Wenn’s läuft, dann läuft’s. Und wenn nicht – dann so richtig nicht. Nach der mental äusserst schmerzhaften Niederlage gegen Embrach – bei der ein komfortabler 1:3-Vorsprung noch kunstvoll in eine 6:3-Pleite verwandelt wurde – wollte man in Veltheim vor allem eines: aufstehen, Punkte holen und wieder etwas Positives mitnehmen. Die Voraussetzungen dafür? Nun ja… sagen wir mal: herausfordernd. Torwart Filip spielte 90 Minuten im Sturm. Trainer Ziege musste die Fussballschuhe selbst schnüren und einen Teileinsatz leisten. Und Stilli opferte kurzerhand seine Mittagspause für einen Kurzauftritt. Das „Zwei“ wurde dieses Mal nicht von Ferienabwesenheiten geplagt, sondern von Krankheiten und Verletzungen. Die Mission war trotzdem klar: Punkte holen – und vor allem kein Gegentor kassieren.

Spoiler: Das mit den Gegentoren funktionierte nur bedingt.

Bereits in der 3. Minute ging der Gast nach einer schönen Ballstaffette in Führung. Effretikon versuchte zu reagieren. Tisler und Schneller sorgten hier und da für Betrieb in Strafraumnähe. Doch Veltheim antwortete mit Fussballkunst der etwas absurderen Sorte: Ein grätschender, blinder Schnittstellenpass – millimetergenau. Ja, wirklich. 0:2. Spätestens jetzt wirkte Effretikon mental angeknockt. Und Veltheim? Spielte weiter, als hätten sie FIFA auf Anfänger gestellt. Der nächste Schnittstellenpass kam – diesmal sogar mit der Hacke. Manchmal fragt man sich wirklich, wie bei einer Mannschaft einfach alles funktioniert und bei der anderen selbst einfache Dinge plötzlich aussehen wie höhere Mathematik. Nach diesem sehenswerten Zuspiel stand es bereits 0:3.Schlimmer kann’s nicht werden? Doch. Flanke in die Mitte. Klärungsversuch Effi. Misslungen. Eigentor. 0:4 nach 34 Minuten. Immerhin: Die Pause kam nicht eine Minute zu früh.

Die Ansage in der Kabine war simpel: Kein Gegentor mehr kassieren, näher an den Gegner ran und Zweikämpfe endlich annehmen.

Und tatsächlich: Das funktionierte. Effretikon kam deutlich wacher aus der Pause. Santome erkämpfte sich den Ball, umkurvte den Torhüter, sein Abschluss wurde zwar geblockt, landete aber perfekt vor den Füssen von Tisler. Dieser scheiterte hauchdünn am Bein eines Gegenspielers. Immerhin weiss er jetzt aus eigener Erfahrung, wie schwierig Tore unter Druck zu erzielen sind – praktisch, wenn er das nächste Mal die Stürmer zusammenpfeift. Die zweite Halbzeit endete – wie gewohnt – nach 45 Minuten. Das Ziel „kein weiteres Gegentor“ wurde erreicht, die Zweikämpfe wurden besser angenommen und zumindest defensiv konnte man Schadensbegrenzung betreiben.

Ganz ohne neue Probleme ging es aber natürlich nicht: Stilli verletzte sich an der Hand und wird vermutlich für den Rest der Rückrunde ausfallen. An dieser Stelle: gute Besserung!

Langsam wird die Personalsituation allerdings kritisch. Möglicherweise muss man bald Spieler rekrutieren – freiwillig, unfreiwillig oder direkt aus der Zuschauerreihe. Denn wenn sich die Lage bis nächstes Wochenende nicht entspannt, könnte es personell ziemlich dramatisch werden. Und eines ist ebenfalls klar: Das Zweikampfverhalten muss dringend nach oben geschraubt werden.

Oder anders gesagt: Es kann eigentlich nur besser werden. Hoffentlich.

Categories: HerrenabteilungPublished On: Juni 1st, 2026