endgültig im Spiel. Die Mannschaft übernahm zunehmend das Spieldiktat und erarbeitete sich immer wieder gute Möglichkeiten. Nur das zweite Tor wollte einfach nicht fallen. Dielsdorf blieb damit weiterhin im Spiel – zumindest auf dem Papier. Bis zur 77. Minute. Wieder war es Kramer, der im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Diesmal gab es keine Diskussionen, keine kreative Regelinterpretation und keinen Sandsturm: klarer Penalty. N. Lehner übernahm Verantwortung und verwandelte souverän zum 2:0. Damit war die Sache eigentlich gegessen. Effi spielte die Partie kontrolliert zu Ende und durfte sich am Schluss über die ersten drei Punkte freuen.
Nach den ersten Spielen der noch jungen Saison zeigt sich: Das Team wächst zusammen. Trotz neu zusammengestellter Mannschaft, Unterstützung aus verschiedenen Juniorenstufen und teilweise abenteuerlichen Platzverhältnissen sind bereits deutliche Fortschritte zu erkennen. Die Defensive steht stabil, die Abläufe werden besser und auch offensiv kommen die Chancen zunehmend. Jetzt heisst es: weiterarbeiten, weiter zusammenwachsen und weiter Punkte sammeln. Denn eines ist nach dieser kurzen Saison bereits klar: Wenn Effi weiter Schritt für Schritt macht, werden die Punkte kommen. Und hoffentlich auch bald wieder Fussballplätze, die diesen Namen verdienen.

