Plötzlich wieder 28 Grad. Genauso überraschend wie das Kader von Oberwinterthur. Wie bereits seit letzter Saison bekannt, arbeiten die erste und zweite Mannschaft der Oberwinterthurer eng zusammen. Das bedeutet für den Gegner vor allem eines: Man weiss nie genau, wie stark Oberi an diesem Tag daherkommt. Effretikon war jedoch für alle Eventualitäten gewappnet. Mit einem vollen Matchblatt reiste man nach Oberwinterthur – personell also bestens vorbereitet auf alles, was da kommen sollte.

Das Spiel begann, wie es zu erwarten war: Oberwinterthur übernahm das Zepter und liess den Ball laufen. Die ganz grossen Chancen blieben zunächst allerdings aus. Effretikon konzentrierte sich auf das, was man sich vorgenommen hatte: hinten kompakt stehen und über Konter für Gefahr sorgen. Doch bereits nach fünf Minuten der erste Schock: G. Kramer musste raus. Der Topscorer wurde im Rücken getroffen – ungefähr so spektakulär wie Neymar bei der WM 2014 – und konnte nicht weitermachen. Für ihn kam Zimmermann ins Spiel. Und der zeigte direkt, dass er nicht gekommen war, um nur das Trikot spazieren zu tragen. Wenig später hatte Zimmermann die erste grosse Effretiker Chance auf dem Fuss. Sein Abschluss landete allerdings nur im Aussennetz.  Danach erhöhte Oberi den Druck. Nach einigen unglücklichen Aktionen hintereinander stand plötzlich ein Stürmer alleine vor Tisler. Dieser wollte Tisler cool umkurven. Doch er hatte die Rechnung ohne Effis menschliche Mauer gemacht. Tisler, der mit ausgestreckten Armen gefühlt fast drei Meter misst, machte sich breit und parierte den Abschluss ohne grössere Probleme.

0:0 zur Pause.

In der Kabine war die Marschroute klar: Diesen einen Punkt wollte man unbedingt mitnehmen. Weiter kompakt stehen, weiter kämpfen und bei Gelegenheit über Konter zuschlagen. Gesagt, getan.

Nach der Pause bot sich zunächst dasselbe Bild. Oberwinterthur hatte mehr Ballbesitz, Effretikon verteidigte konzentriert. Doch in der 55. Minute kam plötzlich Effi. Nach einer Kombination, die Assistenztrainer Setz vermutlich seit Wochen eingetrichtert hatte, wurde Schneller mustergültig freigespielt. Alleine vor dem Tor bot sich die riesige Chance zur Führung. Doch auch der Oberwinterthurer Torhüter hatte offensichtlich beschlossen, heute einen guten Tag zu erwischen und parierte den Abschluss. Kurz darauf war wieder Oberi an der Reihe. Wieder tauchte ein Spieler alleine vor dem Tor auf – diesmal rettete allerdings der Pfosten. Das Aluminium war an diesem Nachmittag also mindestens genauso motiviert wie die beiden Torhüter. Danach passierte nicht mehr allzu viel. Oder anders gesagt: Den Rest kann man getrost überspringen.

Abpfiff. 0:0.

Und irgendwie fühlt sich dieses 0:0 tatsächlich wie ein Sieg an. Denn was man definitiv nicht überspringen darf, ist die kämpferische Leistung der gesamten Mannschaft. Jeder kämpfte für jeden, jeder ging für den anderen die extra Meter. Die Mannschaft wächst langsam zusammen – und das zeigen mittlerweile auch die Zahlen. In den letzten drei Spielen kassierte Effretikon gerade einmal zwei Gegentore. Die Abwehr steht. Die Defensive ist bereit. Die Mannschaft kämpft. Jetzt muss nur noch die Offensive davon überzeugt werden, dass Tore ebenfalls zum Fussball gehören.

Categories: HerrenabteilungPublished On: September 29th, 2026